Überraschung in Schwindegg: Karl-Michael Dürner fällt als FW-Bürgermeisterkandidat durch

Karl-Michael Dürner (hier mit seiner Vorstandskollegin Erika Lentner beim Boarischen Hoagascht) ist im Juli für drei weitere Jahre als Vorsitzender des Kulturvereins bestätigt worden. Bei der Nominierungsversammlung der Freien Wähler fiel er als Bürgermeisterkandidat allerdings ganz knapp durch.
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Karl-Michael Dürner (hier mit seiner Vorstandskollegin Erika Lentner beim Boarischen Hoagascht) ist im Juli für drei weitere Jahre als Vorsitzender des Kulturvereins bestätigt worden. Bei der Nominierungsversammlung der Freien Wähler fiel er als Bürgermeisterkandidat allerdings ganz knapp durch.

Die Freien Wähler konnten sich nicht dazu durchringen, Karl-Michael Dürner als Bürgermeisterkandidat zu nominieren. Aktuell wird sich lediglich Roland Kamhuber von der CSU für das Bürgermeisteramt bewerben, da Amtsinhaber Dr. Karl Dürner – Vater von Karl-Michael Dürner – nicht mehr antreten wird.

Schwindegg – Bei der Nominierungsversammlung der Freien Wähler wurde Dürner junior mit 21:19 Stimmen abgelehnt. „Ich habe damit gerechnet, dass es knapp werden könnte“, so Karl-Michael Dürner. Für ihn ist dieses Ergebnis „eine Niederlage für die Demokratie“. Er habe den Schwindegger Bürgern eine Alternative bei der Wahl eines neuen Bürgermeisters geben wollen.

Dass Dürner senior nicht mehr antreten wird, hatte er bereits in einemInterview mit der Heimatzeitung gesagt. Das galt aber möglicherweise nur bis zur Nominierungsversammlung der Freien Wähler. Dr. Karl Dürner machte in einer ersten Stellungnahme keinen Hehl daraus, was er von dem Ergebnis hält. Er sprach von einer „Riesensauerei“ sowie von „Eifersüchteleien und Machenschaften“, die dazu geführt hätten, dass sein Sohn nicht zum Bürgermeisterkandidat der Freien Wähler gewählt wurde.

Karl-Michael Dürner in Schwindegg vielseitig engagiert

Vater Dürner, der auch einmal bei den Freien Wählern war, dann aber zur CSU gewechselt ist, betonte zudem, dass das bei ihm damals eine ganz andere Situation gewesen sei. Damit spielte er auf die Tatsache an, dass sein Sohn Mitte des Jahres bei der CSU ausgetreten und bei den Freien Wählern eingetreten ist. Interne Querelen hätten ihn zu diesem Schritt bewogen, wie der Sohn sagt. Dabei konnte er sich den Seitenhieb nicht verkneifen, dass die Freien Wähler zwar frei und unabhängig in ihrem Namen stehen haben, es „mit der Unabhängigkeit aber nicht so weit her ist“. Aus seiner Sicht seien einige FW-Mitglieder sehr auf der Linie der CSU

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Karl-Michael Dürner, der in Schwindegg sehr engagiert ist, unter anderem im Gemeinderat sitzt, beim Kulturverein und beim Elternbeirat des Kindergartens aktiv ist, hatte sich den Freitag extra frei genommen, um das Ergebnis der Nominierungsversammlung – egal wie es ausfällt – für sich einordnen zu können. In einer ersten Stellungnahme sagte er, dass er „schon enttäuscht ist“. Gleichwohl kandidiert er dennoch auf der Liste der Freien Wähler, um wieder in den Gemeinderat einzuziehen.

Dr. Karl Dürner denkt über offene Liste nach

Für den amtierenden Bürgermeister Dr. Karl Dürner hat dieses Ergebnis allerdings weiterreichende Bedeutung. Er sieht, das ist aus seinen Äußerungen zu hören, seine bisherige Arbeit als Bürgermeister gefährdet. Dürner war in den vergangenen 18 Jahren Gemeindeoberhaupt von Schwindegg. „Das kann ich so nicht den Leuten überlassen“, sagt er und denkt durchaus über eine offene Liste nach. Hier könnten sich durchaus Vater und Sohn Dürner wiederfinden.

Da sich der Gemeinderat in der letzten Sitzung dafür entschieden hat, dass der Bürgermeister nach wie vor ehrenamtlich arbeiten soll, könnte sich Dr. Karl Dürner auch noch einmal als Bürgermeisterkandidat aufstellen lassen.

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Bei ehrenamtlichen Bürgermeistern gibt es nämlich keine Altersbeschränkung, wie es bei hauptamtlichen Mandatsträgern üblich ist. So könnte der 72-Jährige, der sich nach eigenem Bekunden nicht zu alt fühlt, sich für eine weitere Amtsperiode zur Wahl stellen.

Auch wenn er gestern noch nicht mit seinem Vater Kontakt hatte, meinte Karl-Michael Dürner: „Mein Vater ist immer für eine Überraschung gut“.

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