Über die Versetzung in die nächste Klasse sollen nicht Noten entscheiden

  • Josef Bauer
    vonJosef Bauer
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Mühldorf. – Der CSU-Kreisverband Mühldorf hat eine Resolution zur Schule in der Corona-Pandemie einstimmig verabschiedet und an die CSU-Bezirksvorsitzende Ilse Aigner weitergeleitet.

In dieser Resolution fordert die Kreis-CSU, dass das Vorrücken in die nächste Jahrgangsstufe heuer von den Noten entkoppelt wird.

Stattdessen müsse ein Lernentwicklungsgespräch geführt werden mit dem Ziel, die weitere Schullaufbahn des Kindes zu planen und den Eltern Perspektiven zu eröffnen. Die Klassenkonferenz oder der Klassenleiter sollten eine Empfehlung abgeben, von der die Eltern jedoch abweichen könnten.

Ähnliches gilt für die Reduzierung der Anzahl der Proben in der vierten Jahrgangsstufe.

Damit steige der Druck auf die Schüler, weil die Bedeutung der einzelnen Prüfung für den Gesamtschnitt steige. Die Entscheidung zum Übertritt auf eine weiterführende Schule müsse deshalb wie das Vorrücken in die nächsthöhere Klasse durch Empfehlungen der Schule und der Entscheidung der Eltern bestimmt werden. Eine freiwillige Wiederholung sei allen Schülern zu ermöglichen und das zusätzliche Jahr nicht auf die Schulpflicht anzurechnen.

In allen Abschlussklassen erfolgt nach den Vorstellungen der Kreis-CSU frühzeitig, spätestens ab den Osterferien, eine Konzentration des Präsenzunterrichts auf die Fächer der Abschlussprüfung. Die Inhalte der weiteren Fächer sollen in Form von gecoachten Lernsequenzen von den Schülern im Selbststudium erlernt werden.

Dazu sollen Lehrern flexible Zeiten für Online-Sprechstunden zur Verfügung gestellt werden. Bei entsprechenden Infektionszahlen könnten zuerst die Grundschulen und die Abschlussklassen ganz oder teilweise wieder zurück in den Präsenzbetrieb gehen. Die Verschiebung der Abschlussprüfungen sei zu begrüßen, weil sie mehr Zeit für die Vorbereitung bringe, heißt es in der Resolution.

Zur Begründung ihrer Forderungen verwies die Kreis-CSU auf die Sorgen vieler Schüler und Eltern, Sie befürchteten, dass durch die fehlende Kontinuität in der Corona-Krise Bildungsziele nicht erreicht würden und sich infolgedessen auch die Berufschancen der Schülerinnen und Schüler verschlechterten.

„Besonders im Fokus müssen bei allen Überlegungen die Grundschüler der Jahrgangsstufen eins und zwei sowie die Schüler der Abschluss- und Übertrittsklassen stehen“, betont CSU-Kreisvorsitzender Dr. Marcel Huber. Erstere, weil hier die Möglichkeiten digitalen Lernens begrenzt seien, und Letztere, weil Abschlussprüfungen und Übertrittsentscheidungen unmittelbar bevorstünden und Zeiten zur Kompensation möglicher Bildungslücken kaum vorhanden seien.

Das Bildungssystem stehe vor der Herausforderung, Ängste, Druck und Stress von Schülern und Eltern zu nehmen und das Niveau der Abschlüsse vergleichbar zu halten. „Schule in Corona-Zeiten ist eine besondere Herausforderung.

Deshalb brauchen wir Regelungen, die auf die Situation von Schülern, Eltern und Lehrkräften Rücksicht nehmen und hochwertige Bildungsergebnisse gewährleisten“, heißt es im Papier des CSU-Kreisverbandes. hon/sb

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