Trotz großer Leuchtreklame: Gemeinderat gibt grünes Licht für Hotel-Projekt in Ampfing

Seit vielen Jahrengibt es in der Zangberger Straße in Ampfing ein Hotel. Jetzt will ein Grundstückseigentümer in der Bussardstraße einen weiterer Hotelbetrieb mit einem anderen Konzept und einer anderen Zielgruppe in Modulbauweise errichten. Grundner

Mit klarer Mehrheit, gegen die Stimmen der beiden Grünen Andrea Weiner und Rainer Stöger, hat der Gemeinderat Ampfing für ein Hotelprojekt in der Bussardstraße gestimmt.

Ampfing – Ein Grundstückseigentümer will dort ein Hotel in Modulbauweise mit Werbeschild, Fahrradständer- und Mülltonnenüberdachung. Das Schild, welches auf dem Dach installiert werden soll, misst 2,39 mal 12,24 Meter. Es sollen in dem geplanten Hotel 29 Beherbergungsräume mit 57 Betten entstehen, ebenso sind 29 Stellplätze vorgesehen.

Lebhafte Diskussion

Das Bauvorhaben liegt in einem eingeschränkten Gewerbegebiet. Da aber Beherbergungsbetriebe wie Hotels zu den „Gewerbebetrieben aller Art“ gehören, ist die Errichtung eines Hotels in diesem Bereich grundsätzlich zulässig. Allein die beleuchtete Werbetafel entspricht nicht den Festsetzungen des Bebauungsplanes. Die Anwohner haben ihr Einverständnis zum Hotelbau gegeben.

Stöger gegen „Automatenhotel“

Das Projekt löste eine lebhafte Diskussion im Gemeinderat aus. Rainer Stöger von den Grünen bezog gegen dieses „Automatenhotel“ Position. Es gebe keine Rezeption, keinen Frühstücks-, beziehungsweise Speiseraum. In den kleinen, nur 16 Quadratmeter großen Hotelzimmern befinde sich eine Küchenzeile zur Selbstversorgung. Für ihn sei dies kein Hotel für Ampfing.

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Gabi Herian von der CSU, die den terminlich verhinderten Bürgermeister Josef Grundner als Sitzungsleiterin vertrat, zeigte sich positiv überrascht von der geschmackvollen Einrichtung. Ihre Bedenken gegen den Hotelbau hätten sich zerstreut.

CSU-Gemeinderäte: Zu wenig Hotelzimmer im Landkreis

Hans Wimmer, Geschäftsstellenleiter der Gemeinde, ergänzte, dass ein ehemaliger Schreiner das Hotel bauen wolle. Er habe Erfahrung aus früheren Arbeiten für Hotels. Das Hotel sei per Internet buch- und bezahlbar.

Stefan Gillhuber (CSU): „Im Landkreis herrscht Mangel an Hotelzimmern. Ich finde das System gut. Die Hotelbesitzer haben ein Konzept, mittlerweile haben sie 15 Häuser.“

Marcel Huber (CSU) hieb in dieselbe Kerbe. Die Hotelkapazität in Ampfing sei defizitär, er sehe keinen Grund zur Ablehnung, wenn das Bauvorhaben allen rechtlichen Bestimmungen entspreche.

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Probleme mit der beleuchteten Werbetafel wegen der Helligkeit sieht Bernhard Kneissl (UWG). Gabi Herian erwiderte, dass diese zwar sichtbar beleuchtet sei. Der Weg zum Hotel sei aber nur schwach beleuchtet, auf dem Parkplatz soll Beleuchtung per Bewegungsmelder erfolgen.

Dazu Hans Peter Kohlschmid (CSU): „Es gibt in Ampfing mehrere beleuchtete Werbetafeln von Firmen. Hotelzimmer sind für Ampfing gut.“ Stefan Gillhuber ergänzte, dass Unternehmer froh seien, wenn sie ihre Beschäftigten unterbringen könnten.

Gegen die Stimmen der Grünen beschlossen

Marcel Huber betonte zum Schluss der Diskussion: „Eine Werbetafel ist wichtig, wenn in der Nacht Gäste ankommen, müssen sie das Hotel auch finden. Wenn keine Lichtverschmutzung vorliegt, ist die Werbetafel für mich okay.“

Alle Gemeinderatsmitglieder von CSU, SPD und UGW stimmten für den Hotelbau, Andrea Weiner und Rainer Stöger (Grüne) dagegen.

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