Trotz geplanter Verluste: Müllgebühren im Landkreis Mühldorf bleiben 2021 stabil

Die Müllgebühren im Landkreis Mühldorfbleiben bis zum Jahr 2021 unverändert. Bauer
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Die Müllgebühren im Landkreis Mühldorfbleiben bis zum Jahr 2021 unverändert. Bauer

Die zentrale Nachricht für alle Verbraucher: Trotz Verluste beim Zweckverband Abfallverwertung Südostbayern bleiben die Müllgebühren im Jahr 2021 stabil. Allerdings ist die Zeit der stetig sinkenden Müllgebühren erst einmal vorbei, nachdem zum 1. Januar 2020 die Preise im Landkreis Mühldorf noch einmal um neun Prozent fallen.

Burgkirchen/Alz – Die Jahresabrechnung für das Jahr 2018 erbrachte für den Verband einen Fehlbetrag von 5.462.000 Euro, wobei im Vorjahr noch ein Jahresgewinn von 1.431.000 Euro zu Buche stand Dies seien jedoch eingeplante Verluste, die aus den Vorgaben der Verbandsversammlung für den Abbau der liquiden Mittel resultieren würden, wie Robert Moser, kaufmännischer Werksleiter, auf der Werkausschusssitzung berichtete. Ursprünglich sei sogar ein Fehlbetrag von 5.845.000 Euro eingeplant gewesen. Das Ergebnis der Jahresabschlussprüfung 2018 liege vor, so Moser. Darin wird eine ordnungsgemäße Geschäftsführung bestätigt und ein uneingeschränkter Bestätigungsvermerk erteilt. In Bezug auf die Anlieferungsmengen wurde das Rekordergebnis aus dem Vorjahr nicht mehr erreicht. Hier stehen 231.435 Tonnen zu Buche. In der aktuellen Halbjahresbilanz 2019 ist ein Rückgang der Abfälle um 1456 Tonnen verzeichnet, was im Wesentlichen dem Rückgang der Anliefermengen aus dem Berchtesgadener Land zuzuschreiben ist.

Erlöse haben sich verringert

Ausschlaggebend hierfür sei ein neues Entsorgungskonzept für die Restmüll- und Biotonne, das dort zum 1. April eingeführt wurde. Insgesamt haben sich die Erlöse aus Müllanlieferungen im ersten Halbjahr um 1.263.000 Euro auf 10.284.000 Euro verringert, die Dampferlöse sind hingegen um 172.070 Euro auf 1.506.000 Euro gestiegen, während bei den Stromeinspeisungen 94.590 Euro weniger eingenommen wurden. Insgesamt haben sich die Energieerlöse um 77480 Euro verbessert.

Alles in allem scheine das Planziel erreichbar, für 2019 seien im Wirtschaftsplan Gesamterträge in Höhe von 25.738.000 Euro kalkuliert. Der geplante Jahresverlust betrage 8.521.000 Euro, erklärte Moser. Im Anschluss stellte der technische Werkleiter Hubert Bartylla dem Werkausschuss das Investitionsprogramm für 2020 vor, dessen größte Einzelposten der Fernwärmeanschluss des Gewächshauses Gemüsebau Steiner mit 1.800.000 Euro und der Umbau des Schlackebunkers mit 1.000.000 Euro sind.

Investitionen in Höhe von 7,6 Millionen Euro

Insgesamt beträgt das Investitionsprogramm 7.625.000 Euro, das Budget für Großprojekte der Instandhaltung umfasst 7.620.000 Euro. Der Ausschuss gab hierfür seine ungeteilte Zustimmung. Im letzten Punkt der öffentlichen Sitzung erläuterte Robert Moser den Entwurf des Wirtschaftsplans 2020, in dem die Müllanlieferungsmengen mit 233.000 Tonnen kalkuliert sind, 3000 Tonnen mehr als im Vorjahr. Entsprechend dem von der Verbandsversammlung vorgegebenen Abbauplan der liquiden Mittel, würden die Anlieferpreise für die Verbandsmitglieder um weitere 10 Euro pro Tonne niedriger kalkuliert. Dies bedeute für den Landkreis Altötting im kommenden Jahr 28 Euro pro Tonne, für die übrigen Verbandsmitglieder 68 Euro pro Tonne. Die durch die Reduzierung bedingte Entlastung für die Verbandsmitglieder betrage 1.575.000 Euro. Der Entwurf für 2020 sieht bei Gesamtaufwendungen von 38.026.000 Euro gegenüber kalkulierten Erlösen von 25.379.000 Euro einen geplanten Jahresfehlbetrag von 12.647.000 Euro vor.

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Dem von Landrat Erwin Schneider formulierten Beschlussvorschlag, dem Entwurf der Haushaltssatzung und dem Wirtschaftsplan zuzustimmen, sowie die Entsorgungsentgelte mit 28 Euro pro Tonne für den Landkreis Altötting und 68 Euro pro Tonne für die übrigen Verbandsmitglieder festzulegen, wurde einstimmig entsprochen.

Müllgebühren im Landkreis Mühldorf bleiben stabil

Damit bleiben die Müllgebühren im Landkreis Mühldorf nach fünf Gebührensenkungen in Folge innerhalb der letzten 13 Jahre und dem Erreichen eines historischen Tiefstands weiterhin unverändert.

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Kostensteigerungen durch die erstmals in der Kalkulation zu berücksichtigenden Bioabfallsammlung, aber auch Mehrausgaben bei der Bauschutt- und Altholzverwertung und zu erwartenden Mindereinnahmen beim Altpapier können durch Einsparungen bei den Verbrennungsentgeltzahlungen an den ZAS und vorhandene Gebührenüberschüsse abgedeckt werden. In dieser Kalkulation ist die Senkung um zehn Euro pro Tonne bereits eingerechnet. Zugrunde gelegt wird ein Entleerungsvolumen im Landkreis von 74,5 Millionen Liter.

Die Gebühren im Überblick

Die Zeit der sinkenden Müllgebühren ist ab 2021 erst einmal vorbei. Zum 1. Januar 2020 fallen die Gebühren im Landkreis noch einmal um neun Prozent. Die Entleerungs-Gebühr der 80-Liter-Tonne sinkt von 3,90 Euro auf 3,60 Euro. Die Leerung der 120 Liter Tonne geht von 5,90 auf 5,30 Euro, die Leerung der 240 Liter Tonne von 11,80 auf 10,60 Euro zurück. Die Grundgebühr bleibt bei 1,20 Euro. Im Jahr 2021 bleiben die Müllgebühren dann stabil. sb/wag

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