Trockenheit in Mühldorf steigert Waldbrandgefahr und lässt Bauern massive Schäden befürchten

Die heimischen Felder,wie hier in Flossing, sind extrem trocken und brauchen dringend Wasser. Mayer
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    vonJosef Bauer
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Die Trockenheit auf den Feldern im Landkreis Mühldorf nimmt zu. Die Bauern bangen um ihre Felder. Im April fiel sehr wenig Regen. Auch die Waldbrandgefahr steigt deshalb stark an.

Mühldorf – Auf den Feldern der heimischen Landwirte staubt es. Dazu kommt, dass in den Wäldern aufgrund der Trockenheit eine erhöhte Waldbrandgefahr besteht. In weiten Teilen des Landkreises fiel in den vergangenen Wochen kaum Regen. Die Wasserspeicher im tieferen Boden sind wegen der Trockenheit der zurückliegenden beiden Jahre noch nicht aufgefüllt – auch darüber können sich Pflanzen also nicht vesorgen.

So stark ist die Trockenheit im Landkreis Mühldorf

Im April fielen im Landkreis Mühldorf bisher 4,8 Liter Regen. Das sind nur neun Prozent der durchschnittlichen Menge. Im März 2020 betrug der durchschnittliche Niederschlag in Bayern 50 Liter pro Quadratmeter. Dieser Wert ist eine wichtige Information, um Schlussfolgerungen für den Wasserhaushalt in bestimmten Jahresabschnitten ziehen zu können. Neben den Veränderungen in den Halbjahren sind künftig ausgeprägte Änderungen in den Quartalen oder einzelnen Monaten zu erwarten, erklärt das Landesumweltamt.

Bauern haben Probleme bei Aussaat

„Vor allem das Gras und das Wintergetreide brauchen Wasser“, betont Mühldorfs BBV-Kreisobmann Ulrich Niederschweiberer. Auch beim Raps und das Sommergetreide macht sich die Trockenheit negativ bemerkbar. „ Es wäre jetzt an der Zeit, mit der Aussaat der Maipflanzen zu beginnen. Die Bauern warten nur auf frostfreie Nächte. Aber auch hier wird Wasser benötigt. Die drei bis vier Liter, die über das Wochenende im Landkreis gefallen sind, helfen uns nicht wirklich.“

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Aber die kommenden Aussichten machen nicht viel Hoffnung auf Regen. Er sieht keine schnelle Verbesserung für die Felder im Landkreis Mühldorf. Der BBV-Kreisobmann befürchtet schon zum jetzigen Zeitpunkt massive Schäden auf die Landwirte zukommen. „Diese extreme Wettersituation sowie viele Unwetter und andere Wetterkapriolen spüren die bayerischenBauern nun schmerzlich bei der Ernte“, sagt Niederschweiberer. Damit wird die Erntemenge etwas unter dem langjährigen Mittel von 6,7 Millionen Tonnen (ohne Körnermais) oder 72 Doppelzentner/Hektar liegen.

Trockenheit beeinflusst Waldarbeiten

„Auch in der südlichen Hälfte Bayerns verschärft sich die Lage. Aus diesen Gründen wurden in einigen Regierungsbezirken bereits Luftbeobachtungen zur Überwachung der Gefahrenlage angeordnet“, berichtet Forstdirektor Dr. Martin Kennel. Bereichsleiter Forsten am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Töging. Es wird empfohlen, so Dr. Kennel, beim Aufarbeiten von Borkenkäferschäden anfallendes Holz, Reisig oder Kronenmaterial nicht zu verbrennen, sondern aus dem Wald abzutransportieren oder zu hacken.

Luftbeobachter im Kampf gegen Waldbrände

Besonders waldbrandgefährdet sind lichte Kiefernbestände und stark frequentierte Wälder in Ballungsgebieten. Eine Entspannung der Gefahrensituation wird erst nach ergiebigen Regenfällen und sinkenden Temperaturen erwartet. Sieben Stützpunkte in Oberbayern gibt es. In Mühldorf sind zehn Piloten im Einsatz und sieben Luftbeobachter, die abgerufen werden können. „Es gibt einen Brandindex“, erklärt Möller. „Wenn dieser über vier steigt, alarmiert die bayerische Regierung die Landratsämter und diese geben uns Bescheid“. Als Stützpunktleiter koordiniert Möller, wer wann fliegt: „Meist sind die Einsätze spontan, vormittags werden wir angerufen, nachmittags fliegen wir.“ In dieser Woche sind die Luftbeobachter vom Flughafen Mößling aufgebrochen.

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