Traumstart für den Studienstandort Mühldorf

Wissenschaftsminister Bernd Sibler bei seinem Vortrag. Rath

Mühldorf. – Von einem „Traumstart für den Studienstandort Mühldorf“ sprach der Minister für Wissenschaft und Kunst.

Der Niederbayer Bernd Sibler war auf Initiative des CSU-Landratskandidaten Maximilian Heimerl in das Inncafé gekommen, um über das Thema „Studieren in Bayern“ zu sprechen. Sein langjähriger politischer Weggefährte, MdL Dr. Marcel Huber von der CSU begrüßte ihn. Gekommen war auch der 85-jährige Bauunternehmer Max Aicher aus Freilassing.

Wissenschaftspolitisch ein weißer Fleck

Laut Huber waren die Landkreise Mühldorf und Altötting bisher „wissenschaftspolitisch ein weißer Fleck“. In Südostbayern gab es als Hochschule nur die Technische Hochschule in Rosenheim. Dies habe sich mit der Eröffnung des Campus Mühldorf geändert.

Dort können sechs Studiengänge belegt werden, die mit einem Bachelor abzuschließen sind: Angewandte Psychologie, Betriebswirtschaft, Maschinenbau, Pädagogik der Kindheit, Pflege und Soziale Arbeit.

Minister Bernd Sibler nannte drei Voraussetzungen, die es braucht, um eine Hochschule zu eröffnen: Es muss eine Hochschule geben, die einen weiteren Standort will.

Eine Kommune muss sich an der Hochschule beteiligen und das Ministerium für Wissenschaft und Kunst muss ein an Exzellenz orientiertes Konzept für diese Hochschule entwickeln, also ein sehr gutes Konzept.

Die bayerische Regierung setzt, so Sibler, auf die Entwicklung von Hochschulen im ländlichen Raum und nannte als Beispiele Orte wie Feuchtwangen (Bayerische Bauakademie), Grafen au (Technologiecampus) und Teisnach (Technologiecampus), wo diese Konzepte verwirklicht worden seien. Gleichzeitig hofft man auf einen „Klebeeffekt“, dass nämlich die fertigen Student*innen auf dem Land arbeiten und nicht in die Städte abwandern werden.

Diese ländlichen Standorte verzeichnen eine große Nachfrage. Bernd Sibler gab ein klares Bekenntnis für die Zukunft der ländlichen Räume ab, es müssten akademische und berufliche Bildung gefördert werden. Der Minister skizzierte einen Modellversuch in Niederbayern, bei dem Lehrlinge im Beruf „Schreiner“ eine Lehrzeitverkürzung auf zwei Jahre erhalten, wenn sie das Abitur erworben haben. Sibler: „Ein Schüler, der erst eine Ausbildung macht und dann studiert, hat einen anderen Zugang zum Beruf“.

Max Heimerl brach eine Lanze dafür, dass sich der Landkreis Mühldorf auch in finanzieller Hinsicht für die Entwicklung des Campus in Mühldorf einsetzen wird. Auch bat er Minister Sibler um die weitere Unterstützung durch den Freistaat Bayern.

In der sich anschließenden Diskussionsrunde bedankte sich Stadträtin Charlotte Konrad im Namen der Stadt Waldkraiburg, dass – unter anderem mit der Unterzeichnung des Zweckverbandes zwischen Mühldorf und Waldkraiburg – auch in ihrer Stadt etwas passiere.

Hochschule istein „Riesenerfolg“

Der stellvertretende Landrat Alfred Lantenhammer bezeichnete die Hochschule Mühldorf als Riesenerfolg. Auch er betonte, wie wichtig es sei, dass Abiturienten eine berufliche Ausbildung absolvieren und nicht immer ein Studium. Für die im Landkreis Mühldorf gut laufende Ausbildung in den Berufsbereichen Elektro und Kfz wünschte er sich nun noch Meisterkurse, die im Landkreis vor Ort stattfinden könnten.

Wissenschaftsminister Sib ler schloss den informativen Abend mit dem Wunsch, dass es für ihn wichtig sei, den Hochschulstandort Mühldorf weiter aufzubauen, ihm eine gute Basis zu verschaffen. Dann könne es Schritt für Schritt weitergehen. Dr. Marcel Huber ergänzte: „Froh ans Werk!“ hra

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