Trauer

Ein Seelsorger mit Herz: Pater Dietrich aus Waldwinkel ist tot

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  • Hans Grundner
    vonHans Grundner
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Pater Leonhard Dietrich ist tot. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich in Aschau und weit darüber hinaus die traurige Nachricht, dass der geschätzte Seelsorger am Dienstag nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 82 Jahren verstorben ist.

Aschau – Mit Waldwinkel, mit dem Berufsbildungswerk der Salesianer Don Boscos und dem Pfarrverband Aschau war Pater Leonhard Dietrich über viele Jahrzehnte verbunden. Schon 1962 lernte er die Niederlassung des Ordens kennen und schätzen, als er dort sein zweijähriges pädagogisches Praktikum absolvierte.

Aufgeschlossener und motivierender Pädagoge

Da hatte er längst Feuer gefangen für die Sache des Giovanni Bosco, des Jugendseelsorgers, Reformpädagogen und Ordensgründers, und sich der Arbeit mit und für junge Menschen verschrieben, aufgeschlossen, motivierend, aufbauend.

Als Schüler am Gymnasium in Buxheim bei Memmingen hatte der junge Mann, der aus Leutkirch im Allgäu stammt, wo er am 5. Juli 1938 geboren wurde, die Salesianer kennengelernt. Mit 20 Jahren trat er in den Orden ein und studierte in Benediktbeuren Pädagogik und Theologie. 1969 wurde er zum Priester geweiht und arbeitete in den folgenden drei Jahren als Kaplan in der Don-Bosco-Pfarrei in Augsburg.

1972 kehrte der Pater nach Waldwinkel zurück. 30 Jahre lang war er als Verwaltungsleiter des Berufsbildungswerks tätig, wo Jugendliche mit körperlichen oder psychischen Einschränkungen in ihrer Ausbildung und Persönlichkeitsentwicklung gefördert werden. Von 1984 bis 2006 war er darüber hinaus Direktor der Salesianergemeinschaft in Waldwinkel.

Mit Herz und Verstand

Seine Mitbrüder und Weggefährten, die Mitarbeiter der Einrichtung und viele ehemalige Auszubildende schätzten ihn als einen Menschen, der seine Arbeit mit Verstand und einem großen Herzen für die anderen tat. Mit seinen vielfältigen praktischen Fähigkeiten erwies der Bauerssohn, den eine zupackende Hilfsbereitschaft auszeichnete, vielen Menschen wertvolle Dienste. Auch viele verschiedene Aufgaben in der Einrichtung wie in der Seelsorge bewältigte er, zuverlässig, konsequent.

Immer wieder in der Pfarrei ausgeholfen

Die Aschauer, für die er längst einer der Ihren war, konnten auf den Pater bauen. Als sein Mitbruder, Pfarrer Emil Fritz 1993 kurz vor Weihnachten starb, leitete Pater Dietrich neben seiner täglichen Arbeit im Berufsbildungswerk die Pfarrei, bis ihn 1995 sein Ordenskollege Hans Altmann als neuer Pfarrer ablöste.

Seit Jahren schwerkrank und pflegebedürftig

Bis vor drei Jahren half der Ordensgeistliche immer wieder als Seelsorger und Priester vor allem im Pfarrverband Aschau aus. Als er im Sommer 2019 sein 50-jähriges Priesterjubiläum feierte, war Pater Leonhard Dietrich schon von einer schweren Krankheit gezeichnet. Seit Längerem zunehmend pflegebedürftig, ging es in den letzten Wochen gesundheitlich immer weiter bergab.

An diesem Dienstag in der Früh wurde bekannt, dass er sich mit Corona angesteckt hatte. Bereits stark geschwächt, musste er in die Klinik gebracht werden, wo er wenige Stunden später starb.

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Pater Altmann hört auf

Die Aussegnung mit Rosenkranz findet am Dienstag, 24. November, um 19 Uhr statt. Das Requiem mit anschließender Beerdigung am Mittwoch, 25. November, um 14.30 Uhr. Eine Teilnahme am Gottesdienst ist nur mit Anmeldung möglich.

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