Trampoline sind ausverkauft - Ungeduldige Kunden bei Baumarkt-Öffnung nach Corona-Pause

Immer wieder mussten Kunden gestern vor den Baumärkten warten. Obwohl der Andrang nicht übergroß war, achteten die Marktleiter akribisch darauf, dass es in den Märkten und vor den Kassen nicht zu Staus kam. Honervogt
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Immer wieder mussten Kunden gestern vor den Baumärkten warten. Obwohl der Andrang nicht übergroß war, achteten die Marktleiter akribisch darauf, dass es in den Märkten und vor den Kassen nicht zu Staus kam. Honervogt

Die Baumarktleiter hatten mit einem größeren Ansturm gerechnet: Am Montag öffneten die Baumärkte im Landkreis Mühldorf erstmals seit der Schließung wegen der Corona-Krise. Obwohl nicht so viele kamen, wie erwartet, gab es Diskussionen und Unzufriedenheit. Manche wollten sich mit den vorgegebenen Sicherheitsvorschriften nicht anfreunden.

Mühldorf – Vielleicht liegt es am kalten Wind, der kurz vor 8 Uhr über den Parkplatz des Globus-Baumarkts in Mühldorf fegt, vielleicht an der Vorsicht vieler Menschen: Kaum 50 Kunden stehen vor dem Markt, um nach Wochen der Schließung wegen der Corona-Krise endlich wieder einkaufen zu können. „Weniger als erwartet“, urteilt Baumarktsleiter Bodo Schmitz, „ich hätte mit mehr gerechnet.“ Das gilt auch in Waldkraiburg, sagt Mario Heiberger, Marktleiter des Baywa Bau- und Gartencenters. Warteschlangen: Fehlanzeige.

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Die Stimmung ist trotzdem nicht entspannt. Immer wieder müssen die Mitarbeiter des Globus-Baumarkts die Maßnahmen rechtfertigen. Sie stehen zwischen Markierungen, Sperren, Hinweisplakaten, Waschbecken und Desinfektionsstation vor dem Markt zum Gespräch bereit. Der eine Kunde protestiert, weil er warten muss, obwohl der Markt nicht voll ist, ein anderer versteht nicht, warum er seine Kinder nicht mitnehmen darf, ein Dritter will unbedingt ohne Einkaufswagen rein. „Dabei sorgt der doch automatisch für Abstand“, sagt Schmitz. 

Manche Kunden sind unfreundlich

BayWa-Marktleiter Heiberger beschreibt die Kunden als „sehr ungeduldig“, manche als „unfreundlich. Sie mussten halt vier Wochen warten.“ Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma kontrollieren am Eingang, zählen die Einkaufswagen und   lassen maximal zwei Personen pro Wagen zu. „Familienausflüge werden unterbunden.“

Denn im Zentrum steht für die Marktleiter die Sicherheit von Kunden und Mitarbeitern. „Wir sind sehr professionell aufgestellt“, sagt Globus-Baumarkt-Chef Schmitz, „wir machen alles, damit nix passiert.“

Das zeigt sich schon bei den Einlassbestimmungen. Bei der BayWa dürften laut Verordnung 320 Kunden gleichzeitig rein, nach 100 schließt Heiberger die Türen. Im Mühldorfer Globus wären bis zu 500 erlaubt,  Schmitz bittet nach dem 150. Kunden um Geduld.

Sicherheitsleute reinigen die Einkaufswagen

In den Märkten stehen an vielen Stellen Desinfektionsmittel, bei Globus ist eine Mitarbeiterin nur damit beschäftigt, Aufenthaltsräume, Computer und Kassen zu desinfizieren. Bei der BayWa reinigen Sicherheitsleute die Einkaufswagen. Die Mitarbeiter in beiden Märkten arbeiten streng voneinander getrennt in Schichten, 15 sind es bei der BayWa knapp 40 im Globus.

Nur in Sachen Mundschutz unterscheiden sich die beiden Märkte. Beim Globus bleibt das Tragen für Mitarbeiter noch freiwillig, bei der BayWa ist es Pflicht. Für Kunden stellen beide Häuser Masken bereit.

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Am Montag drängte es die Kunden vor allem zum Gartenbereich. Pflanzen und Gartenerde waren besonders gefragt, dazu Baustoffe – und Kindertrampolins und Gartenpools. „Die Leute gehen wohl davon aus, dass sie ihre Kinder noch länger zu Hause beschäftigen müssen“, sagt Schmitz. Wer noch ein Trampolin sucht, ist am Dienstag wohl schon zu spät dran, in vielen Läden heißt es ausverkauft. Pflanzen, Ziegelsteine und Blumentöpfe gibt es dagegen ausreichend.

Lagerhäuser auch wieder für Privatkunden geöffnet

Für Landwirte waren die beiden Lagerhäuser der Raiffeisenbank Neumarkt-Reischach in Neumarkt-St Veit und Niederbergkirchen gibt, ohnehin geöffnet. Mit der Lockerung der Einschränkungen können jetzt auch wieder auch Privatkunden Dünger, Saatgut oder Erde kaufen. „Der Ansturm hält sich in Grenzen“, sagt Hermann Wimmer Lagerhausleiter in Neumarkt-St. Veit. Privatpersonen dürfen nur einzeln eintreten und müssen einen Mundschutz tragen. „Bisher verhalten sich die Leute auch ziemlich vernünftig.“

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