An toter Ehefrau vergangen?

Traunstein/Neumarkt St. Veit - Eine 39 Jahre alte Frau starb am 6. Juli 2013 auf gewaltsame Weise in einem Doppelhaus in Neumarkt St. Veit. Der mutmaßliche Täter, ihr 53-jähriger Ehemann, steht ab Dienstag, 11. Februar, für drei Verhandlungstage vor dem Schwurgericht Traunstein.

Das Besondere an dem Verbrechen: Der Täter soll sich an der Leiche der Getöteten vergangen haben. Und: Er lieferte den Leichnam selbst am folgenden Morgen bei der Polizei Mühldorf ab. Er meldete den Beamten, die Tote liege in seinem vor der Dienststelle geparkten Pkw.

Der Mann, der mit seiner zweiten Frau und drei gemeinsamen Kindern im Jugendlichen- und Heranwachsendenalter in Neumarkt-St. Veit lebte, legte ein Geständnis ab. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Traunstein kam der 53-Jährige in Untersuchungshaft. Das Jugendamt wurde zugezogen, um für die Kinder eine Betreuung zu organisieren.

Die Staatsanwaltschaft Traunstein hat den Fall nicht als Mord, sondern als Totschlag angeklagt. Dem Gewaltdelikt seien schon längere Zeit Streitigkeiten zwischen dem Ehepaar vorausgegangen, das zusammen eine Immobilienmaklerfirma betrieb. Die 39-Jährige hatte noch einen Nebenjob und angeblich ein Verhältnis mit einem anderen Mann.

Am Tattag ging der Angeklagte bis in den Nachmittag hinein seinen Geschäften nach. Bei einem Besuch in einem Café trank er viel Alkohol. Nach der Heimkehr - die gemeinsamen Kinder waren nicht im Haus - machte ihm seine Frau gemäß Anklage Vorwürfe wegen des Alkohols. Die 39-Jährige soll angekündigt haben, sie werde ihren Mann verlassen. Daraufhin soll der 53-Jährige das Opfer im Wohnzimmer gewürgt und durch Drücken des Knies auf den Hals getötet haben. Anschließend soll er sich laut Anklage im Schlafzimmer im ersten Stock an der Leiche vergangen haben. In den ersten Morgenstunden soll der Angeklagte die Tote in den Kofferraum seines Pkws gepackt und unter einer Decke verborgen haben. Seine von der Leiche im Auto nichts ahnende Tochter aus erster Ehe, die andernorts wohnte, fuhr den 53-Jährigen auf seine telefonische Bitte hin später zur Polizei, hatte der Angeklagte doch damals keinen Führerschein. kd

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