„1. Töginger Wirtschaftsgespräch“: Keine Flaute in den Auftragsbüchern

Trotz kriselnder Konjunktur in Bayern und Deutschland und demnächst fertiggestellter A 94 sehen die Teilnehmer des „1. Töginger Wirtschaftsgesprächs“ mehr Chancen als Probleme auf die Stadt am Innkanal zukommen. Becker
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Trotz kriselnder Konjunktur in Bayern und Deutschland und demnächst fertiggestellter A 94 sehen die Teilnehmer des „1. Töginger Wirtschaftsgesprächs“ mehr Chancen als Probleme auf die Stadt am Innkanal zukommen. Becker

Als geglückt bezeichnete Bürgermeister Tobias Windhorst (CSU) das „1. Töginger Wirtschaftsgespräch“. Nach einem Impulsvortrag des Leiters des Innkraftwerks, Klaus Schöler, über die zentrale Bedeutung der Energie für die Stadt in der Mitte der beiden Kreisstädte, gab es eine spannende Diskussion.

Töging –  Der Einladung des Geschäftsführers der Kreishandwerkerschaft und des Gründerzentrums Töging, Markus Saller, sowie dem Hausherren im Seminarzentrum Netzwerk, Johannes Demmelhuber, waren rund 50 Vertreter von Politik, Wirtschaft und Verbänden aus den Landkreisen Mühldorf und Altötting sowie deren Nachbarschaft gefolgt, um sich über die Chancen und Möglichkeiten am Wirtschaftsstandort Töging zu unterhalten. Moderiert wurde das Panel, an dem neben Windhorst, Schöler, Saller und Demmelhuber auch die in Töging erfolgreichen Geschäftsführer Georg Senftl und Norbert Maier sowie der Landtagsabgeordnete Dr. Martin Huber teilnahmen, vom Altöttinger Berufschulleiter Carlo Dirschedel.

Konjunkturelle Flaute meistens nicht zu spüren

Das Gespräch kam mit der Frage ins Rollen, ob im täglichen Geschäft die konjunkturelle Flaute der Automobilindustrie bereits zu spüren sei. Immerhin arbeiten die erfolgreichen Unternehmen ViscoTec und RVT teils direkt mit der Automobilindustrie zusammen, und auch Baierl&Demmelhuber hängt mit seiner Spezialisierung auf den innovativen Innenausbau von Gebäuden indirekt an Bayerns Schrittmacherindustrie.+++ Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion.Jetzt Newsletter ausprobieren!+++

Tatsächlich bestätigte Georg Senftl: „Das Geschäft mit der Zulieferindustrie in Europa läuft zäher“. Da sich ViscoTec aber mit Zähigkeit bestens auskenne und zudem international gut aufgestellt sei, ist sein Unternehmen keineswegs in der Krise. Ähnliches bestätigte auch Norbert Maier von RVT, die mit ihren teils gigantischen Spezialanlagen zur Mischung von Werkstoffen und deren Wartung immer gut ausgelastet seien. Markus Saller sieht die Region dank der wirtschaftlichen Attraktivität sogar mit Zuzug konfrontiert, sodass „in den Auftragsbüchern der Bauinnung keine Flaute zu erkennen“ sei.

Wohnraum muss günstig bleiben

In diesem Zusammenhang forderte Johannes Demmelbauer: „Wir müssen uns weiter entwickeln, aber schauen, dass der Wohnpreis günstig bleibt!“. Denn trotz günstiger Zinsen bei den Banken werde es problematischer, zu bauen.

Bürgermeister Windhorst, der mit dem Stadtrat bereits eine Vielzahl an Wohnbauprojekten angestoßen oder begünstigt hat, setzte entgegen: „Das ist in München aber doch noch viel komplizierter!“. Er erwartet zwar künftig „Pensionierungswellen“ in den industriellen Großbetrieben, zeigte sich aber zuversichtlich, dass der externe „Personaldruck“ durch die gut ausgebildeten und von hier stammenden Facharbeiter großteils gedeckt werden könne. Dr. Martin Huber hält es jedoch für wichtig, dass die Region sich ihre Identität als ländlicher Raum erhält: „Auf dem Land kann jeder eine Heimat finden“.

Fortsetzung der Wirtschaftsgespräche im nächsten Jahr

Zur Erhaltung von Natur um Umwelt möchte auch Klaus Schöler mit seinem CO2-freien Kraftwerksbetrieb in Töging beitragen: „Wir hatten schwierige Jahre mit niedrigen Energiepreisen“, blickt der Werksleiter mit positiven Blick in die Zukunft.

Nach der Podiumsdiskussion gab es für alle Teilnehmer im lockeren Ambiente bei Musik und Köstlichkeiten die Möglichkeit, persönliche Kontakte zu knüpfen. Die Veranstaltung wurde von den Beteiligten als Erfolg gewertet, weshalb man sich auf eine Fortsetzung im kommenden Jahr freut.

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