Töginger Schüler bastelt „Helferlein“ für mehr Struktur

Leon-Elias Sterlwollte sich besser organisieren und programmierte sich selbst den „Task Order Manager“. Sterl

Während viele Schüler mit dem derzeit notwendigen Homeschooling hadern, hat der 17-jährige Gymnasiast Leon-Elias Sterl diese Zeit auch noch genutzt, ein Computerprogramm zu entwickeln, das mehr Struktur in den Homeschooling-Alltag bringen soll; den „Task Order Manager“.

Töging –  Schulen und Lehrkräfte investieren aktuell viel Zeit und Mühe, um Kinder und Jugendliche online mit Lerninhalten zu versorgen, die sie ihnen sonst im Klassenzimmer vermitteln sollen. Dabei stellen so manche Eltern fest, dass ihre Sprößlinge das eine oder andere Mal den Überblick verlieren wann sie welche Aufgabe in welchem Fach erledigen müssen.

Wenn dann noch weitere Aufgaben mit neuen Abgabefristen dazukommen, wäre es gut, wenn man einen digitalen Planer zur Hand hätte, der den Überblick behält und im Idealfall auch nach die Abgabefristen in chronologischer Folge ordnet.

Kurzerhand selbst ein Programm entworfen

Das dachte sich auch der 17-jährige Leon-Elias Sterl. Als er im Netz keine Anwendungen finden konnte, die passgenau seine Anforderungen erfüllt, fasste er den Entschluss: „Da programmiere ich selber was.“ Dabei kam ihm zugute, dass er sich im Informatikunterricht sowieso gerade mit der Programmiersprache Java beschäftigte und ihm sein Informatiklehrer Stefan Wessely online beratend zur Seite stand. +++ Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion.Jetzt Newsletter ausprobieren! +++

Neben dem normalen Lernpensum hat Leon-Elias Sterl die vergangenen sechs Wochen genutzt, intensiv an seinem Programm zu arbeiten. So beschreibt seine Mutter Sabina Sterl, dass ihr Sohn frühmorgens aufstand, sich an seinen Schreibtisch setzte und diesen erst am Abend wieder verließ. „Ich wollte das Programm schnellstmöglich fertig bekommen. Deswegen ist es relativ einfach, aber dafür auch einfach in der Anwendung“, so Leon-Elias Sterl.

Der „Task Order Manager“, abgekürzt TOM, kann Schülern jeder Jahrgangsstufe und jeder Schulart helfen, sich gut zu organisieren und Struktur ins Online-Lernen zu bringen. Das Tool ist aber auch nach dem Homeschooling noch nützlich. „Das Programm können auch Erwachsene nützen, da ich es nicht speziell für Schulfächer entwickelt habe“, sagt der 17-jährige Schüler des Mühldorfer Ruperti-Gymnasiums. Man kann damit praktisch alles verwalten, beispielsweise Aufgaben im Beruf oder auch im Haushalt. Zusätzlich zu den jeweiligen Fälligkeitsdaten kann der Benutzer auch seine persönlichen Prioritäten setzen.

„Task Order Manager“ ist frei zugänglich

Leon-Elias Sterl wünscht sich, dass sein „Task Order Manager“ möglichst vielen Menschen von Nutzen ist. Deshalb ist das Programm auch frei zugänglich und kann auf der Homepage des Ruperti-Gymnasiums unter www.ruperti-gymnasium.de - Service - Lernen zu Hause heruntergeladen werden.

Für den 17-jährigen Gymnasiasten war die Entwicklung dieses Programmes eine ganz neue Erfahrung. So hat er eigentlich mit dem Gedanken geliebäugelt, sich nach dem Abitur mit Elektrotechnik auseinanderzusetzen. Vielleicht führt ihn jetzt allerdings der Weg in die Informatik. Oder er geht in einen Lehrberuf; schließlich hilft er in seiner Freizeit erwachsenen, älteren Personen im Umgang mit dem Computer.

Doch erst einmal hat er wieder Zeit, sich seinen Hobbies wie Schlagzeug spielen, Klettern oder Fahrrad fahren zu widmen. Möglicherweise hat er auch bald wieder Lust, TOM weiterzuentwickeln.

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