Töginger Bauausschuss will Engstellen reduzieren und genehmigt eine neue

An der Töginger Hauptstraße können im ehemaligen Witt Weiden vier Eigentumswohnungen und ein Büro nach den Vorstellungen der Bauherren entstehen.
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An der Töginger Hauptstraße können im ehemaligen Witt Weiden vier Eigentumswohnungen und ein Büro nach den Vorstellungen der Bauherren entstehen.

Die Engstellen im Stadtgebiet sollen reduziert werden. Das hat sich der Töginger Bauausschuss vorgenommen. Um Baurecht auf einem Grundstück an der Hauptstraße zu schaffen, wird’s an dieser Stelle aber wieder eng.

Töging – Gleich mehrere Anträge bezüglich Engstellen im Gemeindegebiet haben den Töginger Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung bschäftigt.

Papierentsorger fährt Straße nicht mehr an

„Besonders in der Siedlung haben wir das Problem an mehreren Stellen schon seit Jahrzehnten“, erklärte Bürgermeister Tobias Windhorst in Bezug auf eine Anfrage des SPD-Stadrates Marco Harrer, dass der Papierentsorger künftig die Anrainer der Paul-Ehrlich-Straße nicht mehr direkt anfahren wird.

Ein entsprechendes Schreiben der vom Landratsamt mit der Entsorgung beauftragten Firma hatte in den vergangenen Wochen die Anwohner erreicht: Für das neue, vierachsige Fahrzeug sei die Straße zu eng. Die Anwohner müssen ihre Papiertonnen daher künftig selbständig an die Dortmunder Straße fahren, wo sie dann geleert werden.

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Doch schon zum Auftakt der Sitzung hatte der Bürgermeister die Stadträte zu einem Ortstermin in die Max-Eyth-Straße geladen, wo die Kommunalpolitiker den dortigen Gehsteig besichtigten. Dieser solle, wie ebenfalls der Gehsteig in der Heinrich-Hertz-Straße, nach der Verlegung von Erdgasleistungen nicht mehr wiederhergestellt, sondern völlig zurückgebaut werden.

Weniger Versiegelung – Durchfahrt einfacher

Anstatt dessen sollen eine Entwässerungsrinne und der Gehwegsbereich auf dem Straßenniveau gepflastert werden. Dies hat nicht nur den Vorteil, dass die Versiegelung der Flächen verringert wird, sondern es vereinfacht auch die Durchfahrt und schafft sogar Parkmöglichkeiten. Dem Antrag wurde auf der anschließenden Sitzung daher einstimmig zugestimmt.

Parkplätze wieder auf Privatgrund

Dass ihm das Parken auf den öffentlichen Flächen durch die in den letzten Jahren stark gestiegene Anzahl an Privatfahrzeugen ein Dorn im Auge ist, machte Windhorst anschließend klar. Eine vom Baureferat vorgelegte Muster-Stellplatzsatzung soll künftige Bauherren dazu verpflichten, mehr Stellplätze direkt auf dem Privatgrund zu schaffen, anstatt das Problem auf die öffentlichen Straßen abzuwälzen.

Zwei Stellplätze pro Wohneinheit

Grundsätzlich sei nämlich pro Wohneinheit nur ein Stellplatz zu schaffen. Laut dem Vorschlag soll dieser Wert nun auf zwei Stellplätze pro Wohneinheit angehoben werden. „Ausnahmen kann man immer noch genehmigen, aber so wird der Stadtrat wieder Herr der Verfahrens“, erklärte der Bürgermeister den Vorschlag.

Da der Satzungsvorschlag vorsah, dass Bauherren für 3000 Euro eine Stellplatzfläche vom öffentlichen Grund ablösen können, schlug Stefan Franzl (SPD)vor, diesen Betrag auf „mindestens 5000 Euro“ anzuheben, „weil es sonst günstiger ist, als was Neues zu schaffen“. Dem stimmten auch andere Räte zu. Umweltreferent Stefan Blaschke(CSU) erklärte, dass er das allein schon aus rettungsdienstlicher Sicht für überfällig hält.

Mit in den Entwurf aufgenommen wurde auch der Vorschlag von Gerd Pfrombeck (CSU), dass die Stadt prüfen solle, wie einer der beiden Parkplätze auf dem oberirdischen Privatgrundstück zu schaffen sei. „In der Praxis fährt doch kein Bewohner tagsüber in die Tiefgarage!“, begründete der Stadtrat seinen Vorschlag. Dem Antrag zur Ausarbeitung solch einer Satzung stimmte nur Klaus Maier (FW) nicht zu.

Reicht der Platz für den Bürgersteig?

Zu einer letzten Diskussion um Engstellen kam es im Zuge eines nachträglichen Bauantrags für vier Eigentumswohnungen und ein Büro. Dabei soll nämlich der Laubengang beim ehemaligen Witt Weiden an der Hauptstraße zur künftigen Außenmauer des Erdgeschosses werden. „Da ist dann aber nicht mehr viel Platz auf dem Bürgersteig!“, bemängelte Baureferent Josef Neuberger (FW).

Bürgermeister greift zum Meterstab

Kurzerhand gab es einen zweiten Außentermin, da sich die Baustelle in direkter Nähe zum Sitzungssaal befindet. Nachdem Bürgermeister Windhorst selbst ausgemessen hatte, dass auf dem Bürgersteig „wohl mindestens 1,20 Meter verbleiben“, stimmten die Stadträte anschließend dennoch einstimmig zu, dem schon teilweise im Bau befindlichen Vorhaben das Einvernehmen zu erteilen. pbj

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