Taufkirchens ältester Verein: 1837 wird die KSK als Verein für „Militärabschieder“ gegründet

Vorsitzender Konrad Stenger (rechts) und stellvertretender Vorsitzender Hans Fill (links) mit einer Gedenktafel aus dem Jahr 1918.Fill
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Vorsitzender Konrad Stenger (rechts) und stellvertretender Vorsitzender Hans Fill (links) mit einer Gedenktafel aus dem Jahr 1918.Fill

Der älteste Verein in der Gemeinde Taufkirchen ist die Krieger- und Soldatenkameradschaft (KSK). Im Jahr 1837 wurde die Gründung eines Vereins für „Militärabschieder“ niedergeschrieben. Gegründet wurde er zur „Gewahrung des militärischen Geistes und Austausches froher Erinnerungen aus dem Soldatenleben“.

Von Marianne Fill

Taufkirchen – Der älteste Verein in der Gemeinde Taufkirchen ist die Krieger- und Soldatenkameradschaft. Bereits im Jahr 1837 wurde die Gründung eines Vereins für „Militärabschieder“ niedergeschrieben. Gegründet wurde der Verein zur „Gewahrung des militärischen Geistes und Austausches froher Erinnerungen aus dem Soldatenleben“, wie aus der Chronik des Vereins herausgeht.

Mit der Gründung wurde auch schon damals eine Vereinsfahne angeschafft, sie hat jetzt ihren Platz im Sitzungssaal des Rathauses. Geweiht wurde diese Fahne anlässlich des 50-jährigen Gründungsfest im Jahr 1887.

Kriegerdenkmal steht seit 1921

Nach dem Krieg von 1870/1871 wurde der Verein in „Militär- und Kriegerverein“ umbenannt. In der Chronik des sehr alten Vereins wird besonders erwähnt, dass beim 50-jährigen eine Abordnung des hohen Präsidiums aus München und die Veteranenmusikkapelle des Bundespräsidiums das Fest bereicherten.

1921 wurde ein Kriegerdenkmal an der Kirchenmauer errichtet und feierlich eingeweiht.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und als auch der letzte Heimkehrer wieder heimatlichen Boden betreten konnte, fand im Jahr 1950 eine große Heimkehrerfeier statt, bei der auch zahlreiche Veteranen des Ersten Weltkrieges anwesend waren. Weitere Vereinsfeste gab es in den Jahren 1952, 1972 und 1987. Der Verein trug damals schon den Namen „Krieger- und Soldatenkameradschaft Taufkirchen“.

2012 wurde das 175-jährige Bestehen gefeiert. Die KSK nahm mit großer Bereitschaft an der Ausstellung „100 Jahre 1. Weltkrieg“ im Jahr 2014 teil, die sehr viele Besucher verzeichnete. Sie bewunderten mit großem Interesse die Ausstellungsstücke.

Blick in die Gegenwart: Welche Bedeutung hat eine Krieger- und Soldatenkameradschaft in der heutigen Zeit? Dazu sagt die Vorstandschaft ganz klar, dass sie es weiterhin als Aufgabe der KSK sieht, bei Volkstrauertagen mit Kranzniederlegungen der gefallenen und vermissten Gemeindebürger zu gedenken. An solchen Tagen zitierte Taufkirchens Bürgermeister Jakob Bichlmaier immer wieder gerne die Worte seines Vaters, der den Krieg an der Front miterlebte: „Denk dro Bua: Ois derf kemma, nur koa Kriag mehr“.

Zweiter Weltkrieg fordert 102 Opfer

Im Krieg von 1870/71 gab es zwei tote Soldaten zu betrauern, im Ersten Weltkrieg waren es bereits 52 und im Zweiten Weltkrieg kamen 103 junge Männer nicht mehr nach Hause.

Dem Verein gehören heute noch zwei Veteranen an. Hans Spielhofer und Harry Braun erlebten den Horror des Zweiten Weltkrieges noch an der Front.

Allen verstorbenen Veteranen wird seit jeher ein ehrendes Gedenken zuteil: Mit drei Kanonenschüssen, dem Lied vom guten Kameraden und dem Senken der Vereinsfahne am offenen Grab werden Veteranen verabschiedet.

Fähnrich Matthias Grundner ist stolz auf die restaurierte Fahne aus dem Jahr 1837.

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