Stürmische Feier bei der Autobahneröffnung: „Heute ist ein historischer Tag“

Kämpfer für die A94, Günther Knoblauch, links, und Rupert Wiesböck aus Niederbergkirchen. Sie bringen am Montag ihre letzten Aufkleber an die Frau und an den Mann.

Viele Gäste bei der Eröffnung der A94 – Oldtimerfahrt, Proteste und ein Landrat, der die Beherrschung verliert.

Dorfen/Mühldorf – Stürmisch startete die Verkehrsfreigabe der A 94 auf dem Rastplatz Fürthholz-Nord. Dem Anlass angemessen präsentierte sich der Himmel bei der Raststätte weiß-blau. Ebenso weiß-blau zog der Neuöttinger Spielmannszug um 14.45 Uhr mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, Bayerns-Verkehrsminister Hans Reichhart, Staatssekretär Stephan Mayer und dem CSU-Landtagsabgeordneten Marcel Huber zum Festakt ein.

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Viele Alt-Bürgermeister, amtierende Bürgermeister, amtierende Landräte und ehemalige Bundes- und Landespolitiker aus dem Landkreis Mühldorf und der Region waren gekommen, dazu viele Bürgerinnen und Bürger aus der Region.

Die Wirtschaft in der Region vertrat Ingrid Obermeier-Osl: „Mit dem Lückenschluss sei ein verkehrspolitischer Meilenstein erreicht, der die überregionale Anbindung der Wirtschaft zwischen Inn und Salzach erheblich verbessert. Allein aus Industrie, Handel und Dienstleistungen werden über 14 000 regionale Betriebe von dem besseren Anschluss an das bayernweite Fernstraßennetz profitieren.“ Gleichzeitig bezeichnet die Unternehmerin die Fertigstellung der A 94 als eine Zäsur, für die künftige wirtschaftliche Entwicklung.

Knoblauch würdigt die Geschlossenheit

Altbürgermeister und Vorsitzender des Vereins „Ja zur A 94, Günther Knoblauch, stellte die Geschlossenheit der Region bei Kampf für die A 94 heraus. „Diese Geschlossenheit der gesamten Wirtschaft, Politik und Bevölkerung hat dazu geführt, dass die Autobahn Realität wurde. „

Scheuer: "Mein Mikro ist lauter als Eure Brüllerei"

Für Mühldorfs Landrat Georg Huber ist die Realisierung der A 94 endlich abgeschlossen. Diese Verkehrsverbindung ist ganz wichtig für unsere Region und ihre zukünftige Entwicklung. Georg Huber und Günther Knoblauch waren nicht als Redner vorgesehen, dafür Dorfens Bürgermeister Hans Grundner, der sich in seinem Grußwort als A 94-Befürworter präsentierte. Gerade die Stadt Dorfen und der Landkreis Erding gehörten zu den hartnäckigsten Gegnern.

Während der Rede von Verkehrsminister Andreas Scheuer meldeten sich auch Demonstranten und brüllten „Das ist kein Grund zum Feiern.“ Scheuer konterte: „Mein Mikro ist lauter, als ihre Brüllerei. Heute sind viele Gäste hier, wenn es nicht reicht, dann werden wir mit ihnen eine Leberkässemmel teilen. Gehen Sie zur Feuerwehr oder zum Rosten Kreuz und rücken sie zu einem schweren Unfall auf der B 12 aus. Das ist mit dem heutigen historischen Tag beendet.“

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Günther Knoblauch und der Verein „Ja zur A 94“, hatten über 100 Musikanten aus St. Wolfgang, Hohenlinden, Heldenstein, Ampfing, Mühldorf, Altötting, Neuöting und Eggenfelden organisiert, die gemeinsam bei dieser Freigabe spielten.

Die kirchliche Segnung nahmen Pater Janusz Gadk und die evangelische Pfarrerin Anette Schumacher.

Für die Gäste gab es Leberkäs-Semmeln, Schweinswürschtl, Fleischpflanzerl mit Brezen und dazu alkoholfreie Getränke und Tegernseer Bier. Nach der Durchschneidung der Bänder in den Farben schwarz, rot, gold und weiß-blau war die Verkehrsfreigabe der A 94 offiziell besiegelt. Im Anschluss starten die Verkehrsminister zu einer Fahrt mit Oldtimern auf die A 94 – was zugleich zum ersten Stau auf diesem Abschnitt der A 94 führte, der aber nach kurzer Zeit wieder aufgelöst werden konnte.

Die Autobahn wird am Dienstag, dem 01. Oktober, abschnittsweise freigegeben. Von München in Richtung Mühldorf können die Autofahrer voraussichtlich ab 12 Uhr die Schnellstraße nutzen, in Gegenrichtung nach München ab 16 Uhr.

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