Den Stress von der Seele singen:  Chorsänger von St. Nikolaus in Mühldorf vermissen Proben

Das Foto ist Geschichte, wann die Mühldorfer Sänger wieder proben oder auftrreeten können, fraglich. Chorleiter Michael Bachmann (links) hofft, dass es bald Hygienekonzepte für Chöre geben wird.
+
Das Foto ist Geschichte, wann die Mühldorfer Sänger wieder proben oder auftrreeten können, fraglich. Chorleiter Michael Bachmann (links) hofft, dass es bald Hygienekonzepte für Chöre geben wird.

Mühldorf – Wie viele andere Chöre warten auch die Sänger von St. Nikolaus auf die Erlaubnis, wieder singen zu dürfen. Chorleiter Michael Bachmann fürchtet, dass die Chöre nach einem Neustart vieles erst wieder neu erarbeiten müssen. Fragen an Chorleiter Michael Bachmann.

Wie haben Sie und Ihr Chor die Corona-Zeit überstanden?

Michael Bachmann: Von überstanden würde ich noch nicht sprechen, da leider immer noch nicht abzusehen ist, wann wir einen geregelten Probenbetrieb wieder aufnehmen dürfen. Die Absage aller Proben kam gefühlt sehr schnell, nachdem auch viele andere Veranstaltungen abgesagt wurden. Wir waren gerade dabei die anstehenden Hochfeste der Kar- und Osterzeit vorzubereiten und für das geplante Konzert mit Mozarts Requiem im Rahmen des Inn-Salzach Musiksommers zu proben. Nun liegt zunächst einmal alles auf Eis.

Chöre dürfen im Gegensatz zu anderen Musikern noch nicht proben. Sind Sie dafür, dass auch Chöre wieder zusammenkommen dürfen?

Bachmann: Ich würde mir wünschen, dass es bald auch ein Hygienekonzept für die Durchführung von Chorproben gibt. Die musikalische Arbeit mit den Chören fehlt nicht nur mir. Auch den Sängerinnen und Sängern fehlt das gemeinschaftliche Singen und die Auftritte mit Orchester zu den Hochfesten. Für viele ist Chorgesang ein wichtiger Bestandteil ihrer Freizeitgestaltung, ihres ehrenamtlichen Einsatzes und auch ein fester Anker um sich einmal die Woche den Stress des Alltags von der Seele zu singen. Die lange Probenabstinenz birgt auch die Gefahr, dass vieles vergessen wird und erst wieder erarbeitet werden muss.

Haben Sie Verständnis für die Hygiene- und Kontakbedenken gegen Chorproben?

Bachmann:Die Bedenken sind natürlich nicht von der Hand zu weisen wenn viele Menschen auf relativ kleinem Raum zusammenkommen. Wie ansteckend das Singen sein kann, haben verschiedene Studien untersucht, ich hoffe dass sich daraus bald praxistaugliche Regeln für die Probenarbeit der Chöre ergeben.

Lesen Sie auch: In all seiner romantischen Pracht

Wie könnte eine Probe aussehen und sicher durchgeführt werden?

Bachmann:Das müssen die zuständigen Behörden und Experten entscheiden. Ich denke dass eine ausreichende Größe und Belüftung der Probenräume entscheidend sein wird. Auch die Dauer einer Probe muss wahrscheinlich beschränkt werden. Ein erster Schritt wäre vielleicht mit einer kleineren Gruppe von Sängern zu Beginnen, um so beispielsweise Stimmproben zu ermöglichen.

Haben Sie konkrete Auftritts- und Stück-Projekte?

Bachmann:Diese Frage hängt stark davon ab, unter welchen Voraussetzungen Auftritte und Konzerte mit Chören und Orchestern in naher Zukunft stattfinden können. Das Proben nimmt die meiste Zeit in Anspruch, ist ja aber immer auf ein konkretes Ziel hin ausgerichtet. Daher wird es auch eine Herausforderung sein entsprechende Stücke zu finden, die unter den gegeben Auflagen realisierbar sind.

Kommentare