Der Streit schwelt weiter

Jürgen Kindler

Mühldorf –. Viele Mößlinger sind wegen der Sperrung der Brunnhuberstraße unversöhnlich.

Das zeigte sich auch bei der Bürgerversammlung im vollbesetzten Saal des Gasthauses Spirkl. Es gab viele weitere Wortmeldungen zum Thema Verkehr.

Nikolaus Schinker: Könnte man nicht in Mühldorf Süd eine Ausgabestelle für Gelbe Säcke einrichten?

Bürgermeisterin Marianne Zollner: Der Landkreis hat mit verschiedenen Stellen verhandelt, wo sie ausgelegt werden können. Wahrscheinlich hat sich im Süden niemand gefunden. Wir werden die Bitte an das Landratsamt weiter geben.

Jürgen Kindler: Die Radwege entlang der Mößlinger sind nur teilweise geräumt, zum Teil wird der Schnee auf ihnen abgelagert. Ich haben das nach vier Tagen im vergangenen Jahr der Stadt gemeldet, geschehen ist nichts.

Zollner: Die Radwege sind im Räumplan, aber es gibt eine Prioritätenliste. Wir werden intern besprechen, warum der Weg nicht geräumt wurde.

Peter Krumes: Bei uns stehen die Container zur Kindergartenerweiterung. Kommen die weg, wenn der Kindergarten an der Ahamer Straße fertig ist?

Zollner: Sie werden wohl zunächst weiter gebraucht. Im vergangenen Jahr haben 35 Eltern ihre Kinder nicht in die Schule gegeben, sondern weiter im Kindergarten gelassen. Deshalb mussten wir kurzfristig Platz schaffen. Wenn das vorbei ist, entsteht dort eine Grünfläche und vielleicht ein Spielplatz.

Maximilian Heinrich: Was tut die Stadt, damit auch ich mir später ein Haus bauen kann?

Zollner: Wir weisen weiterhin Baugebiete aus, lassen es aber etwas langsamer angehen. Dazu schauen wir, wo es in der Stadt noch freie Flächen gibt. Wir müssen ein vernünftiges Maß an Wachstum finden. Ich weiß, dass es für junge Leute nicht einfach ist und die Preise weiter steigen.

Annelise Zauner: Mich ärgert, dass die Aufzüge am Bahhof ständig kaputt sind. Wenn sie gehen, sind sie versifft.

Zollner: Das ist manchmal zum Haare raufen, ein Minuspunkt für die Stadt. Wir sind erst jetzt aus einem Wartungsvertrag mit der bisherigen Firma rausgekommen und haben eine neue Firma gefunden, die die Aufzüge möglichst schnell erneuern soll.

Edgar Sonntag: Das Verkehrsaufkommen auf der Mulfinger Straße ist sehr hoch, wegen der fünf Ampeln fahren da mehr Leute als auf der Nordtangente. Ab 6 Uhr morgens fahren schwere Lastwagen durch und die Stadt tut nichts. Seit fünf Jahren mahnen wir an, die Straße zu beruhigen. Es wird nichts für die Anwohner getan, das gilt auch für die Lorenz-Stobl-Straße und die Leinfelderstraße. Wollen Sie, dass die Anwohner klagen, wie in der Friedhofstraße?

Zollner: Das Problem ist bekannt, wir schauen uns das nochmal an. Am besten wäre eine Ortstempobeschränkung auf Tempo 30, aber das muss der Bund beschließen.

Mariane Peretzki: Durch die Sperrung der Brunnhuber straße ist viel Hass und Zwietracht gekommen. Das macht böses Blut. Man stellt nicht einfach Stempen hin, sondern redet mit den Leuten. Wenn Sie etwas für die Sicherheit tun wollen, machen sie eine Beleuchtung dorthin.

Zollner: Es gibt nicht immer eine Lösung, die für alle gut ist. Wir sehen es aber als vernünftige Lösung an – und so bleibt es auch. Durch die Siedlungsentwicklung im Norden ist die Brunnhuber straße keine Gemeindeverbindungsstraße mehr, sie hat ihren Charakter verändert. In der Demokratie gibt es Beschlüsse, die auch gelten, wenn sie mir nicht gefallen. Wir prüfen, ob wir dort Lampen aufstellen können, dazu brauchen wir aber etwas Grund. Ich bin sicher, den bekommen wir.

Rainer Peretzki:Was tun sie für einen sicheren Schulweg auf der Mößlinger Straße? Kinder müssen sie überqueren, wenn sie zur Bushaltestelle wollen.

Zollner: Wir haben auf der Mößlinger Straße durch vorübergehende Ausbuchtungen den Verkehr beruhigen wollen. Tempomessungen haben gezeigt, dass das nichts bringt. Wir suchen ständig Schulweghelfer, die wir ausbilden und bezahlen und den Kindern über die Straße helfen. Wenn das jemand machen möchte.

Sandro Heinze: Die Bushaltestelle an der Mulfinger Straße wurde verlegt und gegenüber ein Parkplatz markiert. Das ist Irrsinn! Außerdem parken viele außerhalb der Markierung in der abbiegenden Vorfahrt. Das müsste besser kontrolliert werden.

Zollner: Es ist nicht einfach, alle Interesen zu vereinen. Und wir können auch nicht überall kontrollieren. Es wäre einfacher, wenn sich alle an die Vorschriften halten. hon

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