Im Streit die Nase gebrochen: 59-Jähriger bekommt saftige Geldstrafe vom Amtsgericht Mühldorf 

Eine gebrochene Nase, ein Schädel-Hirn-Traume und jetzt 2800 Euro Geldstrafe: Das ist die Bilnz einer Auseinandersetzung zwischen zwei Männern, die vor dem Amtsgericht ihr Ende fand.
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Eine gebrochene Nase, ein Schädel-Hirn-Traume und jetzt 2800 Euro Geldstrafe: Das ist die Bilnz einer Auseinandersetzung zwischen zwei Männern, die vor dem Amtsgericht ihr Ende fand.
  • Hans Rath
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Ein 59-jähriger Dachdeckerhelfer aus dem Landkreis musste sich vor dem Mühldorfer Amtsgericht verantworten, weil er seinem Kontrahenten das Nasenbein gebrochen hatte. Richter Jürgen Branz verhängte eine saftige Geldstrafe.

Mühldorf – Die Vorgeschichte: Im Sommer des letzten Jahres trafen sich sechs Menschen im Süden Mühldorfs zu einer Geburtstagsfeier. Als die Getränke zur Neige gegangen waren, holte der Angeklagte an einer Tankstelle Nachschub – eine Flasche Whisky und zwei Liter Cola sowie Zigaretten.

Pöbeleien zwischen Bekannten

Auf dem Rückweg zur Party begegnete er einer Bekannten, mit der er zuletzt in Streitereien verwickelt gewesen war. Diese Bekannte, nach Aussage des 59-jährigen Mannes sei sie angetrunken gewesen, habe ihn angepöbelt und beleidigt. Ob sie ihn auch angespuckt hat, konnte nicht zweifelsfrei bewiesen werden. Es stand Aussage gegen Aussage.

Auseinandersetzung geht in die zweite Runde

Es kam schließlich zu einer Rangelei zwischen den beiden Widersachern: der kräftige, große Mann schubste die Frau zu Boden, sie landete im Schmutz. Der Lebensgefährte der Frau sah dies und attackierte den Dackdeckergehilfen.

Dieser war ihm jedoch körperlich überlegen und versetzte ihm drei Schläge ins Gesicht. Dabei brach das Nasenbein, das Opfer erlitt zusätzlich ein Schädel-Hirn-Trauma. Ein herbeigerufener Arzt wies den Verletzten zur Behandlung ins Klinikum Mühldorf ein.

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Die angespannte Lage beruhigte sich zunächst einmal. Die Freundin des Opfers wollte anschließend ihren Lebenspartner im Krankenhaus besuchen. Während sie auf das Taxi wartete, traf sie erneut auf den Angeklagten. Die Auseinandersetzung ging mit Beschimpfungen und Bedrohungen weiter. Die Polizei rückte an und nahm den 59-Jährigen mit auf die Wache, wo er vernommen wurde. Eine Alkoholkontrolle ergab einen Wert von 0,68 Promille.

Die Sicht des Staatsanwaltes

Staatsanwalt Gerhard Seehars klagte den Man wegen Beleidigung, Bedrohung und Körperverletzung an. Der Beschuldigte hatte sich keinen Rechtsbeistand genommen, er verteidigte sich selbst. Die beiden Opfer wurden ebenso von den Beamten vernommen wie ein Zeuge und der am Tatort eingesetzte Polizeibeamte. Summa summarum ergaben die Aussagen aber keine erhellenden Details, sodass die Anklagepunkte der Beleidigung und der Bedrohung fallen gelassen werden mussten.

Beleidigungnicht zu beweisen

Übrig blieb der Tatbestand der Körperverletzung. Der Geschädigte berichtete, dass er auch heute immer noch Schmerzen und Probleme mit seiner Nase habe. Die Staatsanwaltschaft forderte 70 Tagessätze zu 40 Euro.

Richter Branz folgte den Argumenten in seinem Urteil, der Angeklagte muss wegen der Körperverletzung 2800 Euro Strafe zahlen. Der Richter empfahl dem Angeklagten, den beiden Geschädigten in Zukunft aus dem Weg zu gehen. Da beide nach Töging gezogen sind, könnte dies sogar klappen.

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