ÜWG stocksauer nach Abstimmungen: „Der Wählerwille wird mit Füßen getreten!“

Hitzige Wahl des Zweiten und Dritten Bürgermeisters. Johann Schaumeier wird Stellvertreter und SPD-Bürgermeisterkandidat dritter Bürgermeister. Doch die Überparteilichen gehen leer aus.

Mettenheim – 949 Stimmen für Josef Eisner, 933 für Michael Mooshuber – knapper konnte die Stichwahl in Mettenheim nicht enden. Klar, dass die Überparteiliche Wählergruppe, denen sein Kontrahent Michael Mooshuber angehört, Chancen ausrechnete, einen der weiteren Bürgermeisterposten zu bekommen. Doch es kam anders. Zweimal stellte sich Marianne Lazarus zur Wahl des stellvertretenden Bürgermeisters, Zweimal fiel sie durch. Der Ärger darüber war bei der ÜWG so groß, dass sie sogar damit drohte, die Sitzung zu verlassen.

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Unter anderem wurde kritisiert, dass man das Wählervertrauen in Macht umgesetzt habe. Rudolf Kapser (ÜWG) äußerte, dass eine zukünftige Zusammenarbeit „der absolute Wahnsinn“ sei. „Der Wählerwille wird hier mit Füßen getreten“, beschwerte er sich. Er forderte das Gremium auf, dazu Stellung zu nehmen. Er wisse nicht, wie man hier in Zukunft weitermachen solle.

Einzig Gemeinderat Richard Obermeier (CSU) erklärte, dass diese Wahl seine Entscheidung sei und man diese akzeptieren könne oder auch nicht. Nach kurzer Diskussion beruhigten sie sich die Gemüter, die ÜWGler versuchten, Haltung zu bewahren und waren dann auch bis zum Schluss aktiv an der Sitzung beteiligt.

Zu Beginn herrschte noch Harmonie in der konstituierenden Sitzung in Mettenheim, die wegen Corona vom Sitzungsraum im Rathaus in den Saal des Kulturhofes verlegt worden war. Pünktlich um 19.30 Uhr eröffnete der neu gewählte Bürgermeister Josef Eisner (CSU) die Sitzung. Die Vereidigung Eisners übernahm Gemeinderatsmitglied Marianne Lazarus (ÜWG) mit einer kurzen Ansprache. Anschließend wurden die neu gewählten Gremiumsmitglieder Florian Gaspar, Marianne Lazarus und Claudia Hohenberger (alle ÜWG) Werner Hummel (CSU) sowie Hubert Sax und Ambros Seelos (beide JU) als zukünftige Gemeinderatsmitglieder von Bürgermeister Eisner (CSU) vereidigt.

Und auch bei der Frage, ob es einen Zweiten und Dritten Bürgermeister geben sollte, waren sich die Gemeinderäte noch einig (17:0). Danach aber sorgten die Entscheidungen im Gremium für Missstimmung.

Josef Guggenberger (CSU) schlug Johann Schaumeier (CSU) als Zweiten Bürgermeister vor. Er begründete seine Entscheidung damit, dass Johann Schaumeier bereits seit 24 Jahren Mitglied des Gemeinderat sei. Seine berufliche Tätigkeit habe sich so eingeschränkt, dass es ihm auch zeitlich möglich wäre, dieses Amt gewissenhaft zu übernehmen.

Michael Mooshuber (ÜWG) brachte Marianne Lazarus ins Spiel. Mit 1110 erhaltenen Stimmen sei der Wählerwille klar erkennen, so seine Begründung. Außerdem verfüge sie als ehemalige Beschäftigte im Rathaus, in der Leitung für Standesamt und Bauamt in der Gemeinde Mettenheim über viel Wissen. Ihre Erfahrung sei eine Bereicherung. Mit 11:6 Stimmen wurde Johann Schaumeier zum zweiten Bürgermeister gewählt.

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Für das Amt der Dritten Bürgermeisters hat Dietmar Aimer (SPD) dann Hans Auer vorgeschlagen, der bereits als Bürgermeisterkandidat aufgestellt worden war. Er könne sich gut einbringen, so Aimer. Michael Mooshuber (ÜWG) empfahl erneut Marianne Lazarus (ÜWG) vor. Doch auch diesmal erhielt ihr Gegenkandidat den Vorzug: Mit einem Abstimmungsergebnis von 10:7 wurde Hans Auer (SPD) zum Dritten Bürgermeister gewählt. Fassungslosigkeit bei der ÜWG, die damit den Wählerwillen nicht berücksichtigt sah.

Knatsch schon vor der Stichwahl

Schon vor der Stichwahl hatte es Knatsch in der Gemeindegegeben. Nachdem auf der Internetseite der ÜWG eine Art Flyer auftaucht war, auf dem die beiden Kandidaten verglichen und kein gutes Haar an dem CSU-Bewerber gelassen worden war, die Kompetenz des CSU-Kandidaten war derb in Frage gestellt worden. „Das war weit unter der Gürtellinie“, sagte Eisner damals. Zudem seien die Anschuldigungen „an den Haaren herbeigezogen“. Auch bei der ÜWG war damals schnell klar, dass der Verfasser des Flyers weit übers Ziel hinausgeschossen hatte. Michael Mooshuber versicherte, dass er von der Veröffentlichung nichts gewusst habe. Nach Mitteilung habe er den Beitrag damals sofort entfernen lassen. Mooshuber sagte auch, dass er versucht habe, mit Josef Eisner zu telefonieren, um sich zu entschuldigen, was zunächst nicht geklappt habe. Die Gräben sind also tief – bis heute.

Verbandsräte und Beauftragte:

Verbandsräte für den Zweckverband zur Wasserversorgung der Mettenheimer Gruppe:Richard Obermeier und Johann Schaumeier (beide CSU)

Jugendbeauftragter:

Hubert Sax (JU)

Familienbeauftragte:

Claudia Hohenberger (ÜWG)

Behindertenbeauftragter:

Hans Auer (SPD)

Sport- und

Vereinsbeauftragter:

Florian Gaspar (ÜWG)

Kulturbeauftragte:

Gertraud Schwarze (ÜWG)

Die Besetzung der Ausschüsse:

Bauausschuss. CSU: Johann Zehethofer, Werner Hummel; ÜWG: Rudolf Kapser, Marianne Lazarus; SPD: Dietmar Aimer; JU: Hubert Sax.

Rechnungsprüfungsausschuss. CSU: Josef Guggenberger (Vorsitzender), Johann Zehethofer; ÜWG: Claudia Hohenberger, Gertraud Schwarze, Florian Gaspar; JU: Ambros Seelos; SPD: Hans Auer.

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