Stimmungsvoller Abschied aus der alten Aula

Der Sängerbund unter der Leitung von Dietmar Lindner (rechts), im Vordergrund Hildegard Greipel, die weihnachtliche Texte vorlas. Rath

Mühldorf. – Die Zeichen standen auf Abschied: Zum letzten Mal trat der Sängerbund Mühldorf in der alten Berufsschulaula an der Inn straße auf – mit einem stimmungsvollen Adventskonzert.

Da die Aula energetisch gesehen nicht mehr auf dem neuesten Stand ist, wird sie im August 2020 abgerissen. Aber auch in der neuen Turnhalle der Berufsschule, welche eine Mehrzweckhalle sein wird, sei Platz für das allseits beliebte Adventskonzert des Sängerbunds, machte Schulleiter Maximilian Heimerl gleich zu Beginn des Konzerts deutlich.

Nach der Begrüßung durch die Vorsitzende Christl Mück wurde das Konzert mit Blasmusik durch die Mühlberg Musi eröffnet, einer kleineren Gruppierung der Blaskapelle Altmühldorf, die mit Posaune, Tuba, Tenorhorn und Akkordeon unter anderem „Maria durch den Dornwald ging“ oder „Kommet ihr Hirten“ intonierte.

Die Westacher Musi gründete sich 1978 in Isen und musiziert mit Instrumenten wie Akkordeon, Kontrabass, Hackbrett, Gitarre und Querflöte. Die Westacher Sänger bestehen wiederum aus vier Sängern, die von einer Harfe begleitet werden. Beide Gruppierungen traten abwechselnd auf, die vier Sänger deckten die Stimmlagen von Bass über Bariton bis hin zum Tenor ab.

Der Sängerbund unter der bewährten Leitung von Dietmar Lindner glänzte durch alpenländische Weihnachtslieder, die nicht unbedingt in Kaufhäusern zu hören sind, jedoch einen eigenen Charme versprühten. Sechs männliche und 22 weibliche Sänger, die in bayerischer Tracht auf der Bühne standen und zum Beispiel die Rorate „Der Heiland wird kommen und ziehen hinein“, „Der Traum vom hohen Weihnachtsbaum“ oder „Steht auf, ihr Hirten“ intonierten.

Ein Höhepunkt des Abends war der Auftritt des Kinder- und Jugendchores St. Pius unter der bewährten Leitung von Anna Angerer. Es gab zu hören: „Wandern durch den weißen Winterwald“, „Wer klopfet an“, „Bald ist Weihnachten“ und „Wir gehen nach Bethlehem“.

Zwischen den einzelnen Musikstücken las Hildegard Greipel in bewährter Manier auf Advent und Weihnachten einstimmende Texte, oft lustigen Charakters. So trug sie die Gedanken eines Besuchers der Christmette vor, dem es schien, dass ein Jahr schnell vorbeigehe, eine Stunde in der überfüllten Kirche aber sehr lang werden könne, „wenn die Sicht eingeschränkt ist, der Hintermann Knoblauch gegessen hat und einem selber das Sauerkraut, acht Mon Chéri und zwei Weißbier zu schaffen machen“.

Eine besonders beeindruckende Geschichte von Hildegard Greipel betraf die „4 Kerzen“: Die erste Kerze hieß Frieden, sie flackerte und erlosch, während die zweite Glauben hieß und durch einen Luftzug ausging. Die Liebe war die dritte Kerze und sie wurde nach einem letzten Aufflackern ausgelöscht. Da kam ein Kind in den Raum und wünschte sich von den Kerzen, dass sie brennen. Da sagte die vierte Kerze: Solange ich brenne, können wir die anderen Kerzen wieder anzünden. Ich heiße Hoffnung.“ Mit einem Streichholz, das es an der vierten Kerze entfachte, zündete das Kind die anderen drei Kerzen wieder an.

Ein schöner Gedanke, mit dem man nach zwei Stunden mit wundervoller Musik in die kalte Winternacht hinausging. Hans Rath

Kommentare