Stillstand nach dem Spatenstich: Wann geht es mit dem Kraiburger Naturbad weiter?

Kurz vor seinem Ausscheiden als Bürgermeister hat Dr. Herbert Heiml (fünfter von links) noch den Spatenstich zum geplanten Naturbad mit Gemeinderäten und Vertretern des Fördervereins Naturbad durchgeführt. Der Abbruch hat begonnen, aber aktuell ruhen die Arbeiten.
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Kurz vor seinem Ausscheiden als Bürgermeister hat Dr. Herbert Heiml (fünfter von links) noch den Spatenstich zum geplanten Naturbad mit Gemeinderäten und Vertretern des Fördervereins Naturbad durchgeführt. Der Abbruch hat begonnen, aber aktuell ruhen die Arbeiten.

Mit dem Bau des Kraiburger Naturbads geht es vorerst nicht weiter. Auf den letzten Drücker hat es Dr. Herbert Heiml noch in seiner Amtszeit als Bürgermeister geschafft, den Spatenstich zu setzen. Doch jetzt ruhen die Arbeiten – vor allem, um die Auszahlung der Fördermittel nicht zu gefährden.

Kraiburg – Denn um diese zu bekommen, muss alles entsprechend der Richtlinien abgewickelt werden.

Doch der Reihe nach: Knapp ein Jahr musste die Gemeinde auf die Förderzusage vom Bund warten. Im Juli vergangenen Jahres war Herbert Heiml eigens dafür nach Bonn gereist, um den Antrag zu erläutern. Doch aus verschiedenen Gründen verzögerte sich die Angelegenheit immer wieder. Mit dem Spatenstich sollte es endlich vorwärts gehen in Richtung Naturbad Kraiburg – fünf Jahre nachdem das alte Freibad auf Anraten des Gesundheitsamtes geschlossen worden war.

Arbeiten am Naturbad ruhen

Doch für die Maßnahme ist eine Ausschreibung nötig, was bislang nicht passiert ist. Sollten die Bauarbeiten weitergehen, könnte das bedeuten, dass am Ende kein Geld fließt. „Wir brauchen zuerst einen Planer für die Ausschreibung, um dieFördermittel nicht zu gefährden“, erklärte Bürgermeisterin Petra Jackl (CSU) in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Bis zum Herbst könnte es dauern, dass die Ausschreibungen auf den Weg gebracht werden. Eigentlich war es in der Sitzung um die Frage gegangen, ob die Gemeinde einen beschließenden Ausschuss für das Naturbad bilden soll. Eine entsprechende Bitte hatte der Förderverein Naturbad an die Gemeinde herangetragen. Ein Ausschuss ist nur eine Möglichkeit, eine andere ist ein Arbeitskreis. Eine Variante, die auch Petra Jackl bevorzugte. „Bis die nächsten Entscheidungen zum Naturbad getroffen werden, dauert es noch etwas. Für einen beschließenden Ausschuss sehe ich keine Notwendigkeit.“ Ein Arbeitskreis hätte den Vorteil, dass er dem Gemeinderat zuarbeiten würde, Mitglieder des Fördervereins könnten sich einbringen und als Multiplikatoren wirken. Die Entscheidung liege anders als bei einem beschließenden Ausschuss beim gesamten Gemeinderat.

Kamhuber: „Das Naturbad ist von allgemeinem Interesse“

Franz Kifinger (UWG) sah aber die Vorteile eines Ausschusses darin, schneller reagieren zu können. Ein Vorteil, der jetzt aber nicht zum Tragen kommt. „ES gibt gerade nichts zu beschließen“, sagte Petra Jackl. Erst nach den Ausschreibungen gebe es etwas zu beschließen. Bis es soweit ist, dauert es noch.

Wenn es soweit ist, wünscht sich Ernst Kirmeier (UWG) aber mehr Flexibilität vom Gemeinderat. „Wenn es losgeht, müssen wir das beschleunigen.“ In einen Arbeitskreis könne neben dem Gemeinderat auch der Förderverein miteinbezogen werden. Kritisch sah Dr. Ludwig Kamhuber einen beschließenden Ausschuss: „Das Naturbad ist von allgemeinem Interesse. Deshalb sollten auch alle involviert sein.“ Ein beschließender Ausschuss bietet diese Möglichkeit aber nicht. Wenn nötig sollten kurzfristig Sitzung einberufen werden, um Entscheidungen nicht zu verzögern. Dr. Sebastian Heiml (CSU) bezweifelte, dass ein Ausschuss „wirklich schneller ist“.

Bei Bedarf kurzfristige Sitzungen zum Thema Naturbad

Auch Werner Schreiber (SPD), der sich wie Ernst Kirmeier im Förderverein engagiert, sah aufgrund der Verzögerung keine Notwendigkeit für einen Ausschuss. „Wenn es vor Herbst ohnehin nichts zu tun gibt, dann ist ein Arbeitskreis eine gute Idee.“ Um keine Zeit zu verlieren, müsse der Gemeinderat dann bei Bedarf kurzfristig zusammenkommen. Die Idee eines Arbeitskreises unterstützte am Ende der gesamte Gemeinderat. Flexibilität erwartet Bürgermeisterin Petra Jackl ohnehin von ihrem Gremium – auch ohne Naturbad. „Es stehen so viele Themen an.“ Deshalb werde es Sitzung in kürzeren Intervallen oder auch innerhalb der Ferien geben. Bereits nächsten Dienstag, 30. Juni, kommt der Gemeinderat zu seiner nächsten Sitzung zusammen.

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