Mettenheim: Stichwahl-Wahlkampf artet in Streit aus

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In Mettenheim fahren ÜWG und CSU eine saubere Kampagnen – doch ein Flyer ändert das.

Mettenheim – Wer wird neuer Bürgermeister in der Gemeinde Mettenheim? Diese Frage wird am kommenden Sonntag beantwortet werden. Mit Hans Auer (SPD), Michael Mooshuber (ÜWG) und Josef Eisner (CSU) stellten sich am 15. März drei Kandidaten, von denen keiner die absolute Mehrheit der Stimmen erreichen konnte: Hans Auer erreichte 14,3 Prozent und war damit aus dem Rennen. Knapp war es bei den beiden anderen Kandidaten; Michael Mooshuber, der seit zwölf Jahren auch Dritter Bürgermeister der Gemeinde ist, vereinte 42,3 Prozent und Josef Eisner 43,4 Prozent auf sich. 

Damit müssen sich die beiden am Sonntag in einer Stichwahl noch einmal dem Wählerwillen stellen. Wegen der Auswirkungen der Corona-Krise mit den Ausgangsbeschränkungen war ein regulärer Wahlkampf mit öffentlichen Versammlungen, Infoständen und Ähnlichem nicht mehr möglich. „Wir haben es noch geschafft, einen Flyer vor der Ausgangsbeschränkung zu verteilen“, sagt ÜWG-Kandidat Michael Mooshuber. Josef Eisner setzte verstärkt auf die sozialen Netzwerke sowie die Homepage der CSU Mettenheim. 

ÜWG-Homepage sorgt für Wirbel 

Soweit so gut, doch am Samstag tauchte auf der Homepage der ÜWG eine Art Flyer auf, der für viel Wirbel sorgte. Dabei wurden die beiden Kandidaten verglichen und kein gutes Haar an dem CSU-Bewerber gelassen. „Das war weit unter der Gürtellinie“, sagt Josef Eisner. Zudem seien die Anschuldigungen „an den Haaren herbeigezogen“. Mehr wollte Eisner dazu nicht sagen und ergänzte nur, dass er und sein Team „ganz friedlich ihre Arbeit weitergemacht haben“. Bei der ÜWG war aber schnell klar, dass der Verfasser des Flyers weit übers Ziel hinausgeschossen ist. Michael Mooshuber versichert, dass er davon nichts gewusst habe. Er wurde am Samstagmorgen vom amtierenden Bürgermeister angerufen und hat erst dann auf die Homepage geschaut: „Ich habe den Beitrag sofort entfernen lassen. Wir haben bis dahin einen fairen und sauberen Wahlkampf gemacht.“ 

Mooshuber sagt auch, dass er versucht habe, mit Josef Eisner zu telefonieren, um sich zu entschuldigen. Das habe aber nicht geklappt. 

Zahlreiche Anfeindungen erlebt 

Danach folgte ein regelrechtes Spießrutenlaufen für Mooshuber. Der Beitrag war ungefähr von Freitagabend bis Samstagfrüh auf der Homepage und wurde dann entfernt; Zeit genug, dass er vielfach kopiert und weiterverbreitet wurde. Er sei angefeindet, seine Wahlplakate verschmiert und heruntergerissen worden. Mooshuber räumt ein, dass der Homepage-Eintrag ein großer Fehler war, doch die Reaktionen danach seien ebenfalls „unter der Gürtellinie gewesen“. Um die Wogen wieder zu glätten, ist jetzt auf der Homepage zu lesen: „Es wurde auf der Homepage der ÜWG ein Eintrag veröffentlicht, für den wir uns entschuldigen möchten. Insbesondere richtet sich die Entschuldigung an Eisner Josef.“

 ÜWG-Bürgermeisterkandidat Michael Mooshuber verspricht weiter, dass er sich auch in Zukunft dafür einsetzen werde, dass jeder im Gemeinderat entsprechend wertgeschätzt wird. Gleichzeitig übernimmt der Administrator der ÜWG-Homepage die Verantwortung für den Beitrag und entschuldigt sich „in aller Öffentlichkeit bei Herrn Eisner und Allen, die sich betroffen fühlen, in aller Form“ für die „unglücklich gewählte Wortwahl“, die er bei der Gegenüberstellung verwendet habe. Als Erklärung gibt der Administrator und Verfasser des Beitrages an: „In der Hektik von Firma, Corona und... habe ich den Artikel spät abends übertrieben scharf geschrieben und diesen versehentlich um ca. 22:30 Uhr leider noch veröffentlicht, ohne diesen vorher mit Michael Mooshuber abgestimmt zu haben.“ Die Entschuldigung schließt mit dem Wunsch, dass damit ein Beitrag geleistet werde, dass der Beitrag „bei der Stichwahl zur Bürgermeisterwahl keinerlei Einfluss nimmt“. 

Der Flyer hatte insofern Auswirkungen, dass laut Eisner sogar der SPD-Kandidat Hans Auer eine Wahlempfehlung für ihn ausgesprochen habe. Dass hingegen die Junge Union (JU), die selbst mit zwei Sitzen im Gemeinderat vertreten ist, eine Wahlempfehlung für Eisner ausgesprochen hat, ist weniger verwunderlich. Dennoch sind diese Wahlempfehlungen für Mooshuber „unterste Schublade“. 

Klappt Miteinander nach der Wahl? 

Er blickt schon ein bisschen weiter und fragt sich, wie eine vernünftige Zusammenarbeit im Gemeinderat nach der Stichwahl möglich sein kann. Schließlich werden Eisner, Auer und er auf alle Fälle in dem Gremium sitzen, ganz egal wie die Stichwahl ausgehen wird. Dennoch rechnet Josef Eisner mit einem knappen Wahlausgang, während Michael Mooshuber seine Chancen nach wie vor als „relativ gut“ einschätzt.

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