Für Sternenkinder und Frühchen - Mühldorfer Frauen häkeln Socken und Strampler im Miniformat

Viel Arbeit, damit auch die kleinsten bekleidet werden können: Birgit Bönisch, Andrea Brunnhuber, Andrea Lackner, Erika Zgoll und Angela Morin (von links) haben für Sternenkinder und ihre Eltern gehäckelt und gestrickt. Kretzko

Damit Eltern ihre zu früh oder tot geborenen Kinder bekleiden können, haben sich jetzt Frauen aus dem Ecksberger Werkstätten in Mühldorf an die Arbeit gemacht. Sie häckelten und strickten einen ganzen Berg kleinster Kleidungsstücke für Sternenkinder.

Mühldorf – Ein großer Berg an gestrickten und gehäkelten Schühchen, Mützchen, und Einschlagdecken fast in Puppengröße sind das Ergebnis von anderthalb Jahren Arbeit, die im Rahmen des Eingliederungsprogramms für psychisch Erkrankte in der am Mühldorfer Industriepark angesiedelten PEP-Werkstatt der Stiftung Eckberg geleistet wurde.

Verein „Herzenssache – Nähen für Sternchen und Frühchen“

Angela Morin, Erika Zgoll und Andrea Lackner sind stolz auf die vornehmlich von ihnen mit viel Liebe und Aufwand gefertigten Bekleidungsstücke in zarten Pastellfarben, wie sie Eltern von sogenannten Sternenkinder, die im Mutterleib oder kurz nach der Geburt gestorben sind, oder aber zu früh geborene Babys, Frühchen, brauchen.

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Birgit Bönisch, die seit fünf Jahren den Handarbeitskurs in der Stiftung Ecksberg leitet, stieß 2017 auf den bundesweiten Verein „Herzenssache – Nähen für Sternchen und Frühchen“ und war von dessen Anliegen so begeistert, dass sie ihn mit ihren Schützlingen fortan unterstützte.

Deshalb kooperiert sie auch mit Andrea Brunnhuber, der regionaler Ansprechpartnerin des Vereins, die sich über die Unterstützung der fleißigen Handarbeiterinnen freut, da die Industrie bisher kaum geeignete Bekleidung produziert und der Bedarf groß ist.

Ein würdevoller Abschied für die Sternenkinder

Den Eltern von Frühchen erleichtert es oft den wochenlangen Klinikaufenthalt, wenn sie ihren im Inkubator liegenden Babys kleine, passende und farbige Sachen anziehen können. Für die Eltern und Familienangehörigen der Sternenkinder, die auch mit einem Geburtsgewicht von unter 500 Gramm bestattet werden können, ermöglicht es einen würdevollen, liebevollen Abschied, wenn das Kleine in eine winzige Einschlagdecke oder ein sogenanntes Abschiedsboot gebettet wird.

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Aus diesem Grund ermunterte Brunnhuber die Frauen, auch weiterhin den Verein mit handgefertigten Bekleidungsstücken sowie individuellen Beigaben wie gehäkelten Engelsflügeln und Herzen zu unterstützen. Denn gerade diese persönlichen Dinge sind es, die einen besonderen Trost für betroffene Eltern darstellen.

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„Die ehrenamtliche Arbeit in unserem gemeinnützigen Verein ist wirklich Herzenssache und wird ausschließlich durch Spenden finanziert“, fügte Andrea Brunnhuber ihrem großen Dankeschön an alle an der Aktion Beteiligten hinzu.

Die freuen sich wiederum, vielen Sternenkindern und Frühchen mit ihrer Spende zu helfen, denn die Handarbeiten des Vereins finden bundesweit in Kliniken, bei Bestattern und Fotografen von „Dein Sternenkind“ reißenden Absatz – auch in unserer Region.

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