Aus der Traum

Mühldorf: Bleibt beim Stadtbus alles beim Alten? – Keiner will für eine Million Euro fahren

Keine guten Voraussetzungen für einen neuen Stadtbus: Durch Corona sind die Fahrgastzahlen um die Hälfte zurückgegangen.
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Keine guten Voraussetzungen für einen neuen Stadtbus: Durch Corona sind die Fahrgastzahlen um die Hälfte zurückgegangen.
  • Markus Honervogt
    vonMarkus Honervogt
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Der Traum vom besseren Stadtbussystem in Mühldorf scheint vorbei. Auf die Ausschreibung der Stadt hat sich kein Unternehmer beworben, eine Million Euro Ausgleichzahlung im Jahr scheinen zu wenig. Jetzt sucht die Stadt einen Ausweg, um den Stadtbus weiter fahren zu lassen.

Mühldorf – Stadtbus, der zweite Versuch: Am Donnerstag befasst sich der Verkehrsausschuss wieder mit dem Mühldorfer Stadtbus. Hintergrund: Es gab keinen Unternehmer, der sich um das neue Konzept beworben hätte. Das hatte Bürgermeister Michael Hetzl (UM) bereits vor Monaten auf Anfrage der Heimatzeitung gesagt. Jetzt legt die Stadt neue Vorschläge vor, wie ein Stadtbus in Mühldorf gestaltet werden könnte.

Eine Million Euro sind zu wenig

Mehr Haltestellen, ein Halbstundentakt, neue Bushäuschen, eine bessere Verbindung der Linien mit einem zentralen Umsteigepunkt, eine Million Euro Zuschuss an den Unternehmer: Das waren die Eckpunkte des neuen, jetzt endgültig gescheiterten Stadtbuskonzepts, das die Stadt bis Ende des Jahres einführen wollten. Es hätte durch höhere Einnahmen und einen Zuschuss von einer Million Euro von der Stadt an einen Busunternehmer finanziert werden sollen.

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Auf diese Ausschreibung hat sich laut Hetzl kein Unternehmer beworben. Der Grund: Die von der Stadt angebotene Ausgleichszahlung erscheint den Unternehmen zu niedrig. „In ergebnislosen Nachverhandlungen mit dem aktuellen Betreiber wurde seitens des Verkehrsunternehmers signalisiert, dass selbst bei den prognostizierten Fahrgastzuwächsen von 20 Prozent der gebotene Ausgleichsbetrag nicht auskömmlich sei“, schrieb Ordnungsamtsleiter Fritz Waldinger jetzt an die Stadträte.

Risiko, dass es noch teurer wird

Derzeit fährt der Stadtbus nach dem alten Konzept, nach Angaben der Stadtverwaltung sind die Fahrgastzahlen in diesem Zeitraum wegen der Corona-Krise um gut die Hälfte zurückgegangen. Nach Ablauf der Fristen könnte die Stadt das neue Konzept jetzt erneut ausschreiben und die Unternehmer dabei bitten, anzugeben, wie hoch eine Ausgleichszahlung sein müsste.

Busunternehmen direkt beauftragen

„Dadurch ergibt sich das Risiko einer finanziellen Mehrbelastung für einen Zeitraum für zehn Jahre“, schreibt Waldinger an die Stadträte. Denn bei einer Ausschreibung müsste die Stadt ein Angebot annehmen, egal wie hoch die geforderte Ausgleichszahlung ist; alle Angebote abzulehnen ist rechtlich nicht möglich.

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Alternativ ist laut Stadtverwaltung eine Direktvergabe an ein Unternehmen. Diese Möglichkeit gibt es, weil der Auftrag mit derzeit etwa 120 000 Kilometern Fahrleistungen als „Kleinauftrag“ gewertet wird. In diesem Fall würde das bestehende Stadtbuskonzept beibehalten.

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