Lockdowns bremsen Training

Sportbetrieb eingestellt oder nur noch online: Corona stellt TSV Ampfing vor große Probleme

Martina Wurzbacher zeigt online, wie es geht, fit zu bleiben.
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Martina Wurzbacher zeigt online, wie es geht, fit zu bleiben.
  • Rita Stettner
    vonRita Stettner
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Auch der TSV Ampfing mit seinen sechs Sparten leidet unter Corona. Das zeigt sich am verminderten oder sogar völlig eingestellten Sportbetrieb.

Ampfing – Der Vorsitzende Stefan Gillhuber ist glücklich über seine treuen Mitglieder. Bei diesen eingeschränkten Möglichkeiten der sportlichen Angebote haben zum Ende des Jahres 2020 nicht mehr Mitglieder als die Jahre davor gekündigt, so Gillhuber weiter. Derzeit hat der TSV 1226 Mitglieder; das sind 67 Mitglieder weniger als im Vorjahr.

Vorsitzender: Keine gravierenden finanziellen Probleme

Aufgrund der großzügigen Förderungen des Landkreises für den sportlichen Betrieb und der Gemeinde Ampfing für die Jugend habe der Verein keine gravierenden finanziellen Einbußen erlitten. Diese konnten auch durch viele Unterstützer aufgefangen werden.

TSV-Abteilungen mit wenig Alternativen

Zu den einzelnen Sparten berichtet der Vorsitzende: Ganz eingestellt hat derzeit die Tischtennisabteilung den Spielbetrieb. Die Karateabteilung konnte beim ersten Lockdown das Training online aufrecht erhalten. Nach der Pause in den Sommerferien startete die Abteilung in fast voller Mannschaftsstärke. Beim zweiten Lockdown versuchten die Karateka, an den ersten Onlineerfolg anzuknüpfen, was aber von wenig Erfolg gekrönt war. Derzeit ruht der Trainingsbetrieb auch hier.

Am härtesten trifft es die Kinder

Der Abteilung Ski erging es ähnlich. Alle Trainingseinheiten mussten nach kurzem Start abgebrochen und eingestellt werden. Am härtesten trifft es die Kinder, denn für sie ist ein Online-Training nicht möglich.

Für die Erwachsenen haben die Übungsleiter seit Januar auf ein Online-Training umgestellt. Dieses Training erfreut sich steigender Beliebtheit. Es können aber gerne noch mehr mit machen. Die Junggebliebenen bei Manfred Kneissl sind aufgrund des hohen Risikos frühzeitig aus dem Trainingsbetrieb ausgestiegen. Sie trainieren jedoch zu Hause unter Anleitung von Manfred Kneissl weiter.

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Das beliebte Kreiscup-Rennen konnte in der vergangenen Saison nicht mehr vollendet werden, selbst die Siegerehrung mit verkürzter Wertung war nicht mehr möglich. Die Vereinsmeisterschaft wurde ebenfalls ersatzlos gestrichen genau wie die Skikurse.

Training nur im Sommer möglich

Tennis- und Fußballabteilung konnten während des Lockdowns nicht trainieren, beziehungsweise den Spielbetrieb aufrecht erhalten. Unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen fand jedoch während des Sommers das Kinder- und Jugendtraining auf der Sportanlage statt.

Ebenfalls hart getroffen hat es die Kurse der Turnabteilung. Mit der Schließung der Turnhallen musste der komplette Betrieb eingestellt werden. Jedoch konnte die Sparte ihren Mitgliedern schnell eine annehmbare Lösung bieten und stellte weitgehend auf erweiterte Online-Präsenz um.

Übungen für Senioren

Erweitert wurde das Angebot mit Übungen für Senioren.

„Auch hier leiden besonders die Kinder. Ihnen geht die sportliche Betätigung und der Kontakt zu Gleichaltrigen ab“, sagt Turn-Abteilungsleiterin Martina Wurzbacher. So gut es geht, versuche die Abteilung das mit Bewegungs- und Bastelangeboten online aufzufangen.

„Aber das ist eben kein Ersatz für den persönlichen Kontakt. Man merkt, dass der Unmut wächst. Alle wollen sich einfach wieder treffen – egal auf welcher Schiene“, so Wurzbacher.

Hoffnung auf den Nach-Coronaschub

„Da bleibt nur die Hoffnung, dass nach Corona alle topmotiviert und sportlich ausgehungert zurückkommen und wieder die Angebote der einzelnen Abteilungen wahrnehmen. Auch über viele Neuanmeldungen würde sich der Verein sehr freuen“, so Stefan Gillhuber.

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