Bei Sonne reicht Töginger Haushalten der eigene Strom

Eine detaillierte Aufstellungvon Stromproduktion und -verbrauch des kommunalen Stromanbieters liefert der neue Energiemonitor. Bürgermeister Dr. Tobias Windhorst (rechts) lässt sich von StroTög-Geschäftsführer Florian Kulzer (links) informieren.
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Eine detaillierte Aufstellungvon Stromproduktion und -verbrauch des kommunalen Stromanbieters liefert der neue Energiemonitor. Bürgermeister Dr. Tobias Windhorst (rechts) lässt sich von StroTög-Geschäftsführer Florian Kulzer (links) informieren.

Das zeigt der StroTög-Energiemonitor. Stromproduktion und –verbrauch in Echtzeit sehen: Auf der Internetseite des kommunalen Stromanbieters StroTög gibt es einen neuen Service. In einem Energiemonitor sieht man die aktuelle Stromproduktion und den Energiehunger der Stadt.

Töging – An sonnigen Tagen kommen die Töginger Privathaushalte komplett mit dem eigenen Solarstrom aus. Das zeigt der StroTög-Energiemonitor. Stromproduktion und –verbrauch in Echtzeit sehen: Auf der Internetseite des kommunalen Stromanbieters StroTög gibt es einen neuen Service. In einem Energiemonitor sieht man die aktuelle Stromproduktion und den Energiehunger der Stadt. Das Töginger Wasserkraftwerk, das bis 2023 auf eine höhere Grundleistung gebracht wird, taucht darin zwar nur indirekt auf, doch über das Niederfrequenznetz, an das die Endverbraucher angeschlossen sind, ist eine detaillierte Übersicht des Töginger Strommix zu finden, die im Viertelstundentakt aktualisiert wird.

Dabei wird bei den Verbrauchern zwischen den Privathaushalten und den öffentlichen Anlagen, wie Rathaus, Bücherei oder der Straßenbeleuchtung sowie Industrie und Gewerbe unterschieden. „Mit dem Energiemonitor soll zunächst einmal die Sensibilität der Bürger für das Thema erhöht werden“, so StroTög-Geschäftsführer Florian Kulzer. „Dies ist Voraussetzung für weitere gezielte Maßnahmen zur Umsetzung der Energiewende.“

554 Photovoltaikanlagen liefern den notwendigen Strom

Die Daten liegen der StroTög so genau vor, weil die GmbH bei der Firmenauflösung der VAW in den 1990er Jahren als lokaler Stromanbieter erhalten wurde und auch die lokalen Netze besitzt und wartet. Sie gehört zur Hälfte der Stadt Töging und dem Bayernwerk. Die Stromerzeugung innerhalb dieses Netzes, das sich bis in den Gemeindebereich der Stadt Mühldorf hinein erstreckt, wird von zwei Biogasanlagen und 554 Photovoltaikanlagen erzeugt. +++ Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren! +++

Dabei befinden sich, wie der kaufmännische Leiter der StroTög, Robert Huber, erklärt, die meisten der Anlagen im Privatbesitz. Die installierte Gesamtleistung der PV-Anlagen beläuft sich auf beachtliche 9371 kWp. Allerdings besitzt auch die Stadt Töging einige Anlagen für Ökostrom, wie die Biogasanlage im Töginger Klärwerk, für die der Töginger Stadtrat schon seit Längerem eine Effizienzsteigerung plant. Im Haushaltsausschuss wurden dafür auch die Mittel bewilligt. Wie schon vor gut einem Jahr durch ein Gutachten bekannt wurde, läuft die Vergärung des Faulschlammes in der Anlage nicht optimal, weswegen das angeschlossene Blockheizkraftwerk zu wenig ausgelastet ist. Wenn man die Zahlen des Energiemonitors hochrechnet, wird die Kapazität der Anlage nur etwa zur Hälfte ausgenutzt. „Deshalb wollen wir da jetzt eine Rühranlage einbauen“, erklärt Bürgermeister Tobias Windhorst. Diese Maßnahme soll die Faulgasproduktion weiter erhöhen.

Dezentrale und regenerative Energieerzeugung ist bereits Realität

Bei den Photovoltaikanlagen ist die Effizienz durch die fehlende Produktion in der Nacht zwar noch geringer, trotzdem hat die Stromproduktion innerhalb des StroTög-Netzes seit Jahresbeginn die 25-Prozent-Marke nie unterschritten. Bürgermeister Tobias Windhorst ist erfreut darüber, dass „die Privathaushalte an Sonnentagen komplett mit dem eigenen Solarstrom auskommen“. Damit zeigt sich: Eine dezentrale und regenerative Energieerzeugung ist bereits heute Realität in vielen Kommunen – auch in Töging. Zwar hat man in der Gesamtbetrachtung, also mit der Nachtzeit, in der kein Solarstrom produziert wird, auch noch nie mehr als 50 Prozent des Gesamtverbrauchs erzielt.

Weitere PV- und Biogasanlagen helfen bei der Unabhängigkeit

Doch StroTög-Geschäftsführer Florian Kulzer möchte mit dem neuen Service die Bürger weiter für das Thema sensibilisieren und „die Voraussetzung für weitere gezielte Maßnahmen zur Umsetzung der Energiewende“ schaffen. Wären also beispielsweise noch weitere PV- und Biogasanlagen im StroTög-Netz installiert, könnte Töging tatsächlich seinen kompletten Strombedarf vor Ort decken. Um die Bürger und Hausbesitzer dabei zu unterstützen, bietet die StroTög über Subunternehmen einen Beratungsservice für die Planung einer eigenen PV-Anlage, eines Batteriespeichers oder von Ladesäulen an. Die Erstberatung ist dabei kostenlos.

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