Solarpark statt Mülldeponie: Landkreis Mühldorf investiert 710.000 Euro

Bei der Segnung des Solarparks von links. Max Heimerl. Hermann Hackner, Pfarrer Pawel Idkowiak und Sissi Schätz. Bauer

Die Energie GmbH des Landkreises Mühldorf hat auf der ehemaligen Mülldeponie Schachenwald einen Solarpark errichtet, der 749 KWp Leistung aufweist. Auf dem Gelände, das von 1983 bis 1992 als letzte Hausmülldeponie des Landkreises Mühldorf betrieben wurde, entstanden 2306 Module auf 396 Betonfundamenten. Die Kosten bezifferte Hermann Hackner, Geschäftsführer der Energie GmbH, mit 710.000 Euro. „Die Anlage ist in 15 Jahren abbezahlt“, bilanzierte Hackner.

Haag/Mühldorf – Der Geschäftsführer blickte auf den langen Weg für dieses Solarpark zurück. Bereits im Jahr 2013 wurde eine Machbarkeitsstudie für den Solapark an diesem Standort in Auftrag gegeben. Im Dezember 2018 wurde die Firma Coplan mit der finanztechnischen Untersuchung einer PV-Anlage beauftragt.

Landkreis steigert sich auf 70 Prozent

Im März 2019 fanden erste Gespräche mit den Beteiligten statt. Im Juni 2019 konnten wir den Auftrag an die Firma Coplan AG zum Bau des Solarparks geben“, berichtete Hackner. Im Februar 2020 wurde der Bauantrag beim Markt Haag eingereicht und nach der Erteilung der abfallrechtlichen Anzeige konnte am 20. April 2020 mit dem Bau der Anlage begonnen werden.

Der erzeugte Strom wird an die Kraftwerke Haag geliefert

„Mit dieser Anlage steigt die Stromproduktion aus den landkreiseigenen Photovoltaik-Anlagen des Landkreises von rund 35 Prozent auf nun 70 Prozent , gemessen am gesamten Stromverbrauch aller Liegenschaften “, stellte Landrat Max Heimerl heraus. Der Solarpark hier auf dem ehemaligen Deponiegelände in Haag mit 2300 Photovoltaikmodulen liefert im Schnitt soviel Strom wie gut 200 Mehrpersonenhaushalte pro Jahr verbrauchen.

Der Stromverbrauch aller Liegenschaften des Landkreises (Landratsamt, Gymnasien, Realschulen, Förderschule und Berufsschulen) liegt bei etwa 2.250.000 kWh pro Jahr. Ein Haushalt im Landkreis verbraucht im Durchschnitt etwa 3100 kWh im Jahr.

Nachhaltiges Wirtschaften

Landrat Max Heimerl: „Wenn wir die Klimaziele in Deutschland, in Europa und weltweit erreichen wollen, dann müssen wir die Energiewende aber auch nachhaltiges Wirtschaften, Produzieren und Leben vor Ort vorantreiben“

Mittlerweile stehen neun Solaranlagen auf landkreiseigenen Schulen und Gebäuden einschließlich des Landratsamts. Betrieben werden sie von der Energie GmbH. Dieser Solarpark im Schachenwald ist die erste Freiflächenanlage der Energie GmbH des Landkreises.

Die Energie GmbH des Landkreises wurde vor zen Jahren gegründet, um erneuerbare Energieprojekte voranzutreiben. Gründungsmitglieder sind neben dem Landkreis sie Stadtwerke Waldkraiburg, die Stadt Neumarkt-St. Veit sowie die Gemeinden Mettenheim und Heldenstein. Landrat Max Heimerl bedankte sich bei Haag Bürgermeisterin Sissi Schätz und der Marktgemeinde Haag fpür die Unterstützung und schnelle Bauleitplanung.

„Wir hatten schon nicht mehr gehofft, dass diese Anlage Realität wird, denn seit dem Jahr 2013 warten wir auf die Realisierung. Wir alle wissen, welcher Schandfleck die ehemalige Hausmülldeponie im Schachenwald war. Auch ich möchte mich für die hervorragende Zusammenarbeit zwischen dem Landratsamt, der Energie GmbH und uns sehr bedanken“, sagte die Bürgermeisterin.

Dank an Dr. Marcel Huber

„Und nicht zuletzt ein ganz herzliches Dankeschön an Dr. Marcel Huber, der seinerzeit noch als Umweltminister einen Solarpark auf der Altdeponie Haag favorisierte und sich mit aller Kraft dafür einsetzte. Der lange Atem hat sich ausgezahlt“, stellte Heimerl heraus. Auf dem Gelände der ehemaligen Mülldeponie wird neben dem Solarpark auch die Gasverstromung genutzt. „Damit hat sich der ehemalige Schandfleck zu einem Zetrum für alternative Energien gewandelt“, erklärte Schätz.

Die kirchliche Segnung der Anlage nahm Pfarrer Pawel Idkowiak vor.

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