„Wo man singt, da lass Dich nieder“: Viel Gesang, Musik und auch Sachen zum Nachdenken

Ein Handwerksburschin entsprechender Kleidung, Josef Eisenschmid, brachte mit seinen Witzen das Publikum zum Lachen. Sutherland

Schon die Kleinsten musizieren munter mit. Doch beim Gemeinde-Hoagart in Obertaufkirchen gibt es in diesem Jahr auch zwei Wermutstropfen: Erstmals mussten die Künstler ohne Michael Reiser und Agathe Bauer auskommen.

Obertaufkirchen – Mit einem vollen Programm glänzte der Gemeinde-Hoagart’n in Obertaufkirchen. Einmal im Jahr findet die Veranstaltung statt, viele volkstümliche Gruppen drängten auch dieses Mal wieder auf die Bühne. Mit 26 Programmpunkten schufen die Blasmusik „De Andern & i“, die Ornautaler Musikanten, der Frauenchor, die Kinder der vierten Klasse und viele andere ein abwechslungsreiches und lustiges Programm mit gemütlicher Atmosphäre.

„Wo man singt, da lass Dich nieder“ – mit diesem Zitat eines Volksliedes empfing Bürgermeister Franz Ehgartner die Gäste in der Aula der Schule, die bis auf den letzten Platz gefüllt war. Mit einem lebhaften Stück, der „Kuschelpolka“ stimmte die Blasmusik „De Andern & i“ die Zuhörer ein. Die Kinder der Klasse 4 a der Grundschule hatten einen herzigen Auftritt mit dem Lied „Mia san hoid de lustigen Hammerschmiedgselln“.

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Sicherlich noch lang erinnern wird man sich auch an Franz Ernst, der sich mal lustig und mal leise über verschiedene Berufe, wie zum Beispiel den Totengräber ausließ, oder – etwas makaber – über die unterschiedlichen Arten zu sterben. Demnach gebe der Koch den Löffel ab, der Beamte entschlafe dafür sanft. Für die Marianische Männerkongregation hatte Franz Ernst einen Text für ein Haberfeldtreiben zusammengestellt. Maskiert und mit laut scheppernden Kuhglocken sagten die Haberfeldtreiber, „was gesagt werden muss“. Der Bezug zu aktuellen Themen, wie der Autobahn und heulenden Sirenen bei Nacht bekam großen Applaus. Wobei die Autobahn als störend, die Sirenen als notwendig gesehen wurden.

Zu anheimelnder Stimmung trugen die Ornautaler Musikanten unter der Leitung von Gertraud Gaigl bei, mit ihrem „Reichenfelder Boarischen“. Besonders harmonisch war der Zusammenklang mit den hellen Stimmen des Frauenchors, dieser unter der Leitung von Elisabeth Auer. Der A Cappella Chorgesang der SV „Rimbachquelle“ Hofgiebing, kam gut an mit Lokalkolorit und wiedererkennbaren Figuren in einem selbst getexteten Lied. Viel Stimmung brachte der DreiXang mit Musik zum Mitsingen im Refrain.

Witziges vom Handwerksburschen

Ein Handwerksbursch in traditioneller Kleidung, Josef Eisenschmid, brachte mit seinen Witzen das Publikum zum Lachen. Die Landfrauen Obertaufkirchen unterhielten mit dem Sketch, „Weils uns ned gibt.“ Sie machten deutlich: Sie sind kein eingetragener Verein, stellen aber dennoch viel auf die Beine.

Traurig war, dass zwei Menschen nicht mehr dabei sein konnten. Michael Reiser, der kürzlich und unerwartet verstorben war und die ebenfalls verstorbene Agathe Bauer. Ihrer gedachten die Anwesenden mit dem Lied „Wahre Freundschaft“.

Kreisheimatpfleger Dr. Reinhard Baumgartner lobte die Teilnehmer, besonders die Kinder des Geigenduos, und stimmte in die besinnliche Atmosphäre mit einem Andachtsjodler ein, den alle mitsingen konnten. Feierlich klang so der Gemeinde-Hoagart’n aus.

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