Sie singen den Fans aus der Seele

Mit ihren Liedtexten treffen „Edmund“offensichtlich genau die Gefühlswelt von vielen Jugendlichen. Beim Konzert im Haberkasten sangen sie praktisch jeden Song begeistert mit. Schwarz

Mühldorf. –  Ein Pflichttermin für Teens war das Konzert von „Edmund“ im Haberkasten.

Edmund, wer? Österreichische Künstler, die Millionen Plays auf Videos haben, lassen sich fast an einer Hand abzählen: Wanda, Bilderbuch, Parov Stelar, Seiler & Speer, Pizzera & Jaus, Ina Regen – und eben „Edmund“. Kaum zu glauben, aber die junge Austropop-Formation schaffte es ohne große Radiopräsenz bei ihrem Song „Freindschoft“ über drei Millionen Youtube-Plays zu erreichen. Auch die beiden Videos „Rondstah“ und „Lebnsgfühl“ haben gemeinsam schon über eine Million Plays. „Edmund“, das sind die beiden Austropop-Musiker Markus Kadensky und Roman Messner, die schon Musik machen, seit sie zwölf beziehungsweise 13 Jahre alt sind. Zusammengebracht hat sie eine Jamsession, ein paar Monate später war „Edmund“ geboren. Markus Kadensky: „Wir kannten uns schon lange und wussten, dass wir beide Musik machen. Wir merkten bei der Session sofort, dass wir perfekt harmonieren – stimmlich, mit unseren Gitarren und auch auf menschlicher Ebene“. Wie beide betonen, ist ihr Bandname eine Ode an Kultfigur Edmund „Mundl“ Sackbauer aus der TV-Serie „Ein echter Wiener geht nicht unter“.

Aber was macht den Erfolg von „Edmund“ aus? Roman Messner und Markus Kadnesky schreiben wunderschöne zweistimmige Mundartsongs aus dem Bauch heraus, vereinen da rin das Beste des alten Aus tropop mit aktuellem Songwriting und treffen damit voll ins Schwarze. Sie singen in „Freindschoft“ über die wichtigste Konstante in ihrem Leben. Der Song „Zam oid wern“ ist eine Hymne darauf, sein Leben mit einem einzigartigen Partner zu verbringen. Sie drücken humoristisch in „Lebnsgfühl“ ihren Unmut über den Zwölf-Stunden-Tag aus und meinen, ein E-Card-Urlaub sei doch viel feiner.

„Büdl an da Wand“ handelt von einer gescheiterten Beziehung und arbeitet diese mit einem Augenzwinkern auf. „Prinzessin“ beschreibt die Liebe von einem Vater zu seiner Tochter. Das Album dreht sich ums Scheitern, ums Wiederaufstehen, und von Beziehungen, die nicht immer so einfach sind, wie man es sich wünschen würde.

Damit treffen sie offensichtlich den Nerv vieler Teens, die sie im Haberkasten natürlich auch einmal live erleben wollten. Sie nehmen kein Blatt vor den Mund und drücken Dinge oft sehr direkt und mit einer präzisen Sprache aus. Das dürfte auch genau das sein, was ihre Fans so an ihnen lieben, sie sprechen ihnen aus der Seele.

Dabei hatten sich die Musiker mit einer Band verstärkt und rockten im Haberkasten richtig los.

Als Support versuchte „Moni“, eine bayerische Singer-Songwriter-Hoffnung, das Publikum auf Betriebstemperatur zu bringen. Auch wenn sie –  genau wie „Edmund“ – einen Song über „Gin Tonic“ in ihrem Repertoire hatte, waren die meisten Besucher noch viel zu sehr mit ratschen oder Handy checken beschäftigt, als ihr zuhören zu können.

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