Es hat sich ausgeplanscht - Mühldorfer Freibad bleibt heuer wegen Corona wohl zu

Letzte Handlegen Bauarbeiter an das neue Planschbecken im Mühldorf Freibad an. Es hätte die neue Attraktion für Familien werden soll, doch daraus wird voraussichtlich heuer nichts. Mayer
  • Markus Honervogt
    vonMarkus Honervogt
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Das neue Planschbecken samt Wasserspielplatz hätte die neue Attraktion des Mühldorfer Freibads werden sollen. Doch daraus wird es wohl nichts. Die Stadtwerke als Betreiber des Bades gehen davon aus, dass es wegen Corona heuer geschlossen bleibt.

Mühldorf – Es hätte so schön sein können: Mit einem ganz neuen Planschbecken wollten die Stadtwerke in den nächsten Tagen die Badesaison 2020 eröffnen. Neue Attraktion hätte das Planschbecken sein sollen – doch daraus wird wohl nichts.

Abstand halten unmöglich

Das glaubt jedenfalls Stadtwerkechef Alfred Lehmann, dessen Unternehmen alle Mühldorfer Freizeitbetriebe führt, natürlich auch das Freibad. „Wir haben alles auf Vordermann gebracht und könnten theoretisch Anfang Mai eröffnen“, sagt er. Theoretisch. Denn von den derzeitigen Kontaktbestimmungen sind natürlich auch Freibäder betroffen. Und nicht nur im Mai oder Juni: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir das Bad heuer überhaupt öffnen.“

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Er nennt als Beispiel 3000 Besucher an heißen Tagen, darunter zahlreiche Kinder und Jugendliche. „Das sind Abstandsflächen nur schwer einzuhalten“, sagt er und meint wohl eher: gar nicht. Deshalb haben die Stadtwerke auch noch kein Wasser eingelassen, sie wollen abwarten, wie sich die Staatsregierung äußert. „Die hat sich bisher noch nicht geäußert.“

Planschbecken aus Edelstahl mit Wasserspielplatz

Mit einem neuen Planschbecken hätte das Bad heuer für Familien attraktiver werden sollen, bedauert Lehmann. Derzeit laufen die letzten Arbeiten, um das moderne Edelstahlbecken zu gestalten. Die Wasserfläche des alten Beckens wurde verkleinert, in dem so gewonnenen Bereich ein Wasserspielplatz gebaut, auf des es nur so blubbert, fließt und spritzt. Eigentlich. Denn über ein Probespritzen nach Abschluss der Arbeiten dürfte es heuer nicht hinaus gehen.

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17 Mitarbeiter beschäftigen die Stadtwerke bei den Freizeitbetrieben, zu denen neben den beiden Bädern, der Sauna auch Eisbahn und Innfähre gehören, die derzeit ebenfalls nicht fahren darf. Ab 1. Mai werden sie in Kurzarbeit gehen müssen, laut Lehmann bis Ende August.

Sollten die Bäder heuer nicht öffnen, fürchtet Lehmann einen Ansturm auf die Badeseen. Die seien zwar auch geschlossen und würden es wohl auch bleiben; er fragt sich aber, wer dort die Einhaltung der Vorschriften kontrolliert.

Stadtwerke rechnen mit Umsatzrückgang

Die Stadtwerke Mühldorf rechnen durch die Corona-Krise mit einem Rückgang des Stromumsatzes, dem stärksten Einnahmeposten des Unternehmens. „Der Stromverbrauch in Geschäften und Firmen geht zurück“, sagt Geschäftsführer Alfred Lehmann. „Und einige unserer Kunden werden es nicht schaffen, zu überleben.“ Vor allem für Gastrobetriebe sei es sehr schwierig. Zahlen zum Umsatzrückgang kann er allerdings noch nicht nennen.

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