Den ganzen Tag Corona nervt - Claus Fink lebt in der Stiftung Ecksberg

Claus Fink hat viel Zeit: Seit die Werkstätten in Ecksberg geschlossen sind, können Bewohner wie er auch am Tag die Frühlingssonne genießen.
  • Markus Honervogt
    vonMarkus Honervogt
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Corona hat auch das Leben der Menschen in der Behinderteneinrichtung Stiftung Ecksberg in Mühldorf verändert. Claus Fink lebt dort. Er hofft, dass die Krise bald vorüber geht.

Mühldorf – „Allmählich würde ich gerne wieder in die Arbeit gehen. Seit fast zwei Wochen sind die Werkstätten geschlossen, ich arbeite in der Metallwerkstatt. Seitdem bin ich in meiner Gruppe, wo wir mit 13 Leuten zusammen wohnen. Wir dürfen auch nicht mehr in die Stadt gehen und müssen auf dem Gelände der Stiftung bleiben.

Ein kleines Plus der Corona-Krise: Später aufstehen

Da wir nicht mehr zur Arbeit gehen, können wir morgens länger schlafen, ich gehe meist um halb Neun zum Frühstück. Das wird eine ganz schöne Umstellung, wenn wir nach Corona wieder morgens in die Werkstatt gehen und es um halb Sieben Frühstück gibt.

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Zeitung lesen ist Claus Fink während der Corona-Krise wichtig

Nach dem Frühstück verbringe ich viel Zeit vor dem Computer, um Zeitungsartikel zu übertragen, die ich interessant finde. Leider darf ich nicht alle Zeitungen aufheben, deshalb muss ich die wichtigen Sachen rausschreiben. Aus dem Mühldorfer Anzeiger habe ich zum Beispiel die Vorschriften für die Ausgangsbeschränkung abgeschrieben. Mich nervt aber, dass es den ganzen Tag im Fernsehen nichts anderes gibt, als Corona.

Pläne für die Zeit nach den Ausgangsbeschränkungen

Wenn die Krise vorbei ist, möchte ich den Arbeitsplatz wechseln und in der neuen Bäckerei anfangen. Die soll im Sommer eröffnen, schauen wir mal, ob das klappt. Am Anfang steht dann ein Praktikum, bei dem ich schauen kann, ob mir die Arbeit taugt. Das ist hier in Ecksberg immer so, wenn man die Arbeitsstelle wechseln will. Gefällt einem die neue Arbeit nicht, geht man halt wieder in die alte zurück.

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Eine Aufgabe habe ich aber auch in Corona-Zeiten: Ich schließe abends die Kapelle am Kronwidl zu. Das mache ich immer in der Dämmerung. Vor einigen Monaten hatte ich das vergessen und es ist mir nachts plötzlich eingefallen. Da bin ich dann um zwei Uhr hingegangen und habe zugesperrt.“

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