Mit 204 PS und sechs Zylinder von Buchbach nachBanjul: 7000 Kilometer für wohltätigen Zweck

Ankunft gestern Nachmittag:Die beiden Stefans – Stephan Bauer links und Stefan Schöberl rechts – vor dem Zwinger in Dresden. Heute um 9 Uhr fällt der Startschuss zur Rallye. 20 Tage werden sie unterwegs sein, bevor sie an ihrem Zielort in Gambia ankommen. 35 Firmen und Privatleute ünterstützen die beiden bei ihrer Reise nach Westafrika. Schöberl

Abenteuerlust und guter Zweck: Stephan Bauer und Stefan Schöberl bringen einen Ford Explorer nach Gambia. Warum sie damit einen wichtigen Beitrag zum Bau von Schulen, Krankenhäusern und Werkstätten leisten.

Buchbach – Hilfe mit Abenteuerlust verbinden – das haben sich die beiden Buchbacher Stephan Bauer (29 Jahre) und Stefan Schöberl (30) gedacht und sind bei der „Dresden - Dakar - Banjul- Challenge“ fündig geworden. Samstagmorgen, Punkt 9 Uhr, fällt der Startschuss für diese außergewöhnliche Rallye, die in Dresden startet und in Gambias Hauptstadt nach 7000 Kilometern enden wird. Sieben Länder werden die beiden Landkreisbürger dann hinter sich gelassen haben – wenn denn alles glatt läuft.

In 20 Tagen bis nach Westafrika

Seit Donnerstag sind die Abenteurer mit ihrem Ford Explorer unterwegs, zunächst in die ganz andere Richtung, nach Sachsen, um sich zusammen mit 49 Gleichgesinnten auf diese ungewöhnliche Rallye zu begeben. Ungewöhnlich deswegen, weil es für sämtliche Fahrzeuge ein One-Way-Vergnügen wird. In Gambia angekommen werden die Autos nämlich für einen guten Zweck versteigert, bleiben also im Land. Die Fahrer treten via Flugzeug die Rückreise an.

205 PS unter der Haube

„20 Tage haben wir Zeit, um an den Zielort zu gelangen. Die Ankunft ist am 26. März geplant, der Rückflug soll am 1. April erfolgen“, erzählt Stephan Bauer über das verrückte Projekt, das Abenteuerlust und den guten Zweck verbindet. „Ein Bekannter hat so etwas schon gemacht, sein Ziel war damals Jordanien!“ Die Neugier von Stephan Bauer war geweckt, zusammen mit seinem Kumpel Stefan Schöberl hat er sich dann einen Ford Explorer zugelegt. Der 205-PS-Bolide, Baujahr 2001, wurde auf die lange Strecke vorbereitet, unter anderem wurde in dem Sechs-Zylinder ein Bett eingebaut. Beide verfügen mittlerweile über ausreichend Mechaniker-Wissen. Und sie sind guter Dinge, dass der Wagen auch tatsächlich in Gambia ankommt. „Die Streckenführung ist zwar anspruchsvoll, aber so, dass sie von uns als normale Autofahrer mit der gewissen Abenteuerlust zu bewältigen ist“, sind sich die beiden sicher.

Das könnte Sie auch interessieren: Drei Bruckmühler Teams sind auf dem Weg in den Norden

Halbzeit der „Baltic Sea Circle Rallye“

Mit dem Panda über das Pamir-Gebirge

Pollinger Duo gewinnt Rallye

Drei Aiblinger fahren eine Rallye durch den Balkan – ohne Navi

Abenteuerlust ist die eine Sache. Mit der Teilnahme etwas Gutes zu bewirken die andere Motivation. Denn die Erlöse der Versteigerung am Zielort kommen verschiedenen gambischen Hilfsorganisationen sowie bedürftigen Schulen und Krankenhäusern zugute. Der Verein „Breitengrad e. V.“ organisiert diese Wohltätigkeits-Challenge bereits seit 2006. Unzählige Fahrzeuge, die hierzulande vielleicht auf dem Schrottplatz landen würden, leisten im westafrikanischen Land noch viele Jahre wertvolle Dienste. Durch den Erlös wurden bislang zahlreiche Selbsthilfe-Projekte umgesetzt, der Bau einer Schule in Wellingara, Sukuta und Brusubi, der Bau einer Bäckerei, eines Restaurants, einer Werkstatt – die Liste ist lang.

In sechs Tagen durch die Sahara

Dazu möchten auch die beiden Abenteurer aus Buchbach ihren Beitrag leisten. Eile habe sie dabei keine, schließlich ist die Rallye kein „Jagdrennen“, bei dem es um Geschwindigkeit ankommt. Respekt haben sie vor der Tour trotzdem. Wenn es beispielsweise durch die Sahara geht. Sechs Tage sind dafür eingeplant. Neben ausreichend Benzin für eine komplette zweite Tankfüllung sind auch 70 Liter Wasser nötig, um diese Durststrecke zu überstehen. „Der Weg ist das Ziel!“, so lautet das Motto der beiden, die trotz der Strapazen durch die Wüste schwärmen. „Das wir dein Traum!“ Sie freuen sich auf eine Reise durch die vielen Städte, auf Landschaften und Kulturen und letztlich auf Eindrücke, „von denen wir möglicherweise ein Leben lang zehren können!“.

Kommentare