Schwindeggs neuer Bürgermeister zieht Bilanz: Er nimmt die Dinge gern selbst in die Hand

Für die Bürger da, Schwindeggs neuer Bürgermeister Roland Kamhuber vor dem Rathaus.
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Für die Bürger da, Schwindeggs neuer Bürgermeister Roland Kamhuber vor dem Rathaus.

Schwindeggs neuer Bürgermeister Roland Kamhuber ist jetzt seit 100 Tagen im Amt. Der Start in Zeiten von Corona war alles andere als erwartet. Doch der gelernte Metzger kann diesem Umstand auch etwas Gutes abgewinnen. So sind viele Abendtermine weggefallen und es bleibt Zeit für die Familie.

Schwindegg – Es sind die ersten 100 Tage im Amt des Bürgermeisters fürRoland Kamhuber (CSU). Wer am Rathaus vorbeifährt kann oft sein Auto davor sehen. Mit viel Spaß an der Sache und großem Elan arbeitet sich der neue Bürgermeister in sein Amt ein und behält die wichtigsten Probleme, dabei im Auge.

Prioritäten setzt Bürgermeister Kamhuber auf die brennenden Themen. Eines davon ist das Feuerwehrhaus in Walkersaich. Dies hat er bereits auf den Weg gebracht und wird im Herbst dem Gemeinderat die Finanzen dafür vorstellen. Ein weiteres, wichtiges Thema ist die Schaffung von Wohnraum. Viele Gespräche konnten hier schon mit Grundstücksbesitzern und Familien geführt werden. Dabei ist die Möglichkeit, Grundstücke für die Ausweisung von Bauland zum Beispiel für den Ortsteil Allersheim zu erwerben „auf einem guten Weg“, wie er sagt.

Bürger vor Lärm schützen

Zum zweigleisigen Bahnausbau hat Bürgermeister Kamhuber mit Vertretern von Bahn und Politik gesprochen. Dabei machte er deutlich, dass die Bürger bestmöglich vor Lärmemissionen geschützt werden müssen und dass der Bahnübergang am Ortsausgang bei Holzwerk Obermeier, nicht ersatzlos gestrichen werden kann. Es werde finanzielle Unterstützung für eine Brücke gebraucht. Die Straße sei „eine Lebensader für den Ort“.

Zur Lärmbelästigung durch die A 94 hat er mit Landtagsabgeordnetem Hans Friedl (FW) gesprochen und ihm eindringlich klar gemacht, das Thema an den nötigen Stellen vorzustellen.

Kontakt zu den Bürgern hält der Bürgermeister über die neu eingerichtete Bürgersprechstunde am Donnerstag von 16 bis 18 Uhr im Rathaus. Sie wurde vor einigen Wochen eingeführt und wird „hervorragend angenommen“ so Bürgermeister Kamhuber.

Die Sorgen und Nöte kennenlernen

Es ist ihm wichtig, die Sorgen und Nöte der Bürger kennenzulernen. Daher ist er auch ansprechbar, wenn man ihn unterwegs trifft. „Am Wochenende mache ich mit der Familie Spaziergänge oder Fahrradtouren durch den Ort. Dabei ergeben sich spannende Gespräche.“ Außerdem nutzt er die Social-Media-Kanäle und ist bei Veranstaltungen präsent. Die Einarbeitungszeit ist ihm leichtgefallen, denn er hat, wie er sagt, „ein hervorragendesTeam im Rathaus“, das ihm zur Seite steht. Eine Herausforderung hingegen war das Thema Baurecht. „Wir wollen alle dringend benötigten Wohnraum schaffen, andererseits ist dies stark reguliert durch Bauvorschriften. Als neuer Mann in Amt und Würden ist das eine Herausforderung.“

Es freut ihn, wenn er Dinge auf dem kurzen Dienstweg anpacken kann. Die Zutrittskontrolle für die Turnhalle, zum Beispiel. Personal und Übungsleiter erhalten nun einen Zugang per Chipkartensystem. Oder die Beleuchtung vom Fahrradständer am Bahnhof. Sie liegt in einem finanziellen Rahmen, den er ohne Gemeinderat bestimmen kann.

Seine Frau, Monika Kamhuber, sieht es positiv, dass er die Dinge gerne selbst in die Hand nimmt und bürgernah ist. Schon in den Ehrenämtern bei Feuerwehr und Sportverein war ihm der kurze Dienstweg wichtig. Auch als Bürgermeister geht er die Themen gerne in einem Gespräch an, bevor ein Problem daraus wird.

Entscheidung für die Kandidatur fiel in der Familie

Als Familie haben Monika Kamhuber und er gemeinsam mit den Kindern die Entscheidung getroffen, dassRoland Kamhuber sich als Bürgermeister zur Wahl stellt. Der gelernte Metzgermeister saß bereits sechs Jahre im Gemeinderat und war zudem Jugendreferent.

Nach der Wahl ist nun zunächst durch die Pandemie alles anders als erwartet. „Die Abendtermine fallen weg und es ist viel Zeit für die Familie“, sagt Monika Kamhuber und fügt hinzu, „so viel hat sich eigentlich gar nicht verändert.“

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