Schwindeggs neuer Bürgermeister Roland Kamhuber im Interview: „Weiterführen und neu gestalten“

Neuer Arbeitsplatz:Bürgermeister Roland Kamhuber an seinem Schreibtisch. Sutherland

Schwindegg – Der neue Bürgermeister Roland Kamhuber (CSU) wechselte aus einem Unternehmen ins Rathaus. Der 41-jährige Familienvater ist aktives Mitglied in der Feuerwehr und erster Vorsitzender des Sportvereins und war sechs Jahre im Gemeinderat. Im Interview mit der Heimatzeitung spricht er über die ersten Wochen im Amt und das Verhältnis zu seinem Vorgänger.

Was hat Sie motiviert, Bürgermeister zu werden?

Roland Kamhuber : Es geht mir darum, die positiven Weichenstellungen aus der Vergangenheit auch zukünftig in die richtige Richtung zu lenken. Es interessieren mich die Gestaltungsmöglichkeiten die man hat.

Wie ist Ihr Verhältnis zu Ihrem Amtsvorgänger Dr. Karl Dürner?

Roland Kamhuber :Wir haben ein Gespräch geführt und wollen gemeinsam in die Zukunft blicken, um das bestmögliche für den Ort zu erreichen.

Was waren die Aufgaben der ersten drei Wochen in Ihrem Amt?

Roland Kamhuber :Ich arbeite mich schnellstmöglich in die wichtigsten Themen ein. Ein Beispiel für die Infrastruktur ist dabei der Neubau des Feuerwehrhauses in Walkersaich. Nachdem ich die detaillierte Sachlage herausgearbeitet habe, suche ich ein Gespräch mit dem Kommandanten, um die Rahmenbedingungen abzustecken.

Ein weiteres wichtiges Thema ist die Schaffung von Wohnraum. Das gilt es gründlichst vorzubereiten, um auf Grundbesitzer und Landwirte zugehen zu können. Dabei ist kein unkontrolliertes Wachstum gemeint, vielmehr soll die Möglichkeit für einheimische Jugendliche geschaffen werden, am Ort zu bleiben. Auch Nachverdichtung wird hier ein Thema werden, um den Flächenverbrauch im Auge zu behalten.

Das dritte, wichtige Thema ist der zweigleisige Bahnausbau. In den kommenden Wochen wird es ein Treffen mit den Verantwortlichen der Bundesbahn geben. Thema wird sein, die Lärmimmissionen zu reduzieren und zu sehen, wie man den Bahnübergang beim Holzwerk adäquat ersetzen kann.

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Was denken Sie über interkommunale Zusammenarbeit?

Roland Kamhuber :Ich habe bereits mit den Bürgermeistern Franz Ehgartner aus Obertaufkirchen und Thomas Einwang aus Buchbach darüber gesprochen. Dort, wo eine win-win-Situation entsteht, sollte man zusammenarbeiten. Das ist im Schulverband zum Beispiel der Fall, bei einem gemeinsamen Bauhof, oder der Kläranlage. Auch Radwege sind ein Projekt, das wir von Schwindegger Seite bis zur Gemeindegrenze hin anpacken können.

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Wie beeinflusst die Corona-Pandemie Ihre Tätigkeit?

Roland Kamhuber :Wir stehen im engen Austausch und Informationsfluss mit dem Landratsamt. Hierbei ist wichtig, das Infektionsschutzgesetz umzusetzen und täglich die aktuellsten Meldungen zu verfolgen.

Es gilt, Bereiche des öffentlichen Lebens wieder zugänglich zu machen. Am Beispiel des Sportvereins heißt das, ein Angebot schnellstmöglich wieder zur Verfügung zu stellen. Unter der Prämisse der Leitfäden (Mindestabstand, Desinfektion) werden Konzepte erarbeitet. Es muss eine Balance sein zwischen dem Wunsch der Bürger nach Freiheiten, die seitens der Regierung gegeben werden und der anderen Seite, dass Covid 19 eine gefährliche Krankheit ist. In Deutschland sind wir bisher einen guten Weg gegangen und täten gut daran, das Erreichte nicht leichtsinnig aufs Spiel zu setzen.

Wie stehen Sie der Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat gegenüber?

Roland Kamhuber :Mir ist wichtig, dass man zum Wohle der Bürger zusammenarbeitet. Man kann gerne unterschiedlicher Meinung sein und streiten, aber die Basis ist der demokratische Grundgedanke und der Respekt den anderen gegenüber, die die eigene Meinung nicht teilen müssen.

Interview: Nicole Sutherland

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