Schwindegger Verein hat zwei Brunnen in Malawi gebaut: So soll es weitergehen

Die Kinder gehen gerne zur Schule, nur es fehlt ihnen an Heften und Stiften, um das Erlernte niederzuschreiben.

Es fließt bereits Wasser in dem Örtchen Ngala: „Malawi-Hilfe Schwindegg“ nimmt zwei Wasserstellen in Betrieb und will sich nun auch für den Ausbau von Schule und Krankenhaus in dem ostafrikanischen Land einsetzen. Die Mitgliederzahl des gerade mal ein Jahr alten Vereines ist auf 32 Personen angewachsen.

Schwindegg – Wasser Marsch! Und das gleich aus zwei Brunnen. Erst Ende März dieses Jahres wurde im Schwindegger Bürgerhaus ein Malawi Verein gegründet. Und schon ein halbes jahr später liefern die ersten Brunnen Wasser in einem Dorf Malawi.

17 Personen hatten sich damals dem Verein angeschlossen, der damals neugewählte Vorsitzende Konrad Ess seine Visionen den Mitgliedern vorgestellt: Mit Spenden und Mitgliedsbeiträgen in dem rund 7000 Einwohner großen Ort Ngala für das höchste Gut sorgen – Trinkwasserbrunnen bauen. Das Ziel des damals gegründeten Vereines: Bis 2020 die ersten Brunnen zu bohren und der Bevölkerung zu übergeben.

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Es mangelt auch an Heften und Stiften

Wie kam es? Malawi hat rund 18 Millionen Einwohner liegt im Südosten des afrikanischen Kontinents und ist das drittärmste Land der Welt. Und doch wird es „das warme Herz Afrikas“ genannt, weil die Menschen dort als sehr herzlich gelten. Konrad Ess kam im September 2018, im Rahmen seiner Ostafrikareise von den Viktoria-Fällen nach Kenia auch durch Malawi. Dabei ergab es sich, dass er in den Ort Ngala kennen gelernt hat und sich bei einer Führung durch die Kleinstadt am Malawisee ein Bild von den Nöten der Bewohner machen konnte. „In dem Ort gibt es eine Schule und eine Krankenstation. Bei den Schulkindern mangelt es an Heften, Stiften, Kreide und auch Tafeln“, berichtet Ess von seinen Erlebnissen. Vor der Krankenstation stehen viele Patienten, „dort mangelt es an Medikamenten, Verbandsmaterial, Einwegspitzen, Hygienesachen und vielem mehr“.

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Handpumpen fördern kein Wasser zu Tage

Zudem fehlt es im Ort am nötigsten, am frischen Trinkwasser. An einem Handpumpen-Brunnen konnte Ess damals selbst sehen, dass dieser gerade kein Wasser lieferte. Er erfuhr vor Ort, dass man immer warten muss, bis ausreichend Grundwasser zusammengelaufen ist, dann erst fließt das kostbare Nass. Dieses Schlüsselerlebnis hatte Ess zu einem Projekt inspiriert, das er mit einigen Teilnehmern der Reise, einem Lodge-Betreiber am Malawi-See und Freunden in Deutschland umsetzen wollte. Er verhehlt nicht: Es war jede Menge Sucharbeit im Internet angesagt, um herauszufinden wie, wo und welche Kontakte benötigt werden, um der Bevölkerung vor Ort zu helfen. Dabei stieß er auf eine Organisation aus der Schweiz namens SKAT. SKAT betreibt ein Netzwerk zum Thema Trinkwasser, das sich Rural Water Supply Network (RWSN) nennt. Mitarbeiter von RWSN haben gemeinsam mit Fachspezialisten aus verschiedenen Ländern eine Art Handbuch zum Brunnenbau südlich der Sahara geschrieben. Ein Beitrag kam auch aus Malawi, Ess nahm Kontakt mit Jason Wanangwa, dem „Ground Water Officer“ Kontakt auf. Wanangwa hat es Ess ermöglicht, alles über Brunnenbau in Malawi zu lesen, aber auch zu lernen, wie man es richtig macht.

Viele Spenden haben es in der Zwischenzeit ermöglicht, das ehrgeizige Projekt in die Tat umzusetzen. Vor einigen Wochen wurden dem Ort Ngala die ersten beiden Brunnen übergeben – zur Begeisterung der gesamten Bevölkerung!

Verein ist mittlerweile gemeinnützig

Damit war gleichzeitig seit Gründung des Vereins ein weiterer Schritt in die Richtung getan, dass er die Gemeinnützigkeit erlangt – dieser ist nun erfolgt. Die Malawi-Hilfe Schwindegg e.V. kann nun Spendenbescheinigungen ausstellen und außerdem staatliche Zuschüsse beantragen.

Mitgliederzahl auf 32 Personen gestiegen

Bei der Gründungsveranstaltung waren drei Hand voll Interessenten anwesend – das hatte Ess schon damals beeindruckt. Jetzt, sechs Monate später, ist die Mitgliederzahl auf nunmehr 32 Personen angewachsen. Und die sind voller Tatendrang. Denn bereits für 2020 hat die Vorstandschaft drei weitere neue Brunnen in Ngala geplant. Außerdem möchte Konrad Ess dort die Schule und die Krankenstation unterstützen, er erhofft sich dabei Hilfe der Schulen sowie der Ärzte im Landkreis.

Geplante Reise nach Malawi

Näheres dazu gibt es auf der ersten Jahreshauptversammlung des Vereins zu hören, die am Freitag, 8. November, im Gasthaus Mooser in Walkersaich stattfindet. Konrad Ess will dann die positiven Zahlen vorlegen und eine geplante Flugreise für Mitglieder nach Malawi vorstellen. Alle Personen, die Interesse daran haben, anderen zu helfen, sind dazu eingeladen.

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