Schwieriges Ringen um eine Stützmauer bei Buchbacher Einkaufsmarkt

Der Anbau zum Einkaufsmarkt sorgt weiter für Diskussion im Marktgemeinderat. Die erforderliche Stützmauer an der rechten Seite erscheint den Gemeinderäten nicht sicher genug.
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Der Anbau zum Einkaufsmarkt sorgt weiter für Diskussion im Marktgemeinderat. Die erforderliche Stützmauer an der rechten Seite erscheint den Gemeinderäten nicht sicher genug.

Eine Stützmauer hält den Marktgemeinderat ordentlich auf Trab. Ein Einkaufsmarkt an der Dorfener Straße wollte erweitern und dadurch hat sich ein erheblicher Geländeeinschnitt ergeben, der die Absicherung des Geländers in Richtung des Nachbargrundstücks im Osten zwingend erforderlich macht.

Buchbach – Wie diese Stützmauer aussehen soll, wie standfest sie sein soll und ob der Nachbar dort einen Zaun errichten muss, darüber besteht einiger Diskussionsbedarf.

Nicht so gebaut, wie im Plan vorgesehen

Bei einer Ortsbesichtigung im September 2018 hat die Bauaufsicht des Landratsamtes festgestellt, dass die Hangsicherung nicht so gemacht wurde, wie sie in dem genehmigten Bauplan dargestellt worden war. Deshalb wurde der Bau eingestellt und der Bauherr aufgefordert, einen Bauantrag einzureichen, bei dem die notwendigen Bauvorlagen sowie statischen Nachweise über die Standsicherheit der errichteten Hangsicherung dargestellt sind.

Deshalb fand im Juni 2020 ein Ortstermin mit dem Antragsteller, seinem Planer und dem östlichen Nachbarn statt, wo „die Planungsabsichten und -gründe besprochen wurden“, wie Bürgermeister Thomas Einwang (Wahlvorschlag Ranoldsberg) in der Juli-Sitzung des Marktgemeinderates erläuterte. Dabei stellte der Planer die Planung noch einmal vor und erläuterte, dass sie auf der Basis der aktuell vorhandenen Situation vor Ort entstanden sei. Damit entkräftete er auch die Vermutung einiger Marktgemeinderäte, die bei einer Bauausschussitzung meinten, der Planer habe die Hangsicherung auf dem Reißbrett erstellt, ohne jemals vor Ort gewesen zu sein. Der Bauherr sagte bei diesem Treffen zudem die angeregte Einzäunung des Areals zu.

Neuer Bauantrag: Verwaltung kann mittragen, die Gemeinderäte nicht

Jetzt liegt dem Gemeinderat der Bauantrag vor: Er sieht vor, entlang der östlichen Gebäudewand im Bereich des Anbaus den Boden auf zwei Meter aufzufüllen. Anschließend soll ein sogenannter Tubawall mit Hilfe von Pflanztrögen entstehen. Im Anschluss soll das Gelände bis zur Grundstücksgrenze in Bogenform modelliert werden. Bürgermeister Einwang führte aus, dass die Erschließung des Grundstückes gesichert sei, der Nachbar habe den Bauplan aber nicht unterschrieben. Dieser sei der Ansicht, dass die „vorgelegten Pläne keine konkrete Aussage über die Wirksamkeit (der Hangsicherung) zulassen“. Nach Ansicht der Verwaltung könne man aber trotzdem dem Bauantrag zustimmen, so Einwang.

Ganz anders schätzte Sonja Thalmeier die Sache ein. Sie sagte, eine 18-Grad-Neigung bei einer Stützmauer sei optimal; bis 27 Grad sei es gerade noch vertretbar. Hier sei aber eine 31-Grad-Neigung vorgesehen. „Das sehe ich ganz kritisch“. Zudem stellte sie zusammen mit Martin Fischer (CSU/FWB) die Frage, warum die Stützmauer nicht so gemacht wird, wie sie ursprünglich geplant worden sei. Hier sagte Bürgermeister Einwang, dass der erste Entwurf gewesen sei. Der aktuelle Planer sagt, dass die Stützmauer so nicht gehalten hätte.

Die Frage der Haftung ist klar

Zweiter Bürgermeister Manfred Rott (Wahlvorschlag Ranoldsberg) stellte die Frage nach der Haftung in so einem Fall. Bürgermeister Einwang versicherte aber, dass die Marktgemeinde hier außen vor sei. Sie können die statischen Berechnungen nicht vornehmen. Das müsse das Landratsamt prüfen.

Karl-Heinz Kammerer hakte noch einmal wegen der neuen Planung nach und meinte: „Nur weil die Stützmauer möglicherweise sehr kostspielig ist, kann ich nicht einfach zustimmen, ohne eine statische Berechnung gesehen zu haben“.

Am Ende lehnte der Marktgemeinderat den vorgelegten Bauantrag geschlossen ab. Lediglich Bürgermeister Einwang stimmte dafür, dem Antrag zuzustimmen.

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