STEIGENDE VERKAUFSZAHLEN

Schwarze Null noch nicht erreicht: Dennoch ist Engelsberger Fernwärme auf einem guten Weg

Bürgermeister Martin Lackner (links) und Geschäftsleiter Christian Blickberndt (rechts) vor der Übergabestation im Rathaus Engelsberg.
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Die Fernwärme Engelsberg GmbH der Gemeinde hat sich weiter positiv entwickelt, auch wenn die schwarze Null noch nicht erreicht ist. Bürgermeister Martin Lackner (links) und Geschäftsleiter Christian Blickberndt (rechts) vor der Übergabestation im Rathaus, das ebenfalls mit der gemeindeeigenen Wärme versorgt wird.

Die Fernwärme Engelsberg hat im vergangenen Jahr rund 540000 Kilowattstunden mehr Wärme verkauft und damit fast 62000 Euro mehr verdient als im Vorjahr. Das zeigte sich in der Januar-Sitzung des Gemeinderates, wo Geschäftsleiter Christian Blickberndt einige Zahlen vorstellte.

Engelsberg – Das Tochterunternehmen der Gemeinde hatte im Jahr 2020 etwas mehr als 5,6 Millionen Kilowattstunden Wärme verkauft; das ist ein Plus von 533.333 Kilowattstunden gegenüber dem Vorjahr. Die Erhöhung der Wärmemenge sei auf den relativ kalten Winter 2020 und einige Neuanschlüsse im Ortsgebiet zurückzuführen, so Blickberndt.

Der Verkaufserlös konnte im Vergleich zum Vorjahr um 61.260 Euro auf nunmehr 494.553 Euro gesteigert werden. Die Netzgröße beträgt aktuell 8,9 Kilometer, 203 Haushalte beziehungsweise Gebäude sind an das gemeindliche Fernwärmenetz angeschlossen.

Zufrieden mit der Entwicklung

Zur Wärme-Preisentwicklung sagte Bürgermeister Martin Lackner, dass im Bestand des „alten Versorgungsgebietes der Nettopreis pro Kilowattstunde im Jahr 2021 8,69 Cent betragen wird (gegenüber dem Vorjahr von 8,951 Cent). Für Neukunden wurde der Preis von 5,162 Cent auf 4,64 Cent gesenkt. Der Grundpreis in diesen Bereichen beträgt nun 50,29 Cent je installierte Kw-Leistung (bisher 49,82 Cent). Der Meßpreis wurde nicht erhöht und beträgt weiterhin 165 Euro pro Jahr.

Insgesamt sei man zufrieden bei der Fernwärme Engelsberg GmbH, so Blickberndt, jedoch habe man die angestrebte „schwarze Null“ noch nicht erreicht. Er war der Meinung, dass man in die richtige Richtung unterwegs sei, durch eine Netzverdichtung und dem Anschluss des Seniorenheimes als größerer Abnehmer konnte die Wärmelieferung erhöht und damit auch der Verkaufserlös steigen.

Das Heizhaus, das derzeit auf Hochbetrieb läuft.

Eine Nahwärmeversorgung hat viele Vorteile, führte der Geschäftsleiter aus. Nach der Umstellung auf Fernwärme haben die Kunden in der Regel einen Raum mehr zur Verfügung und sparen sich die Unterhalts- und Wartungskosten. Da die Heizwärme bereits „gebrauchsfertig“ in das Haus geliefert wird, reduzieren sich die Heizverluste. Auch der Einkauf und damit die Vorfinanzierung von Brennstoffen entfällt.

Günstige CO2-Bilanz durch Fernwärme

Vorteile bietet Fernwärme aber auch für die Umwelt, denn die Wärmeerzeugung in zentralen Heizkraftwerken weist eine günstige CO2-Bilanz auf. Bei der Fernwärme Engelsberg wird die Wärme zu mehr als 90 Prozent aus regionalen, nachwachsenden Rohstoffen erzeugt. Die Wärmeerzeugung erfolgt zu fünf Prozent aus Heizöl, zehn Prozent aus Abwärme aus einer Biogas-Anlage und 85 Prozent aus Hackschnitzel.

Diese werden aus einem Umkreis von rund 30 Kilometern angeliefert, sodass aufgrund kurzer Lieferwege die CO2-Bilanz der Wärmeerzeugung zusätzlich verbessert wird.

Regionale Wertschöpfung wird verbessert

Mit einer regenerativen Nahwärmeversorgung wird zudem die regionale Wertschöpfung erhöht. Während bei Ölheizungen der größte Teil der Kosten – nämlich die für den Brennstoff – in entfernte Länder abfließen, wird bei der Fernwärme Engelsberg die Landwirtschaft eng miteingebunden. Zudem werden heimische Firmen und Handwerksbetriebe beauftragt, sodass Arbeitsplätze in der Region gesichert oder auch neue geschaffen werden.

Förderangebot hat sich verbessert

Blickberndt führte weiter aus, dass seit Jahresbeginn das Förderangebot durch die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) deutlich verbessert und vereinfacht wurde. Das neue Förderprogramm fördert einerseits die Umstellung auf Fernwärme und andererseits Maßnahmen zur Energieeinsparung im Heizsystem.

Zusammenarbeit mit Energieagentur Südostbayern wird forciert

Um Interessenten, die an das Engelsberger Fernwärmenetz anschließen wollen, optimal zu unterstützen, forciert die Fernwärme Engelsberg die Zusammenarbeit mit der Energieagentur Südostbayern. Bei Interesse der Bürger können von der Fernwärme Engelsberg Beratungstermine in Engelsberg organisiert werden.

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