Schwarmzeit geht vor Ausgangsbeschränkung

Die Bienen nahmen die neue Behausung gerne an.

Ampfing – Ein lautes Brummen und Surren versetzte die Bewohner in Ampfinger Ortsteil Wimpasing in Aufruhr.

Schnell war die Quelle gefunden: Aus Laura Glossners Bienenstock machte sich ein riesiger Schwarm spektakulär auf, um das Weite zu suchen. Jetzt in Corona-Zeiten, wo alle brav die Ausgangsbeschränkungen einhalten, ignorieren die Bienen diese völlig.

In den Monaten Mai und Juni beginnt die sogenannte „Schwarmzeit“ der Bienen. Im Frühsommer hat ein Bienenstaat den größten Bestand an Bienen. Es wird also eng im Bienenstock und das Bienenvolk nutzt den Reichtum an gesammeltem Nektar und Pollen, um sich zu teilen.

Die Bienen erzeugen zunächst aus Platzmangel sogenannte Weiselzellen. Das sind besondere Zellen, in denen ausschließlich eine Bienenkönigin aufgezogen werden kann. Die Weiselzellen sind zum einen größer als die anderen Wabenzellen und zum anderen sind sie vertikal statt horizontal angeordnet. Die Königin legt jeweils ein Ei in den Zellen ab. Die Larven haben das Privileg, ausschließlich mit dem Bienenköniginnenfuttersaft Gelée Royale gefüttert zu werden – dadurch wachsen sie besonders schnell heran. Etwa am 16. Tag nach der Eiablage entsteht aus der Larve eine Königin. Bereits am neunten Tag verlässt ein Teil des Bienenstaates urplötzlich mit ihrer Königin den Bienenstock und bis zu Tausende von Bienen schwärmen aus.

Nicht weit von ihrem bisherigen Zuhause entfernt versammeln sich die Insekten beispielsweise in Baumzweigen zu einer Schwarmtraube. So auch in Ampfing: Nach einer kleinen Runde über den Häusern ließen sie sich in der Hecke eines Nachbarn nieder.

Die Bienen wurden fachgerecht von Imker Christian Gebauer, Bienen-Besitzerin Laura Glossner und Jungimker Michael Pollmann, der gerade in Ausbildung zum Imker beim Imkerverein in Ampfing ist, eingefangen. Die drei stellten dem Schwarm eine neue Behausung zur Verfügung, die die Ausgebüxten gerne annahmen.

Die Nachbarschaft war beeindruckt von dem Naturspektakel. Da war es auch selbstverständlich, dass ein Ast aus der Hecke herausgeschnitten werden durfte – natürlich mit dem Versprechen, dass es aus der nächsten Ernte ein Glas Honig als Entschädigung gibt. stn

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