Schulstart mit Maske: In Waldkraiburg geht man mit gemischten Gefühlen ins neue Schuljahr

Ein ungewohntes Bild: An allen weiterführenden Schulen müssen die Schüler bis zum 18. September auch während des Unterrichts eine Maske tragen.
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Ein ungewohntes Bild: An allen weiterführenden Schulen müssen die Schüler bis zum 18. September auch während des Unterrichts eine Maske tragen.

Endlich wieder Schule! Nach den Sommerferien ist in den Schulen der Unterricht gestartet. Damit sind zum ersten Mal seit sechs Monaten wieder alle Schüler gleichzeitig in den Klassenzimmern. Doch ganz ohne Einschränkungen geht es nicht. Schüler, Lehrer und Eltern erzählen, wie sie damit umgehen.

Waldkraiburg – An allen weiterführenden Schulen gilt in den ersten beiden Wochen die Maskenpflicht auch während des Unterrichts. Ein Umstand, der nach dem ersten Schultag für Moritz Schwippl noch gewöhnungsbedürftig ist: „Die nimmt einem die Lust und manchmal ist man damit einfach schwer zu verstehen.“ Auch wenn das Atmen schwerfalle, überwiege dennoch die Freude, wieder mit der ganzen Klasse zusammen zu sein. „Wegen Corona ist es vielleicht nicht das Beste, dass wir wieder alle zusammen sind. Aber es passt so einfach besser“, sagt Schwippl, der dieses Jahr seinen Abschluss an der Realschule Waldkraiburg macht. Obwohl alle wieder zurück im Klassenzimmer sind, fühle sich vieles noch anders an. „Corona ist immer noch Gesprächsthema bei uns.“ Außerdem dürfe man keinen Kontakt zu Schülern aus anderen Klassen haben. „Das geht einfach ab.“

Moritz Schwippl ist Schüler an der Waldkraiburger Realschule.

Ungewissheit ist noch immer da

Miteinander reden und sich zu sehen – das hat vielen Schülern in den vergangenen Monaten gefehlt. Zum ersten Schulbeginn waren Lehrer und Schüler der Franz-Liszt-Mittelschule gleichermaßen aufgeregt. „Die Freude, endlich wieder alle Kinder zu sehen war groß. Dennoch war auf beiden Seiten die Angst da, sich nicht an alle Regeln zu halten“, erzählt nach den erstem Tag Julia Watzinger. Sie hat die Klassenleitung einer sechsten Klasse in diesem Schuljahr übernommen. Die Maskenpflicht ermüde die Schüler, aber jammern würde keiner. Doch auch für die Lehrer ist die Maskenpflicht „anstrengend“. „Selbst wenn alle 22 Kinder leise sind, versteht man sie kaum.“ Doch nicht nur im schlechteren Verständnis sieht sie ein Problem. „Gerade Schüler mit Migrationshintergrund können sich schwertun im Englischunterricht, wenn sie die Mundbewegungen nicht sehen.“

Julia Watzinger ist Lehrerin an der Liszt-Mittelschule in Waldkraiburg.

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Obwohl alle Schüler zurück an der Schule sind, bleibt die Ungewissheit wegen Corona. „Wir können gar nicht richtig planen, sondern müssen flexibel bleiben.“ Falls wegen zu hoher Corona-Zahlen die Schulen wieder geschlossen werden müssen, sieht sich Julia Watzinger „gut vorbereitet“. Um nicht ein zweites Mal überrascht zu werden, habe man bereits an der Franz-Liszt-Mittelschule Online-Kurse vorbereitet. „Kurzfristig können wir gut reagieren, aber wie sieht es langfristig aus? Das weiß keiner“, sagt die Lehrerin.

Wieder Homeschooling? Das hofft Birgit Lanzinger jedenfalls nicht. Ihre jüngste Tochter geht an der Realschule in die achte Klasse, sie selbst ist aktuell noch zweite Elternbeiratsvorsitzende. Auch wenn die Lehrer ihre Arbeit während der Schulschließung „sehr gut gemacht“ haben, sei die Zeit nicht einfach für die Kinder gewesen. „Es ist wichtig, dass die Schüler wieder zusammen sind. Das hat ihnen gefehlt.“

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Dass sich die Freunde auch wieder in der Schule sehen, das sei mehr wert als die Maskenpflicht. Ihre Tochter jedenfalls habe sich am ersten Schultag schnell daran gewöhnt und hatte keine Schwierigkeiten damit. „Es ist, wie es ist. Wir müssen das Beste daraus machen und das geben wir an unsere Kinder weiter.“

Positiv war auch Moritz Schwippl über den ersten Tag gestimmt. Doch er weiß auch: „Corona ist zwar immer noch da, aber die Schule geht weiter. Der Schulalltag kommt zurück.“

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