Schulstart in der Pandemie: Nicht nur in Lohkirchen eine Gratwanderung

Die Brille beschlägt zwar, doch ABC-Schütze Raphael Emberger nimmt die Maskenpflicht beim Betreten des Schulhauses gelassen. Seine Mama Hedwig äußert Verständnis:“Wichtig ist, dass die Schüler überhaupt den Regelunterricht besuchen können!“
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Die Brille beschlägt zwar, doch ABC-Schütze Raphael Emberger nimmt die Maskenpflicht beim Betreten des Schulhauses gelassen. Seine Mama Hedwig äußert Verständnis:“Wichtig ist, dass die Schüler überhaupt den Regelunterricht besuchen können!“
  • Josef Enzinger
    vonJosef Enzinger
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Hauptsache wieder Regelunterricht während der Pandemie: Eltern zeigen Verständnis für Masken und Handdesinfektion ist sowieso obligatorisch. Auf diese Hilfsmittel greifen die Lehrer zur optimalen Kommunikation zurück.

Lohkirchen – Dienstagsmorgen. Halb acht. Hektisches Treiben herrscht im Nebel von Lohkirchen. Eltern suchen emsig nach Parklücken, um ihre ABC-Schützen rechtzeitig zur Grundschule zu bringen. kein ungewöhnliches Bild nach den Sommerferien. Und doch ist es kein Schulstart wie jeder andere. Denn Corona beherrscht das Geschehen. Das Tragen einer Maske ist obligatorisch. Das Hygienekonzept sieht vor, dass nur jeweils ein Elternteil seinen Erstklässler in das Klassenzimmer begleiten darf. Hinter Mundschutz versteht sich, der nicht nur bei so manchem ABC-Schützen die Brillengläser anlaufen lässt.

Gut geschlafen – trotz der Aufregung

Einer davon ist Raphael Emberger. Der Sechsjährige sagt zwar, dass er ganz gut geschlafen hat, „aber aufgeregt bin ich natürlich schon etwas“, verrät er hinter seinem Mund-Nasenschutz, auf den ein stilisiertes Lächeln aufgemalt ist, verbunden mit dem Wort „Servus“.

Transparenter Mundschutz: Denn für Schulleiterin Uschi Härtter zählt auch die Mimik zur Kommunikation.

Die Mama zeigt sich relativ gelassen

Kein alltäglicher Schulstart, auch für die Mama Hedwig, die aber die Notwendigkeit der Infektionsschutzmaßnahmen anerkennt. „Ich bin da relativ relaxed. Es ist so wie es ist. Ich bin froh, dass die Kinder überhaupt wieder Regelunterricht haben nach Monaten im Homeoffice“, erklärt die Lohkirchenerin, die auch eine Tochter in der siebten Klasse hat.

„Wir wollen, dass der Schulbetrieb so normal wie möglich und so sicher wie nötig über die Bühne geht“, betont Uschi Härtter, Schulleiterin im Grundschulverband der Verwaltungsgemeinschaft Oberbergkirchen. Sie stellt sich hinter die Vorgabe der Staatsregierung zur Maskenpflicht in den ersten beiden Schulwochen, die der Eindämmung des Infektionsgeschehens dienen soll. „Dabei müssen unsere Grundschüler während des Unterrichts keine Maske tragen, sondern nur, wenn sie sich im Schulhaus bewegen“, fügt sie hinzu.

Schulleiterin Härtter: „So normal wie möglich!“

Und auch die Spender zur Handdesinfektion, unmittelbar im Eingangsbereich der Schule, nehmen die Schüler gleich beim Betreten des Schulhauses diszipliniert in Anspruch. Mundschutz für die Lehrer ist obligatorisch, wobei die Lehrkräfte in Lohkirchen auf eine transparente Spuckschutz-Variante, eine Art Visier, setzen. „Die Lehrer sind damit besser zu verstehen“, erklärt Härtter, der es auch wichtig ist, dass die Kinder Mimik und Gestik der Lehrer nachvollziehen können. „Das macht 80 Prozent der Kommunikation aus“, erklärt sie.

Transparentes Visier bei den Lehrern

Dass nur ein Elternteil die Schulanfänger in die Klassenzimmer begleiten dürfen, sei den räumlichen Gegebenheiten in Lohkirchen geschuldet. „Die Eltern haben hier großes Verständnis gezeigt, weil es schlichtweg in Lohkirchen nicht anders möglich ist.“ In der Grundschule on Oberbergkirchen könne man immerhin auf die Schulturnhalle ausweichen.

Bürgermeister Schick: „Man muss die Situation akzeptieren!“

Ganz wichtig: Vor Betreten des Schulhauses sind die Schüler angehalten, sich die Hände zu desinfizieren.

„Ich bin erleichtert, dass überhaupt wieder Regelunterricht stattfinden kann“, sagte gestern Morgen Lohkirchens Bürgermeister Siegfried Schick. Man habe die Situation so zu akzeptieren wie sie gerade ist und müsse nun Sorge dafür tragen, dass der Schulbesuch, wenn auch mit leichten Einschränkungen, durchgeführt werden könne. Dies könne nur bewerkstelligt werden, wenn sämtliche Hygieneschutzmaßnahmen konsequent eingehalten würden.

Wichtig ist, was in der Schultüte ist

Raphael Emberger scheint mit seiner Maske kein Problem zu haben. „Des passt scho“, meint er gelassen, als er das Schulhaus mit seiner Schultüte betritt, auf der zahlreiche Polizeiautos abgedruckt sind. Die Maske störe ihn nicht, meint er schulterzuckend. Die Gedanken darüber gehen unter in der Aufregung über diesen besonderen Tag in seinem Leben. Und an diesem ist der Fokus überhaupt auf etwas ganz Anderes gerichtet. Was sich denn in seiner Schultüte befindet. „Süßigkeiten“, hofft er, „und vielleicht eine Kappe von Engelbert Strauss“.

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