Schulausfall wegen Corona: Wie eine OVB-Redakteurin die Betreuung der Kinder organisiert

Da wird die Mamazur Lehrerin: In den kommenden Wochen muss sich OVB-Redakteurin Raphaela Lohmann um ihre Kinder Ferdinand und Greta kümmern. Und weiter für die Zeitung schreiben. Privat

Raphaela Lohmann ist Redakteurin in der Waldkraiburger Redaktion der Heimatzeitung. Zusammen mit ihrem Mann musste sie gestern neben der Arbeit die Betreuung der beiden fünf- und siebenjährigen Kinder organisieren. Hier ihr Bericht:

Mühldorf/Waldkraiburg– Fünf Wochen keine Schule und kein Kindergarten – meine beiden Kinder werden sich freuen. Nachdem in den vergangenen Tagen immer mehr Veranstaltungen und staatliche Einrichtungen wegen des Coronavirus geschlossen wurden, hat sich die Schulschließung abgezeichnet. Einen Notfallplan hatten mein Mann und ich aber bis zuletzt nicht erstellt. Deshalb werden die verlängerten Osterferien uns nun in den nächsten Wochen einiges an Organisationsgeschick abverlangen, da wir beide Vollzeit arbeiten, mein Mann ist selbstständig.

Mein Arbeitgeber, das Oberbayerische Volksblatt, hat sofort reagiert: Wer Kinder, aber keine Betreuung hat, kann ins Homeoffice gehen. Meine Arbeit lässt sich auch gut von daheim aus regeln. Einzelne Tage hat das immer gut funktioniert mit den Kindern. Aber klappt das auch über einen Zeitraum von fünf Wochen? Über Ostern ist nämlich kein Urlaub geplant.

+++

Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren!

+++

Gestern ist mein Sohn mit vollem Schulranzen nach Hause gekommen: Hefte, Bücher und Arbeitshefte. Bis Ostern sind eben keine Ferien, für jede Woche gibt es einen genauen Übungsplan: Lesen, Schreiben, Rechnen. An der Klassenzimmeratmosphäre daheim soll es nicht scheitern: Eine große Tafel hängt im Spielzimmer. Aber eigentlich soll ich als Redakteurin weiterarbeiten und nicht Lehrerin sein. Und dann will ich nicht einmal ausschließen, dass den Kindern irgendwann die Decke auf den Kopf fällt, wenn Papa und Mama kaum Zeit für sie haben.

Wegen Corona: Großeltern sollen nahen Kontakt zu Kindern meiden

Was also tun? Dass die Großeltern auf die Kinder aufpassen, fällt flach. Einerseits empfehlen Virologen ohnehin, dass Großeltern den nahen Kontakt zu Kindern meiden sollen. Aber auch ohne diese Empfehlung müssen meine Kinder die nächsten Wochen ohne Großeltern auskommen: Der Opa hatte erst vor kurzem eine Lungenentzündung, da will ich kein Risiko eingehen.

Mehr zum Thema:

Coronavirus: Ticker mit aktuellen Absagen in der Region Rosenheim, Mühldorf und Traunstein

Coronavirus: Bayern schließt vorläufig alle Schulen - Auch Vereine betroffen

Viele Alternativen bleiben damit nicht mehr. Sicherlich lässt es sich mit befreundeten Eltern arrangieren, dass man abwechselnd auf die Kinder aufpasst. Zumindest tageweise könnte man sich damit gegenseitig entlasten, und die Kinder haben deutlich mehr Spaß, wenn sie mit ihren Freunden spielen.

Aber alle Pläne, die wir jetzt machen, sind spätestens dann Makulatur, sobald im näheren Umfeld jemand an Corona erkrankt.

Mehr zum Thema

Kommentare