Schon bei der Premiere machten die Mettenheimer klar: Der „Störenfried“ muss weg!

„Da daad i mi ja der Sünd’n fürchtn“ – Familienidylle mal anders. (von links: Andrea Gröger, Sabine Maier, Elke Hilden, Kerstin Angerer, Manfred Kobler, Charlotte Götter und Vitus Meyer). Lamprecht

Klassisches Thema, gewürzt mit Klischees und überspitzten Figuren: Warum das nach wie vor bei der Volksbühne in Mettenheim funktioniert.

Mettenheim – Mit kräftigem Beifall quittierte ein äußerst amüsiertes Theaterpublikum den vergnüglichen Premierenabend der Volksbühne Mettenheim im Kulturhof. Thomas Brückners Komödie „Da Störenfried“ funktioniert dabei nach einem bewährten Rezept: Man nehme ein klassisches Thema, das ungewöhnlich beginnt und würze es mit zahlreichen Klischees und überspitzten Figuren, die sich am Ende alle selbst entlarven.

Spielleiterin Kerstin Angerer zeigte wieder einmal das richtige Gespür für Stoff, Inszenierung und Auswahl des durchwegs frisch agierenden Ensembles, sodass die Zuschauer im ständigen Hin und Her von argwöhnischem Familiengezänk, Tratsch und fiesen Tricksereien viel zu Lachen hatten.

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Zehn Darsteller haben heuer ihre Rollen nuancenreich herausgearbeitet und glänzend auf die Bühne gebracht. Allen voran Charlotte Götter in der Hauptfigur der alleinstehenden Paula Stern, die mit ihrer positiven Lebenseinstellung und überschwänglichen Herzlichkeit jeden sofort für sich einnimmt. Instinktiv weiß die 70-jährige, dass Einbrecher Rudi alias Vitus Meyer nur aus der Not heraus, sozusagen als Quer-„Einsteiger“ bei ihr eingedrungen ist. Kurzerhand stellt sie ihn gegen Kost und Logis bei sich als Hausmeister an.

Gerüchte und Komplotte, am Ende aber dann doch wieder Wohlgefallen

Hinter ihrer Entscheidung stehen nur Freundin Emma (Gerti Schwarze) und Großnichte Katrin (Andrea Gröger). Während Cousine Renate (Elke Hilden) und die ebenso neugierige wie redselige Pfarrsekretärin Alma (Sabine Maier) um Paulas Seelenheil besorgt sind, weil sie mit einem „wildfremden Mo unter einem Dach lebt“, fürchten Cousine Margot (Kerstin Angerer) nebst Ehemann Martin (Manfred Kobler) eher um ihr Erbe.

Eifrig werden Gerüchte verbreitet und wilde Komplotte geschmiedet, denn eins steht fest: Der Rudi muss weg! Als dann noch der dubiose Anlageberater Seidl (Georg Schmitt) und ein durchtriebener Möbelhändler (Hans Kienzl) Paula über den Tisch ziehen wollen, platzt Rudi der Kragen. Das Chaos ist perfekt, löst sich am Ende aber in Wohlgefallen auf. Der Friede ist wiederhergestellt.

Vitus Meyer mit dem besonderen Händchen für das Bühnenbild

Erneut bewies das Theaterteam, dass es mit großem Vergnügen auf der Bühne steht. Diese war von Bühnenbildner Vitus Meyer wieder einmal bestens ausgestattet worden, besonders die Details gefielen dabei sehr. Langen Applaus gab es deshalb nicht nur für die Schauspieler, die ganz in ihren Rollen aufgingen, sondern für die komplette Produktion der Volksbühne.

Wer weitere Vorstellungen besuchen will, hat am 9., 16., 23. November jeweils um 20 Uhr, am 10. November um 18 Uhr und am 17. November um 14 Uhr Gelegenheit. Karten gibt es auch an der Abendkasse, jeweils eine Stunde vor Beginn.

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