Künstler besprühen Wand einer Bahnunterführung mit Motiven der Schlacht bei Ampfing 

Gestalten die zweite Seite des Bahndammes: (von links) Martin Keindl, Rudolf A. Huber, Julia Heinisch und Frederic Sontag.

Auch die zweite Seite der Bahnunterführung an der Münchner Straße in Ampfing wird unter dem Motto „Kunst am Bau“ eine Motivwand bekommen. Nachdem an der ersten Seite die „Entstehung des Rades“ in Farbe festgehalten wurde, bekommt die zweite Seite Motive aus der Schlacht bei Ampfing.

Ampfing – Auch diesmal zeichnet der heimische Streetartkünstler Rudolf A. Huber (Möhre 186) verantwortlich. Da das Projekt ein großes Unterfangen ist, hat er sich Hilfe von weiteren Künstlern geholt: Frederic Sontag, Theatermaler aus Ludwigsburg, war schon beim ersten Mal mit dabei, außerdem unterstützen ihn Martin Keindl, Graffiti-Künstler aus Salzburg sowie Julia Heinisch, freischaffende Künstlerin aus Linz.

Erstes Projektwar ein Erfolg

Das erste Bahndammprojekt ist ein Erfolg geworden – daher ist die Gemeinde erneut auf Huber zugekommen. „Das Motiv war klar“, sagt der Künstler, „Wir haben uns Gedanken gemacht und einen ersten Entwurf abgegeben“.

Die ersten Entwürfe lassen das spätere Bild schon erahnen. Stettner

Dieser wurde dem Ampfinger Gemeinderat im Oktober 2019 vorgestellt. Bei dieser Sitzung waren sich die Räte allerdings nicht einig, in welchem Umfang das Projekt umgesetzt werden soll – ein neuer Entwurf wurde vom Gremium in der Sitzung vom 10. Dezember 2019 angenommen. Es konnte losgehen.

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Der Zeitpunkt der Gestaltung ist günstig, da die Münchner Straße derzeit saniert wird – das heißt, es gibt weniger Verkehr. Doch obwohl ein Tempo-30-Schild die Geschwindigkeit beschränkt und eine Absperrung vor der Durchfahrt steht, „donnern die Autos an uns vorbei“, wie Huber es formuliert. „Auch der Radweg ist abgesperrt, wenn wir arbeiten. Aber das juckt die wenigsten Radfahrer. Das ist für uns teilweise sehr gefährlich.“

Jeder schöne Tag wird von den vier Künstlern so lange wie möglich ausgenutzt, um Skizzen und Farbe an die Wand zu bringen.

Die Künstler seien mitunter so vertieft in ihre Arbeit, dass sie um sie herum nichts mehr wahrnehmen – und auch nicht mehr auf den Verkehr achten. „Wir treten oftmals gedankenlos zurück, um unser Werk aus der Ferne zu beachten – hierbei ist es schon öfter zu brenzlichen Situationen gekommen. Nur mit einem Sprung konnten wir uns dann noch rechtzeitig in Sicherheit bringen“, sagt Huber. Daher haben die vier eine große Bitte an die Radfahrer: „Haltet euch an das Durchfahrtverbot!“

Das Konzept zur Schlacht bei Ampfing wird zweigeteilt sein. Während die Wand am Radweg mit verschiedenen Figuren und Szenen gestaltet wird, sind am unteren Teil der Schriftzug „700 Jahre Schlacht bei Ampfing“ sowie kleinere Motive zu sehen. Die könne man auch als Autofahrer gut aufnehmen. Am Radweg könne man sich mehr Zeit nehmen, um die Schlachtszenen und Figuren zu betrachten.

Künstler arbeitenmit vielen Techniken

Die vier Künstler arbeiten für das Projekt mit allen möglichen Techniken und Materialien – Acryl, Lack und auch Dispersionsfarbe kommen zum Einsatz. Mittlerweile kann man einige Szenen und Schriftzüge schon gut erkennen. Es wird aber noch einige Zeit dauern, bis das ganze Kunstwerk fertig ist. Doch es lohnt sich bereits, vorbeizukommen, um von der anderen Straßenseite den Fortschritt der Arbeiten zu beobachten. Wie die Künstler sagen, sei die Resonanz der Passanten bislang überwiegend positiv.

Ampfings Bürgermeister Josef Grundner ist überzeugt, dass hier etwas ganz Besonderes entsteht. Außerdem erhofft sich das Gemeindeoberhaupt, dass Ampfing durch die Gestaltung der Wandflächen eine enorme Werbewirkung für das Bühnenspiel „1322 – Die Schlacht bei Ampfing“ erzielen wird.

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