Wie in der Sauna: Gemeinde Aschau will die Gemeindehalle nachrüsten

Die vielen Glasflächen sind mitunter ein Grund dafür, wieso sich die Aschauer Gemeindehalle im Sommer so stark erhitzt.
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Die vielen Glasflächen sind mitunter ein Grund dafür, wieso sich die Aschauer Gemeindehalle im Sommer so stark erhitzt.

Das Thema ist nicht neu in Aschau: Sobald im Sommer die Temperaturen steigen, wird es auch in der Gemeindehalle heiß. Bereits voriges Jahr hat sich der Gemeinderat damit auseinandergesetzt, die Problematik aber wieder verschoben. Jetzt will die Gemeinde ein Gesamtkonzept erstellen.

Aschau – Ganz schön ins Schwitzen gekommen sind die Wahlhelfer bei der Auszählung der Stimmzettel zum Bürgerentscheid vor knapp zwei Wochen. Denn während tagsüber die Aschauer bei schönstem Sommerwetter zum Wählen gingen, stiegen im Inneren der Gemeindehalle die Temperaturen deutlich an. Bereits im vergangenen Jahr hat sich der Gemeinderat mit dem Thema auseinandergesetzt, jetzt gab es die nächste Entscheidung dazu.

Ein Gesamtkonzept hatte der Gemeinderat voriges Jahr vorliegen, umgesetzt wurde nur eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach der Gemeindehalle. Eine mögliche Beschattung und eine Klimaanlage wurden zurückgestellt. Vor einem Jahr lagen Angebote zwischen 60 000 und 80 000 Euro für eine Klimaanlage vor, eine Beschattungseinrichtung wäre auf rund 75  000 Euro gekommen. Bürgermeister Christian Weyrich (CSU) holte das hitzige Thema zurück auf die Tagesordnung.

Beschattung als erster Schritt

Beschattung und Klimaanlage müssen seiner Meinung nach gemeinsam betrachtet werden. Über die Glasflächen komme die Hitze in die Halle hinein, deshalb wäre eine Beschattung ein erster Schritt, eine Klimaanlage könne bei Bedarf umgesetzt werden. „Wir sollten einen Kostenrahmen festsetzen und realisierbare Optionen erarbeiten“, schlug er vor.

Wie dies in der Praxis umgesetzt werden kann, ließ er zum jetzigen Zeitpunkt offen. „Es muss technisch funktionieren und finanziell darstellbar sein.“ Wie eine Beschattung sich umsetzen lässt, dazu müsse man Anbieter um Lösungen bitten.

Zweiter Bürgermeister Christian Mayerhofer (AWG) brachte das Glasdach im Foyer ins Spiel. „Es verursacht viel Hitze.“ Stattdessen soll es mit einem Schindeldach ersetzt werden. Ein Vorschlag, der im Gremium aber keine Zustimmung fand.

Aktuelle Angebote liegen nicht vor

Lorenz Salzeder (CSU) schlug Rollos zur Beschattung vor. Aktuelle Angebote konnte Weyrich auf Nachfrage von Michael Schebesta (CSU) nicht vorlegen. „Die Angebote sind veraltet.“ Dabei habe es sich um eine Außenbeschattung mit Stoff gehandelt. Fraktionskollege Thomas Wintersteiger (CSU) schlug vor, die beste Variante zu prüfen. Ob es eine Klimaanlage nach einer Beschattung brauche, wird sich zeigen. „Es soll bleiben, das bringt Tageslicht.“

Am Glasdach will auch Alexandra Kutschera (Bündnis Aschau) nicht: „Das Glasdach ist der Charakter der Halle und bringt viel Licht.“

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Bürgermeister Weyrich war es aber wichtiger, zunächst alle Optionen zu prüfen. Daher seine Frage ans Gremium: „Sollen wir uns einen Kostenrahmen von 160 000 Euro geben? Ist es das wert, Lösungen und das beste Angebot zu finden?“ Vielleicht brauche man eine Klimaanlage nur bei Bedarf, überlegte Klemens Schneider. Vorstellbar ist dies für Weyrich durchaus.

Der Gemeinderat entschied sich einstimmig dafür, die Möglichkeit einer Beschattung und einer Kühlung für die Gemeindehalle zu prüfen. Im Kostenrahmen von rund 160 000 Euro soll die Verwaltung ein Gesamtkonzept erstellen und dem Gremium vorstellen.

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