Verantwortung für Frieden und Demokratie

Saat des Hasses weiter bekämpfen: Außergewöhnlich stiller Volkstrauertag in Mühldorf

Erinnerung an die Toten: Mühldorfs Bürgermeister Michael Hetzl, die evangelische Pfarrerin Susanne Vogt und Landrat Maximilian Heimerl (von links).  Honervogt
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Erinnerung an die Toten: Mühldorfs Bürgermeister Michael Hetzl, die evangelische Pfarrerin Susanne Vogt und Landrat Maximilian Heimerl (von links). Honervogt
  • Markus Honervogt
    vonMarkus Honervogt
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Es war ein außergewöhnlicher Volkstrauertag, besonders still, in nur kleinem Kreis. Dabei erinnerten Mühldorfs Bürgermeister Michael Hetzl und Landrat Maximilian Heimerl nicht nur an die Toten der Kriege, sondern auch an die Aufgabe, für Frieden und Demokratie Verantwortung zu tragen.

Mühldorf – Die Corona-Krise prägt auch dem Volkstrauertag seinen Stempel auf. Es gibt heuer keine großen Gedenkfeiern, keine Musikkapellen, keine Salutschüsse.

Erinnerung in kleinem Rahmen

Heuer ist das Gedenken tatsächlich sehr still. Auch bei der erste Veranstaltung im Landkreis, die Landrat Maximilian Heimerl zusammen mit Mühldorf Bürgermeister Michael Hetzl und Vertretern der Kirche und der Sozial- und Soldatenverbände durchführte. Hetzl und Heimerl wiesen aber darauf hin, dass der Gedenktag gerade in Corona-Zeiten hohe Bedeutung hat.

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Pater John Kuttikottayil segnet die Kränze, die Vertreter der Stadt, des Landkreises, der VdK und der Krieger- und Soldatenverein niedergelegt haben.

Der Landrat sprach vom Begriffspaar erinnern und ermahnen, das untrennbar verbunden sei. Nicht zuletzt die Anschläge von Paris und Wien hätten gezeigt, wie notwendig beides sei: „Wir müssen gegen die Saat des Hasses angehen“, sagte er und betonte: „Das ist die Aufgabe nicht nur der Politik, sondern von uns allen.“

Friede als Grundlage der Existenz

Das sei eine Aufgabe, die auch in diesen Zeiten nicht vergessen werden dürfe.

Auch Bürgermeister Hetzl verband das Gedenken mit dem Engagement für eine moderne Gesellschaft: „Frieden und Freiheit sind die Grundlagen jeder menschenwürdigen Existenz“, zitierte er den ersten Nachkriegsbürgermeister Konrad Adenauer.

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Er drückte seine Hoffnung angesichts mancher politischer Entwicklungen aus, dass die Demokratie auch die derzeitigen Angriffe überleben werde, und schlug einen Bogen zur Pandemie: „2020 lehrt uns COvid 19, dass auch die Gesundheit und das menschliche Wohlbefinden Grundlage eines selbstbestimmten und menschenwürdigen Lebens ist.“

Festakte auch in Mößlig und Altmühldorf

Hetzl legte im Anschluss an den Festakt auch Kränze an den Denkmälern in Mößling und Altmühldorf nieder.

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