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Vom richtigen Verabschieden

Diakon Scharnagl je
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Diakon Scharnagl je

„Wenn ein lieber Angehöriger oder Freund stirbt, verändert sich das Leben der Hinterbliebenen oft sehr stark“, sagt Manfred Scharnagl. Der Diakon gibt Ratschläge zum „Christlichen Begräbnis“ und zum oft schweren Abschied von einem Verstorbenen.

Mettenheim – Es sei sehr wichtig, richtig und auch bewusst Abschied zu nehmen. Wie das gestaltet werden kann, damit man den Verlust des lieben Menschen besser verkraftet, zeigt Diakon Scharnagl auf. „Die christliche Begräbniskultur hat eine sehr große Bedeutung dabei“.

Man müsse den Verlust im wahrsten Sinne des Wortes „begreifen“. Wenn irgend möglich, solle man als nächster Angehöriger dem Toten beispielsweise die Augen schließen und dabei daran denken, dass einen diese Augen nie mehr ansehen. „Denn die Augen sind wichtigstes Kommunikationsmittel zwischen Menschen“. 

Auch sollten die Angehörigen den Toten waschen und dieses wichtige Amt nicht dem Bestatter überlassen. „Der Sinn ist, sich von dem Körper zu verabschieden. Auch wenn es schwer ist, Erinnerungen hochkommen – auf diese Weise können die Angehörigen den Tod besser verarbeiten“, sagt der erfahrene Diakon.

Das Anlegen des „guten Gewandes“, das der Verstorbene gerne getragen hat, sei dann der nächste Schritt, sich richtig zu verabschieden und zu bewältigen, dass der Verstorbene wirklich tot ist. „So, wie es halt früher der Brauch war“. Die allermeisten Bestatter in der Region hätten Verständnis für die bewusste Verabschiedung der Angehörigen.

„Auch die Aufbahrung im Haus des Verstorbenen und im offenen Sarg bis zum Tag der Beerdigung des Toten gehört zu diesem Ritual, damit sich Freunde, Angehörige und Nachbarn in Ruhe verabschieden können“.

Viele Hinterbliebenen meinten, dass sie einen Verstorbenen so in Erinnerung behalten wollten, wie sie ihn zuletzt gesehen haben. „Aber besser ist es, die sicher oft schweren Schritte des Verabschiedens zu gehen. Nur so wird einem richtig bewusst, dass der Mensch endgültig gegangen ist.“

Denn sonst könne es sehr lange dauern, den Verlust zu verarbeiten und auch zu verkraften. „Der Weg vom Hirn zum Herzen und zur Seele ist sehr weit. Mit dem richtigen Abschied nehmen kann man ihn verkürzen und in vielen Fällen auch erleichtern.“

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