So rettet man den Buchs - Lothar Köppel vom Gartenbauverein Mühldorf gibt Tipps für Gartler

Lothar Köppel vor einer Hecke, die als Ersatz für zerstörten Buchsbaum gefällt wurde. Foto Petzi

Auch heuer fürchten Gartenbesitzer um ihren Buchsbaum, denn der Zünsler ist schon wieder unterwegs.Lothar Köppel vom Gartenbauverein Mühldorf ist sich sicher, dass Gartenbesitzer ihn erfolgreich bekämpfen können.

Mühldorf – Über 40 Jahre lang hat sich der Buchs in der Außenanlage am Mühldorfer Bertle-Haus gehalten. Im vergangenen Jahr fielen die streng im Stil italienischer Renaissance-Gärten achsial angelegten Hecken und Buchs-Kugeln dem Buchsbaumzünsler zum Opfer. Zurück blieb eine Rasenfläche mit einigen Kugelakazien, die das bis dato südländisch anmutenden Garten-Ambiente nur noch andeuten.

Besonders gutes Jahr für Zünsler

Lothar Köppel, Landschaftsarchitekt und Vorstand des Mühldorfer Vereins für Gartenbau ist sich sicher, dass der Buchs in der Anlage, die er 1978 geplant und gebaut hat, hätte gerettet werden können, so wie in jedem Garten. „Beim Buchs muss man halt dahinter sein“, sagt er über di e Pflanze aus Südamerika und Ostasien, die seit der Renaissance in Europa heimisch ist.

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Der eigentlich robusten und schattenverträglichen Pflanze, die auf den heimischen Böden gut gedeihen könne, macht seit über zwölf Jahren der Buchbaumzünsler zu schaffen. Durch den Klimawandel verurwsachte milde Winter ohne Frost und ein Rückgang der Vogelpopulation als natürlicher Gegenspieler schafften gute Voraussetzungen für den Zünsler. Die Tiere gedeihen also prächtig.

Heuer kann der Zünsler fünfmal kommen

Gerade wieder in diesem Jahr, wie es vonseiten des Naturschutzes im Mühldorfer Landratsamt heißt. Das warme Frühjahr fördere eine zeitige Aktivität des Zünslers; heuer wurden bereits Schmetterlinge und frischgeschlüpfte kleine Raupen beobachtet. Gehe man im Normalfall von zwei bis vier Generationen im Jahr aus, dürfte es in diesem Jahr – besonders bei trockener Witterung – eventuell eine weitere Generation geben. Schlechte Aussichten für Hobbygärtner!

Trotzdem: Es sei möglich, die befallenen Pflanzen zu retten, ist sich Lothar Köppel sicher. Regelmäßiges und genaues Hinschauen vorausgesetzt. Buchsfäule sei ein erster Hinweis, dass die Pflanze krank ist. Auf den Zünsler selbst weisen die grün-gelben Raupen. Blattfrass und Gespinste hin. „Wichtig ist – auch beim Pflanzenkauf –, dass man in den Strauch hineingeht. Die gefräßigen Raupen verziehen sich schnell ins Innere“, erklärt der Fachmann. Dann heißt es Einsammeln oder Spritzen, danach folgt der Einsatz von Mikroorganismen oder Pflanzenschutzmitteln wie dem biologischen Xentari. Die kilometerlangen Buchshecken im Wiener Belvedere habe man damit retten können – sowie auch den Buchs am Mühldorfer Krankenhaus, auf Anraten des Gartenbauvereins.

Schnell handeln ist angesagt

Unweit des Bertl-Hauses entdeckt Köppel einen Buchs. Sein erster Blick geht zu den etwas gelblichen Blättern der Pflanze. Buchsfäule. Hier wäre ein Fungizid angebracht. Ein zweiter Strauch scheint in Ordnung zu sein. Fest mit beiden Händen in die Triebe hineingreifen. Auch das ‚Innenleben‘ scheint okay.

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Auch, wenn vielen Hobbygärtnern die Pflege zu umständlich sei und sie lieber den Buchs entfernten, so lohne sich doch manchmal der Einsatz. „Aber man muss schnell handeln. So einen Strauch können die Raupen innerhalb von nur einer Woche abfressen!“

Und wenn der Buchs trotz aller Pflege kaputt geht? „Dann geht halt die nächste Gartenreise des Vereins wieder nach England. Dort hat der Zünsler noch nicht Einzuge gehalten!“

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