Als Reporter in Corona-Zeiten

Das ist eine Premiere: Jetzt sitze ich im ehemaligen Kinderzimmer und arbeite.

Wo früher die Töchter ihre Rennmäuse liefen ließen, Gitarre spielten oder erste Tränen des Liebeskummers flossen, stehen jetzt ein Schreibtisch, ein Computer, ein Telefon, eine Kaffeetasse, alles, was ein Journalist so braucht. Denn ab sofort müssen wir zu Hause bleiben und von dort aus arbeiten. Eine Vorsichtsmaßnahme für uns und alle Kollegen der Heimatzeitung, damit sich niemand ansteckt.

Das ist schon ein seltsames Gefühl, schließlich ist niemand Journalist geworden, um dann in seinen vier Wänden hocken zu bleiben und die Stadt nur noch durch das Fenster zu beobachten. Raus zu gehen, war das Ziel, Leute zu treffen, Geschichten aufzuschreiben. Neuigkeiten zu erfahren und weiterzugeben. Aber das Virus macht derzeit eben nicht nur diese Pläne zunichte, Schutz hat absoluten Vorrang.

Da ist es ein Glücksfall, dass es heute nicht nur den Blick durchs Fenster gibt. Whatsapp und Facebook, E-Mails und das gute alte Telefon werden zu Treffpunkten und Menschenverbindern. Nicht nur privat, auch beruflich. Und so können wir von zu Hause aus dafür sorgen, dass die Heimatzeitung für ihre Leser das wichtigste Informationsmedium in der Region bleibt.

Auch wenn die Zeitung in den kommenden Tagen mal etwas dünner ausfallen mag, weil viele andere auch zu Hause bleiben und wenig passiert, sie bietet noch immer alles Wichtige rund um Mühldorf. Gedruckt, auch in Corona-Zeiten jeden Morgen zugestellt. Oder im Internet auf ovb-online.de.

Kommentare