Bürgerversammlung zum "Regionalladen Buchbach" sehr gut besucht - Vielfältige regionale Lebensmittel

Regionalladen: "Die Erzeuger sind das Herzstück"

Neben den Informationen stießen auch die mitgebrachten Kostproben der örtlichen Erzeuger auf großes Interesse. Foto Delang
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Neben den Informationen stießen auch die mitgebrachten Kostproben der örtlichen Erzeuger auf großes Interesse. Foto Delang

Buchbach - Auf großes Interesse stieß die Informationsveranstaltung zum "Regionalladen Buchbach", zu der Bürgermeister Thomas Einwang eingeladen hatte. Bis auf den letzten Platz war die Gaststube des Gasthofes "Zur Post" in Buchbach gefüllt.

"Im Rahmen der Arbeiten zur Ökomodellregion Isental wurde die Idee geboren, im Ortskern von Buchbach einen Regionalladen ins Leben zu rufen", erklärte Einwang. Der Bürgermeister betonte, dass ein solcher Laden nur dann Sinn mache, wenn er in erster Linie von den Erzeugnissen der Buchbacher Bauern, der Gärtner, Imker und der vielen Hausgärten bestückt werde. "Die Erzeuger sind das Herzstück dieser Idee", so Einwang. "Ein Regionalladen bietet den Erzeugern einen Ort für die Vermarktung ihrer Produkte und ermöglicht gleichzeitig den Bürgerinnen und Bürgern eine wohnortnahe Versorgung mit hochwertigen regionalen Lebensmitteln." Er verwies dabei auf die Bürgerbefragung, die im Frühjahr stattfand und die zeigte, dass ohnehin schon zahlreiche Buchbacher direkt bei den Bauern vor Ort einkauften.

Dass die Buchbacher Bäuerinnen und Bauern es durchaus verstehen, einen solchen Laden mit vielfältigen Lebensmitteln zu versorgen, demonstrierten sie an diesem Abend eindrücklich: Regina und Josef Genzinger, Lisa und Andreas Reithmeier sowie Renate und Franz Stadler brachten eigene Erzeugnisse zum Verkosten mit. Dabei machten sie deutlich, dass sie einen Regionalladen sehr begrüßen würden, auch deshalb, weil sie die Ware dort - im Gegensatz zum Grünen Markt - nicht selber verkaufen müssten. Dafür hätten sie nämlich keine personellen Kapazitäten.

Michael Rittershofer, Projektmanager der Ökomodellregion Isental, ermutigte die Bürgerinnen und Bürger, sich aktiv in die Gestaltung ihres Ladens einzubringen. "Der Regionalladen muss ein Laden von Buchbachern für Buchbacher sein. Das Projektmanagement und andere Experten können hier unterstützen. Betreiben müssen ihn aber die Buchbacher selbst", so Rittershofer.

Seit dem ersten Erzeugertreffen im vergangenen Herbst gab es bereits eine Vielzahl von Gesprächen und Ortsterminen. Um die Akzeptanz sowie die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger abzufragen, wurde eine Fragebogenaktion durchgeführt, die Petra Wähning, freiberufliche Mitarbeiterin vom Amt für ländliche Entwicklung, vorstellte. Sie verwies dabei auf die große Bedeutung eines Regionalladens für die Wertschöpfung in der Gemeinde und die Stärkung des Bewusstseins für regionale Zusammenhänge.

Sehr interessiert folgten die Besucher auch den Ausführungen des ehrenamtlichen Geschäftsführers des Dorfladens Haag an der Amper, Udo Marin, der von der Entstehung des dortigen Dorfladens berichtete. Er betonte, dass "sein" Dorfladen sich durch viele spezielle Produkte aus der Region auszeichne, die man sonst nirgends bekommt. Außerdem überzeuge der Laden durch kurze Wege und werde als Ort zur Begegnung von den Menschen gut angenommen. "Wichtig ist, dass die Bürger hinter dem Projekt stehen", betont Marin. "Für die Haager ist der Dorfladen ein Gewinn an Lebensqualität."

Die Bürgerinnen und Bürger hatten zahlreiche Fragen mitgebracht: Wie findet man einen geeigneten Standort für den Laden? Wie sieht es mit den Öffnungszeiten aus? Wie hoch muss die Preisspanne sein? Wie sind die Auflagen der Lebensmittelkontrolle? Udo Marin stand Rede und Antwort, machte dabei aber auch klar, dass jeder Dorfladen andere Voraussetzungen und Rahmenbedingungen hat.

Abschließend betonte Bürgermeister Einwang, dass der geplante Laden nicht in Konkurrenz zu den ansässigen Geschäften, sondern als sinnvolle Ergänzung zu sehen sei. "Was wir brauchen, ist Motivation, Begeisterung und bürgerliches Engagement. Dann kann es mit dem Regionalladen klappen." Und er machte dabei Mut, denn mit den Projektmanagern der Ökomodellregion, mit Marina Winkler, die ihre Masterarbeit bei Prof. Heißenhuber an der TU München zum Thema "Regionalladen Buchbach" schreibt, und mit den Experten des Amtes für Ländliche Entwicklung stünden kompetente Partner zur Seite.

An Interesse und Motivation für den Aufbau eines Regionalladens mangelt es den Buchbachern nicht, das sei an diesem Abend klar geworden, freute sich der Bürgermeister. Der Gründung eines Arbeitskreises "Regionalladen" stehe nichts mehr im Wege. eth

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