Rattenkirchen wächst auf 1000 Bürger

In Rattenkirchen wird eine Kinderkrippe und ein neuer Kindergarten gebaut, ein Gesamtkonzept liegt bereits vor. Geplant ist, dass die Gebäude im Herbst 2020 bezugsfertig sind. re
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In Rattenkirchen wird eine Kinderkrippe und ein neuer Kindergarten gebaut, ein Gesamtkonzept liegt bereits vor. Geplant ist, dass die Gebäude im Herbst 2020 bezugsfertig sind. re

Kindergarten, Breitband und Bürgerhaus: Vergangenes Jahr hat sich so einiges getan in Rattenkirchen. Was genau, darüber informierte Bürgermeister Rainer Greilmeier bei der Bürgerversammlung. Worüber er sich am meisten freute? Die Gemeinde ist auf 1000 Bürger angewachsen.

Rattenkirchen – Anfangs legte Bürgermeister Rainer Greilmeier interessante und das gesunde Wachstum Rattenkirchens unterstreichende Zahlen vor. So wuchs die Einwohnerzahl Rattenkirchens von 985 Einwohnern im Jahre 2017 auf 1000, da den acht Sterbefällen und 40 Wegzügen zwölf Geburten und 51 Zuzüge gegenüberstanden.

Weiter berichtete er, dass in diesem Jahr 24 Rattenkirchener Kinder Kindertageseinrichtungen in fünf verschiedenen Kindergärten bzw. Kinderkrippen besuchen. Im Kindergarten „St. Anna“ werden aktuell 24 Kinder betreut. Nach derzeitigem Stand bringt die Gemeinde 63 000 Euro für die Kindertageseinrichtungen auf, hinzu kommen noch 41 000 Euro vom Freistaat und vom Bund.

Des Weiteren teilte er mit, dass 25 Schüler die Grundschule in Heldenstein, die in den nächsten Jahren saniert werden wird, und 22 Schüler die Mittelschule beziehungsweise den M-Zug in Ampfing besuchen. Ein Schüler ist als Gastschüler an der Mittelschule in Buchbach untergebracht. Die Zusammenarbeit mit allen drei Schulen bezeichnet er als sehr gut.

Wasser, Feuerwehr und Breitband

In den vergangenen drei Jahren wurde das Abwasserkanalnetz von einer Fachfirma mit Kameras befahren und auf Beschädigungen geprüft. An einigen Stellen muss der Abwasserkanal saniert werden. Bei den Baumaßnahmen wies er auf die Erneuerung des Dachstuhls der Feuerwehr-Fahrzeughalle und des Bauhofes hin, die mit Planung, Brandschutzgutachten, Eingabeplanung und Ausführung 135 000 Euro kostete.

Das schnelle Internet wurde im Januar in Betrieb genommen, die Gesamtkosten lagen bei 915 000 Euro, der Zuschuss betrug 696 000 Euro. Somit blieb ein Eigenanteil von 219 000 Euro. Leider konnte nicht das gesamte Gemeindegebiet erschlossen werden. Da der Freistaat Bayern ein Sonderprogramm „Höfebonus“ mit einem Ausbau von mindestens 50 Mbit/s im Außenbereich anstrebt, sollen auch die Außenbereiche in einem zweiten Verfahren erschlossen werden, und zwar mit einer Downloadgeschwindigkeit von mindestens 300 Mbit/s. Erschlossen werden die Ortschaften Kagn, Murnau, Ramering, Haßberg, Empling, Thalham, Waldsberg, Kehrham, Göppenham und Bürg. Im Gegensatz zum ersten Ausbau, bei dem mit Glasfaserkabel die Kabelverzweiger verbunden wurden und der Hausanschluss blieb, wird hier zu jedem Haus ein eigenes Glasfaserkabel direkt bis zur Grundstücksgrenze gelegt. Den Hausanschluss muss jeder Anlieger selbst bezahlen. Bis zur Inbetriebnahme wird es voraussichtlich drei bis vier Jahre dauern. Die Gemeinde Schwindegg und die Gemeinde Rattenkirchen haben eine interkommunale Zusammenarbeit vereinbart. Eine solche Zusammenarbeit wird vom bayerischen Finanzministerium mit bis zu 50 000 Euro gefördert.

Für den Bau einer Kinderkrippe und eines Kindergartens liegt ein Gesamtkonzept vor, bei dem die Pfarrkirchenstiftung Bauherr, Eigentümer und Betreiber der Kita wird, das Grundstück im Eigentum der Pfarrpfründestiftung bleibt und dieses für den Bau und Betrieb der Kita der Pfarrkirchenstiftung zur Verfügung gestellt wird. Die Ausschreibung und Beauftragung wird voraussichtlich ein halbes Jahr dauern, bezugsfertig soll der Neubau im Herbst 2020 sein.

Bürgerhaus wird zur Mei-Wirt GmbH

Seit der Eröffnung 2009 wurde das Bürgerhaus von Altbürgermeister Rupert Aigner und seinem Team betrieben, was nur als Provisorium gedacht war. Mit großem Engagement Vergangenen Herbst teilte er mit, dass er aufhören möchte. Es wurde eine GmbH gegründet, die seit 1. Juli als Mei-Wirt GmbH Pächter des Bürgerhauses ist. Das Personal wurde komplett übernommen. Gesellschafter der GmbH ist die Gemeinde, Geschäftsführerin Brigitte Karrer. Bürgermeister Rainer Greilmeier bedankte sich bei Rupert Aigner: „Du warst nicht nur der Motor zum Bau des Bürgerhauses, sondern du hast neun Jahre ehrenamtlich und unentgeltlich das Bürgerhaus mit Herz und Verstand betrieben. Wir versprechen dir, dass wir das Bürgerhaus in deinem Sinn weiterbetreiben werden.“

Pfarrer Martin Ringhof lobte in einem kurzen Statement die Zusammenarbeit von Pfarrei und politischer Gemeinde und unterstrich, den Neubau von Kindergarten und Kinderkrippe nach Kräften zu unterstützen.

Landrat Georg Huber hob die Aktivität der Gemeinde und den großen Zusammenhalt hervor. „Rattenkirchen zeigt, was Gemeinschaft bedeutet“, meinte er. Außerdem hatte er noch ein Weihnachtsgeschenk im Gepäck: Die Kreisumlage soll gesenkt werden.

Anton Keilhacker

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