Rattenkirchen: Ein Fahrzeug für den Bauhof

Es war eine heiße Diskussion mit einer Vielzahl an Argumenten, die einen großen Teil der jüngsten Sitzung vereinnahmte. Aber schließlich ging es auch um viel Geld.

Rattenkirchen – Der Gemeinderat musste sich in seiner jüngsten Sitzung, die aufgrund der Coronapandemie im Saal des Bürgerhauses stattfand, zu einer Grundsatzentscheidung durchringen, ob der für zehn Jahre geleaste Unimog, dessen Laufzeit am 31. Mai endet, weiter genutzt oder ob ein neuer Unimog oder Kommunaltraktor für den Bauhof angeschafft werden soll.

Der Unimog wird in der Sommerzeit als Zug- und Transportfahrzeug und in der Winterzeit für den Winterdienst eingesetzt. Im Fuhrpark des Bauhofs fehlt allerdings die Möglichkeit zum Beladen des Anhängers mit Schüttgut oder Gehölz. Auch ausgefahrene Kiesstraßen können nicht planiert und instand gesetzt werden. Für den Wasserbau fehlt eine Baggermöglichkeit.

Unimog: Vorteile beim Winterdienst

In einer technischen Gegenüberstellung von Unimog und Kommunaltraktor zeigte Bürgermeister Rainer Greilmeier (CSU/Freie Wählergemeinschaft) die Vor- und Nachteile des jeweiligen Geräts bei den verschiedenen Einsätzen in der Gemeinde auf. Bei der Nutzung im Winterdienst weist der Unimog Vorteile hinsichtlich einer besseren Übersicht, einer gleichmäßigeren Belastung der Vorder- und Hinterachse, was auch Vorteile beim Lenken und Bremsen beinhaltet, und eine höhere zulässige Geschwindigkeit (89 Stundenkilometer – Traktor 50 Stundenkilometer) aus, was den zeitlichen Einsatz beim Räum- und Streudienst verkürzt.

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In puncto Wendigkeit seien beide gleich zu bewerten, allerdings verfügt der Unimog auch über ein ABS-System, welches für Traktoren nicht erhältlich ist. Beide Fahrzeuge werden als Zugfahrzeug für Schüttgut und Gehölze genutzt, und beide Fahrzeugarten können den vorhandenen Tandemanhänger ziehen. Etwas nachteilig ist auch hier die niedrigere zulässige Geschwindigkeit des Traktors. Der Unimog hat eine kippbare Ladefläche, die zum Transport von Geräten und Schüttgütern genutzt werden kann.

Nachteilig ist hier die hohe Ladekante. Maschinen können nur mit großem Kraftaufwand auf die Ladefläche gehoben werden. Der Kommunaltraktor hat allerdings keine Ladefläche. Eine vorhandene Ladeschaufel muss auf öffentlichen Straßen leer sein. Es dürfen also keine Maschinen oder Geräte in der Ladeschaufel transportiert werden. Allerdings kann am Kommunaltraktor ein Frontlader angebaut werden, der zum Beladen eines Tandemanhängers als auch zum Anplanieren von Kiesstraßen genutzt werden kann. Hier liegt der wesentliche Vorteil eines Kommunaltraktors gegenüber einem Unimog.

Anschaffungskosten in etwa gleich

Bei der Beschaffung eines neuen Fahrzeugs liegen die Kosten in etwa gleich bei 140 000 Euro. Allerdings müssen für den Traktor noch eine Kamera mit Monitor und für den Winterdienst ein Salzstreuer im Wert von rund 25 000 Euro angeschafft werden.

Der Gemeinderat entschloss sich schließlich einstimmig dazu, den im Eigentum der Gemeinde befindlichen Unimog aus dem Leasing zu kaufen und für etwa 10 000 Euro instand zu setzen. Ebenso einstimmig beschloss er den Kauf eines Baggerladers und beauftragte die Verwaltung, entsprechende Informationen einzuholen.

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Dabei soll auch die Möglichkeit eines Leasings für eine Testphase geprüft werden, Für die anfallenden Kosten von insgesamt ca. 105 000 Euro stehen im Vermögenserwerb Bauhof 78 301,64 Euro zur Verfügung. Somit fallen überplanmäßige Ausgaben an, die durch Minderausgaben an anderer Stelle zu decken sind. Da sich der Baubeginn der Kinderkrippe verzögert und dadurch die im Jahr 2020 angesetzten 600 000 Euro nicht vollständig benötigt werden, könnten die überplanmäßigen Ausgaben durch diese Minderausgaben gedeckt werden.

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